aktualisiert:

ALTENKUNSTADT

Waldbrandeinsätze halten Altenkunstadter Feuerwehr in Atem

Verdiente Feuerwehrkameraden der Wehren aus der Gemeinde Altenkunstadt wurden für 25-jährige und 40-jährige Dienstzeit geehrt. Dank galt auch den aus Führungspositionen ausgeschiedenen Mitgliedern. Ihnen gratulierten stellvertretender Landrat Helmut Fischer, Bürgermeister Robert Hümmer, die Mitglieder der Kreisbrandinspektion und Führungskräfte der Altenkunstadter Wehren. Foto: Dieter Radziej

Vor besondere Herausforderungen stellte der lange trockene Sommer die Feuerwehren in der Gemeinde Altenkunstadt. So waren die Löschmannschaften bei einigen Waldbränden im Einsatz. Eine Erfolgsbilanz zogen die Verantwortlichen bei der Kommandantenversammlung im Feuerwehrgerätehaus.

Bürgermeister Robert Hümmer dankte verdienten Feuerwehrkameraden und stellte deren Nachfolger vor. Angesichts ständig steigender Anforderungen, auch durch zunehmende Bürokratie stelle sich die Frage, ob die ehrenamtlichen Feuerwehrleute nicht überlastet werden, sagte er. Die Folge sei, dass es immer schwerer werde, Frauen und Männer zu finden, die ihre Freizeit für die Allgemeinheit opfern und eigene Interessen hinten anstellen.

Deshalb biete die Kommandantenversammlung einen geeigneten Anlass, um allen zu danken, die ihren Dienst an der Heimat und für die Mitmenschen verrichten. Um die Freiwilligen Feuerwehren zukunftsfähig zu machen, sei die Nachwuchsgewinnung wichtig. Wie hoch der Stellenwert der Feuerwehren sei, werde auch daran deutlich, dass die Gemeinde Altenkunstadt im Haushalt 270 000 Euro für den Brandschutz eingestellt habe.

Die technische Ausstattung sei aber nur die eine Seite der Feuerwehrarbeit, genauso wichtig sei der Dienst derjenigen, die diese Fahrzeuge und Geräte bedienen. Auch in Zukunft werde die Gemeinde ihren Anteil dazu beitragen, dass die Feuerwehren durch gute Ausstattung einsatzfähig bleiben.

„Alle 3,7 Tage war eine der Feuerwehren gefordert“
Marco Weidner, Kommandant

Der Kommandant der Stützpunktwehr Altenkunstadt, Marco Weidner, berichtete von 99 Einsätzen, davon 34 Brände und 23 technische Hilfeleistungen, sowie fünf ABC-Alarmierungen. „Alle 3,7 Tage war eine der Wehren gefordert“, sagte Weidner. Die Einsätze reichten vom Zimmer- und Kaminbrand, bis hin zum Wohnhaus- und Scheunenbrand, Einsätzen an Industriegebäuden, Leichenbergungen, Ölunfällen und der Suche nach Vermissten. Die anhaltende Trockenheit führte auch dazu, dass die Feuerwehren mehrfach bei Flächen- und Waldbränden gefordert waren. Der Kommandant würdigte auch die erfolgreich abgelegten Leistungsprüfungen bei den Wehren von Burkheim, Altenkunstadt und Pfaffendorf. Erfreulich seien die Ersatzbeschaffung einer Tragkraftspritze für die Wehr von Baiersdorf sowie der geplante Bau des Feuerwehrgerätehauses und Anschaffung des Tragkraftspritzenfahrzeug für Woffendorf.

Kreisbrandrat Timm Vogler würdigte den Einsatz der Wehrleute zur Sicherheit der Bürger. Für die Zukunft sollten sie sich auch auf Starkregenereignisse und langanhaltende Trockenheit einstellen. Er wies auf die 25-Jahr-Feier des Kreisfeuerwehrverbands am 3. Oktober 2020 in der Kordigasthalle hin. Dank sagte auch Kreisbrandinspektor Thilo Kraus den Feuerwehrleuten. „Die Feuerwehren haben ein unglaublich vielfältiges Einsatzspektrum“, lobte stellvertretender Landrat Helmut Fischer angesichts zahlreicher Dienstjubiläen. Es sei gut, dass dies in Bayern mit dem Ehrenzeichen gewürdigt werde.

Vier Jahrzehnte im Einsatz für die Sicherheit der Bürger

Für 25-jährige Dienstzeit wurden Andreas Leikeim, Martina Fiedler, Alois Rumpler, Detlef Thorwesten, Christoph Domes und Jan Riedel geehrt. Seit 40 Jahren leisten Andreas Will, Ottmar Geißler, Konrad Baier, Hansjürgen Köstner, Willi Schreck, Günter Weiß und Rainer Fleischmann Feuerwehrdienst. Sie erhielten Präsente der Gemeinde und des Landkreises und die 40-Jährigen“ zusätzlich eine einwöchige Einladung mit Partnerin ins Feuerwehrheim in Bayerisch Gmain. Dank galt auch ausgeschiedenen Mitgliedern. So wurde das Engagement des Kommandanten Matthias Knorr (Feuerwehr Burkheim), des stellvertretenden Kommandanten Gunther Czepera (Maineck) und des langjährigen Kreisbrandinspektors Ottmar Jahn (Altenkunstadt), der sich vor allem in der Atemschutzaus- und Funkausbildung besondere Verdienste erworben hat.

Gerhard Hofmann, der langjährige Sachbearbeiter für das Feuerwehrwesen in der Gemeinde wurde von Johannes Oppel abgelöst. Als langjähriger Vertreter des Kreisbrandrats, blickte Ottmar Jahn auf eine schöne Zeit in seiner Heimatwehr und der Kreisbrandinspektion zurück.

Der Dienst habe ihm viel Freude bereitet. Unter Beifall verkündete Jahn, dass er der Feuerwehr weiterhin treu bleiben werde. Diskutiert wurde darüber, wie die Anmeldung von offenen Feuern in der Landschaft vereinheitlicht werden könnte. Kreisbrandrat Timm Vogler kündigte dazu Gespräche mit der Waldbesitzervereinigung an. Vorsitzender Andreas Will informierte darüber, dass für die Veranstaltung mit Michl Müller am 23. November um 20 Uhr in der Kordigasthalle noch Restkarten zur Verfügung stehen. Die Freiwillige Feuerwehr Altenkunstadt wird vom 4. bis 7. Juni 2021 ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Der Festkommers werde am 22. Mai 2021 begangen.

Delegiertenwahl

Als Delegierte für die Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands wurden unter Regie von Kreisbrandmeister Michael Kannengießer Andreas Will, Stefan Hetz, Daniel Domes, Marco Weidner, Andreas Schreck und Michael Reuther gewählt.

Von Dieter Radziej

Weitere Artikel