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GEUTENREUTH

Musikverein pflanzt eine Dorflinde für Geutenreuth

Musikverein pflanzt eine Dorflinde für Geutenreuth
Bei der Pflanzung der Linde in Geutenreuth halfen (v. li.) die Gartenbauvereins-Vorsitzende Julia Klemenz, Tischtennisvereins-Vorsitzender Ulli Röhrig, Feuerwehr-Vorsitzender Ingo Bäuerlein, Musikvereins-Vorsitzender Hans Will, Gärtnermeister Christian Kunstmann, Bürgermeister Udo Dauer und Feuerwehr-Kommandant Alexander Hofmann. Foto: Roland Dietz

„Am Brunnen vor dem Tore da steht ein Lindenbaum“, spielte der Musikverein Geutenreuth zum Auftakt der kleinen Feierstunde. Der Titel hätte nicht treffender sein können, denn die Musiker pflanzten eine Linde auf dem Platz neben dem alten Feuerwehrhaus. Den Baum hatten die die Ortsvereine, der TTC, die Freiwillige Feuerwehr und die Gartenfreunde den Musikern zu ihrer 90-Jahr-Feier geschenkt.

Damit ging auch ein lang gehegter Wunsch der Bürger in Erfüllung, nachdem die alte Dorflinde wegen Krankheit entfernt werden musste. Dorflinden prägten viele ländliche Regionen, sagte Martina Motschenbacher von der Ortsgemeinschaft. Große, alte Linden prägten meist zentrale Plätze. Die Bedeutung des Baumes reduziere sich nicht nur auf seine Schönheit oder seine kühlende Wirkung als Schattenspender. Früher waren Linden ein wichtiger Treffpunkt für die dörfliche Gemeinschaft. Die Linde wurde daher oft als Baum des Volkes bezeichnet.

„Auch unsere Linde soll zum Dorfmittelpunkt werden und ein Symbol für unsere Dorfgemeinschaft und den Zusammenhalt sein.“
Martina Motschenbacher, Sprecherin der Ortsgemeinschaft
Musikverein pflanzt eine Dorflinde für Geutenreuth
Mit Musik pflanzten die Geutenreuther eine Linde am alten Feuerwehrhaus. Foto: Roland Dietz

Ihre kulturelle Bedeutung reiche zurück bis zur römischen und griechischen Antike. Bei den Germanen war die Linde der Göttin Freya gewidmet und stand für Liebe, Fruchtbarkeit und Schönheit. Im dörflichen Leben des Mittelalters fanden an Dorflinden Trauungen und Versammlungen statt, Botschafter verkündeten wichtige Nachrichten und die Bauern der Region trafen sich in ihrem Schatten, um den neusten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Auch Verliebte verabredeten sich gern den Linden. Gerade in der Kulmbacher Region gibt es noch sogenannte Tanzlinden, die Podeste tragen, damit in der Baumkrone getanzt werden konnte.

„Auch unsere Linde soll zum Dorfmittelpunkt werden und ein Symbol für unsere Dorfgemeinschaft und den Zusammenhalt sein“, erklärte Martina Motschenbacher. Sie solle wachsen und eventuell einmal den Nachkommen als Tanzlinde dienen, meinte der Vorsitzende des Musikvereins, Hans Will. „Da eine Tanzlinde 20 bis 30 Jahre lang zum wachsen braucht, werde ich aber höchstens noch beim Tanzen zuschauen können“, scherzte er.

Verbesserung der Ortsdurchfahrt im Zuge der Dorferneuerung?

Musikverein pflanzt eine Dorflinde für Geutenreuth
Ein Prosit auf die neue Ortslinde (v. li.): Julia Klemenz, Vorsitzende des Gartenbauvereins, Ulli Röhrig, Vorsitzender des Tischtennisvereins,Ingo Bäuerlein, Vorsitzender der Feuerwehr, Vorsitzender Hans Will vom Musikverein, Gärtnermeister Christian Kunstmann, Feuerwehr-Kommandant Alexander Hofmann und Bürgermeister Udo Dauer mit den Musikern. Foto: Roland Dietz

Bürgermeister Udo Dauer meinte, die Pflanzung sei einmal mehr ein Zeichen dafür, dass Geutenreuth eine quirlige Ortschaft ist, in der die Einwohner gemeinsam anpacken, um das Ortsbild immer wieder zu bereichern. Es bestehe durchaus die berechtigte Hoffnung durch ein vereinfachtes Dorferneuerungsverfahren auch die Ortsdurchfahrt zu verbessern. Auch eine Sitzbank an der Linde stellte er in Aussicht.

Zusammen mit Gärtnermeister Christian Kunstmann wurde ddie Linde fachmännisch eingepflanzt. Beim abschließenden „Oberfrankenlied“ sangen alle kräftig mit.

Von Roland Dietz

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