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MODSCHIEDEL

Blasmusik Modschiedel: Sie spielen zur Kerwa wie an Ostern

Die Modschiedler Blasmusik bei der Kirchenparade nach dem Jubiläums-Gottesdienst mit Dirigent Wolfgang Reißer. Foto: Roland Dietz

Mit einem wunderbaren Festabend feierte die Modschiedler Blasmusik ihr 30-jähriges Bestehen im Saalbau Deuber. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des sympathischen Vereins wurden dabei augenscheinlich gemacht.

Mit einem Festgottesdienst in der Modschiedler Kirche St. Johannes hatte die Feier begonnen. Pfarrer Gerhard Möckel erklärte, es gelte Gott für die Fähigkeiten zu danken, die er den Menschen schenke. Er lobte die Musiker für ihren Einsatz in der Kirchengemeinde. Mesner Bernhard Kießling ist bereits 30 Jahre als Musiker dabei. Den Lektoren-Dienst hatten die Musiker um Vorsitzenden Andreas Herold übernommen. Anschließend ging es mit einer Kirchenparade zum Festakt.

Viele Beifall erhielten die „Modschiedler Blasbälger“ mit ihrer Leiterin Steffi Herold beim Auftritt. Foto: Roland Dietz

Die fast 25 Musiker unter der Leitung von Dirigent Wolfgang Reißer hatten sich bestens auf den Abend vorbereitet. Zur Eröffnung beeindruckten sie mit dem Konzertmarsch „Abel-Tasman“ in unterschiedlichen Lautstärken. Ein Schmankerl war die Ouvertüre „Meine Königin“ von Emil Stolc in einer Bearbeitung von Franz Bummerl. Ein schöner festlicher Beginn, Leichtigkeit in den Klarinettenpassagen, anmutiges Flügelhornspiel, ein wuchtiges Solo der tiefen Instrumente und ein fulminantes Finale prägten die Ouvertüre. Ein gelungener Kontrast war das Intermezzo „Der Komet“, ein Highlight moderner Blasmusik.

„Ein Leben ohne euch Musiker wäre auf dem Jura fast nicht vorstellbar.“
Udo Dauer, Bürgermeister

Vorsitzender Andreas Herold freute sich mit den vielen Gästen, darunter viele ehemalige Musiker, zu feiern. „Ein Leben ohne euch Musiker wäre auf dem Jura fast nicht vorstellbar“, sagte Bürgermeister Udo Dauer, der im Namen der Stadt Weismain gratulierte. „Ob kirchliche oder weltliche Feste – die Modschiedler Blasmusik ist immer dabei.“ Die Kapelle sei ein Aushängeschild für die Stadt. Musik begleite Menschen ein Leben lang. Dafür stehe eine gute Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, die in Modschiedel immer gewährleistet sei. Auch dank der Unterstützung des Nordbayerischen Musikbunds werde eine sinnvolle Freizeitgestaltung mit dem Dienst für die Allgemeinheit in Modschiedel verbunden.

Verdienten Mitgliedern der Blasmusik dankten der stellvertretende Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes Florian Zapf (2. v. li.) und Bürgermeister Udo Dauer (3. v. re.). Foto: Roland Dietz

„Die Modschiedler sind stolz auf ihre Musiker“, betonte Stadtrat Alfons Deuber. Er freue sich, die Kapelle bei ihren Proben im Haus zu haben. Der stellvertretende Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Florian Zapf, überbrachte die Glückwünsche der Kreiskapellen.

Wenn die „Blasebälger“ Bouranis „Auf uns“ spielen, klatschen alle mit

Und dann ging es musikalisch weiter mit dem Nachwuchs, den „Blasebälgen“, die eindrucksvoll ihr Können zeigten. Unterstützt von einigen jungen Musikern der Hauptkapelle spielten sie sich schnell in die Herzen des Publikums. Unter der Leitung von Steffi Herold gelang mit schöner Lockerheit der Marsch „Transformers“. Beim „Irish Dream“ zeichneten die jungen Musiker ein wunderschönes Bild der grünen Insel. Einen musikalischen Höhepunkt setzten sie mit der Filmmusik aus „Fluch der Karibik“. Bei der Stimmungshymne von Andreas Bourani „Auf uns“ klatschte das Publikum mit.

In einer fiktiven Fernsehshow gingen Andrea Pitterich, Angelika Will und Lisa Gunzelmann auf die vergangenen 30 Vereinsjahre ein. Bereits fünf Jahre vor der Gründung hatten sich Musiker zusammengetan, um hauptsächlich bei kirchlichen Auftritten zu spielen. Bei der Gründungsversammlung mit 21 Anwesenden übernahm Georg Will den Vorsitz, den er bis 2003 innehatte. Seitdem leitet Andreas Herold die Geschicke des Vereins. Elke Hübner, Simon Ehnes und mit kurzen Intermezzos von Karlheinz Wuttke und Reinhard Zeitler waren die Dirigenten. Seit zwei Jahren ist Wolfgang Reißer der Dirigent der Kapelle. Ein Meilenstein war die Gründung einer Jugendbläserklasse.

Klassentreffen der ehemaligen Musiker

Zu den gesellschaftlichen Höhepunkten zählt die Freundschaft mit den „Heideländermusikanten“ seit der Grenzöffnung 1990. Auch der Auftritt 1999 in Weismain bei der BR-Übertragung „Radiogrüße aus Weismain“ wird unvergessen bleiben. In der Zeit war der junge Verein auf 230 Mitgliedern angewachsen. Auch die Auftritte beim Weismainer Faschingsumzug waren wie das alljährliche „Kerwesrumspielen“ und das Kulmfest lustig.

Viele ehemalige Musiker kamen mit ihren Instrumenten auf die Bühne, um wieder einmal zusammen zu spielen. „Die Proben dafür waren wie ein Klassentreffen“, berichtete Carmen Bezold. Dass sie nichts verlernt haben, bewiesen die Veteranen mit dem Marsch „Gruß an Würzburg“ und der Polka „In der Weinschänke“. Der Höhepunkt ihres Auftritts war die Gesangseinlage des damaligen Duos Sabine Betz und Jürgen Reul mit dem Schlager „Schön ist es, auf der Welt zu sein“ von Roy Black.

Ehrung verdienter Musiker

Ein weiterer Höhepunkt war die Ehrung verdienter Musiker. So wurden für 25 Jahre Dienst in der Modschiedler Blasmusik Christine Herold und Andreas Herold und für 15 Jahren Andrea Pitterirch von Florian Zapf ausgezeichnet. Für 20 Jahre Musizieren in der Kapelle wurden Daniel Kornitzky und Lisa Schneider geehrt. Sophia Karmann spielt seit zehn Jahren mit.

Von Roland Dietz

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