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BURGKUNSTADT

Vorndran in Burgkunstadt: Zufriedener sterben in Franken

Entgegen der Ankündigung las Helmut Vorndran nur aus seinen jüngsten Buch „Lupinienkind“ vor. Foto: Gerda Völk

„Wer in Franken stirbt, stirbt zufriedener als anderswo“, erfahren die Zuhörer einer Lesung mit dem Krimi-Autor Helmut Vorndran in Burgkunstadt. Den Beweis, warum Mordopfer in Franken zufriedener als anderswo sind, bleibt der Autor, Kabarettist, und Kelten-Fan seinen Zuhörern aber schuldig.

Auch das Programm scheint Vorndran kurzfristig umgestoßen zu haben. Angekündigt war eine „Best of“ der wahrscheinlich spektakulärsten Kriminalfälle der fränkischen Geschichte. Stattdessen las der Autor einige Kapitel aus seinen jüngst erst erschienen Buch „Lupinenkind“ vor.

Regen wäre ihr lieber gewesen, erklärt Marion Konrad, die Vorsitzende der veranstaltenden Kulturgemeinde Burgkunstadt, da nur knapp zwei Dutzend Besucher den Weg in die Alte Vogtei gefunden haben. Für Vorndran war es eine Premiere: „Ich war noch nie beruflich in Burgkunstadt“.

In „Lupinienkind“ schickt der 58-jährige Autor sein kriminalistisches Ermittlerteam unter Leitung der Kommissare Haderlein, Lagerfeld und des Ermittlerschweinchens Riemenschneider auf die Spur eines Mordes auf dem Bamberger Friedhof. Wer dachte, dass so schräge und skurrile Typen wie Professor Siebenstädter aus der Erlanger Rechtsmedizin der Fantasie des Autors entsprungen sind, sieht sich getäuscht. „All diese Menschen gibt es, nicht in dieser Funktion, aber es gibt sie“, beteuert Vorndran.

Quasi als Zugabe liest er eine Kurzgeschichte über einen Mann, der seine Angetraute über die Reling schubst. Als er nach Wochen von der bretonischen Polizei die Nachricht erhält, dass seine Frau übersät von Muscheln und Krebsen gefunden wurde, antwortet der sparsame Franke: Dass die Kommissare die Muscheln und Krebse auf dem Markt verkaufen könnten und den Köder wieder zurück ins Meer werfen sollten.

Entgegen der Ankündigung las Helmut Vorndran nur aus seinen jüngsten Buch "Lupinienkind" vor. Foto: Gerda Völk

Mit seiner Abneigung gegen Autofahrer mit den Kennzeichen „HAS“ des Kreises Haßberge muss es Vorndran wohl etwas übertrieben haben. Er darf im dortigen Rathaus keine Lesung mehr abhalten, wie er verrät.

Von Gerda Völk

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