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WEISMAIN

Weismain: Surfen mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde

Breitband-Ausbau in Bayern
Die Deutsche Telekom hat die öffentliche Ausschreibung für den weiteren Netzausbau in Weismain gewonnen. Darüber dürfen sich weitere 240 Haushalte freuen. Foto: SymbolPeter Kneffel/DPA

Es geht weiter voran mit dem schnellen Internet in Weismain. Die Deutsche Telekom hat die öffentliche Ausschreibung für den weiteren Netzausbau im Jurastädtchen gewonnen. Davon profitieren 240 Haushalte, die in baldiger Zukunft mit maximalem Tempo im Internet surfen dürfen.

Der Regierungsvizepräsident von Oberfranken, Thomas Engel, sowie der Regionalmanager der Telekom, Andreas Rudloff stellten den Verantwortlichen der Stadt Weismain ein sehr gutes Zeugnis im Bereich schnelles Internet aus. Die Zusammenarbeit sei bisher Hand in Hand gegangen, so Rudloff. Nun werde mit der offiziellen Unterschrift die fünfte Phase beim Breitbandausbau in und um Weismain eingeleitet.

„Die Zuschüsse sind bisher sinnvoll genutzt worden, und dies wird auch weiter so bleiben, damit bald die letzten weißen Flecken von der Landkarte verschwunden sind.“
Projektleiter Enrico Meierhof, Reuther NetConsulting

Als Kommune habe Weismain alle Möglichkeiten genutzt, so dass die Entwicklung weitergehe, sagte der Regionalmanager. Ziel sei es, die Technik für alle Bürger anbieten zu können. Thomas Engel, der Regierungsvizepräsident von Oberfranken, hatte den Ausbau von Breitband in Weismain von Beginn an begleitet. Er betonte, dass seit dem Beginn 2010 Bemerkenswertes geleistet worden sei.

Der Breitbandausbau hat bereits im Jahr 2010 begonnen

Damals ging es eine Geschwindigkeit von zwei Megabit im Download. Der Fördersatz betrug damals 70 Prozent, die Fördersumme 31 100 Euro. Bei dem Aufbau von Höchstgeschwindigkeitsnetzen in den Jahren 2015 bis 2018 war der Fördersatz auf jeweils 80 Prozent gestiegen und die Fördersätze für die vier folgenden Projekte bewegten sich zwischen 60 648 und 681 360 Euro.

Bei der Vertragsunerzeichnung: (stehend, v. li.) Fritz Weinlein, der kommunale Ansprechpartner der Telekom, der Regierungsvizepräsident von Oberfranken, Thomas Engel, Projektleiter Enrico Meierhof von der Firma Reuther NetConsulting, Frank Gebhardt und Dietmar Zwillich von der Geschäftsleitung der Stadt Weismain sowie (sitzend, v. li.) der Regionalmanager der Telekom, Andreas Rudloff, und Bürgermeister Udo Dauer. Foto: Roland Dietz

Beim nun anschließenden Förderprojekt übernimmt der Bund 50 Prozent und der Freistaat Bayern 30 Prozent der Kosten. Konkret beteiligt sich der Freistaat mit 562 334 Euro an der Umsetzung der Maßnahme. Insgesamt wurden seit dem Jahr 2010 rund 1,9 Millionen Euro bewilligt. Engel bezeichnete die Breitbandförderung in Oberfranken als vollen Erfolg. 197 Kommunen wurden bereits mit 146 Millionen Euro gefördert.

Die Stadt hat einen Förderantrag für die Abt-Knauer-Grundschule gestellt

Die Stadt Weismain hat im so genannten G-Wlan-Programm (eine Initiative des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat zur Förderung von Glasfaseranschlüssen und Wlan für öffentliche Schulen) nun auch einen Förderantrag für die Abt-Knauer-Grundschule gestellt. Förderungen sind jedoch nur möglich, wenn wie in Weismain die Kommune die Initiative ergreift. „Weismain ist immer am Ball geblieben“, lobte der Regierungsvizepräsident von Oberfranken. Er gratulierte der Stadt Weismain mit Bürgermeister Udo Dauer an der Spitze, dass nun ein weiterer Schritt zur Versorgung des Stadtgebietes mit leistungsfähigem Internet gegangen werde.

„Die Zuschüsse sind bisher sinnvoll genutzt worden, und dies wird auch weiter so bleiben, damit bald die letzten weißen Flecken von der Landkarte verschwunden sind“, sagte Projektleiter Enrico Meierhof von der Firma Reuther NetConsulting aus Bad Staffelstein. In Zahlen sind dies 191 Gebäude mit 240 Haushalten. Die Bauzeit soll rund 36 Monate betragen.

Beim Upload sind es 500 Megabit pro Sekunde

„Mit dieser weiterentwickelten Technik spielt Weismain in der Champions League. Wir versorgen damit Gebäude in den Stadtteilen Altendorf, Berghaus, Bernreuth Erlach, Giechkröttendorf, Großziegenfeld, Kleinziegenfeld, Kordigast, Lochhaus, Niesten, Oberloch, Siedamsdorf, Waßmannsmühle und Weismain“, ergänzte Fritz Weinlein, der kommunale Ansprechpartner der Deutschen Telekom. Die Anschlüsse bieten eine Geschwindigkeit bis zu einem Gigabit pro Sekunde beim Herunterladen. Beim Heraufladen sind es 500 Megabit pro Sekunde.

Die Telekom wird im Rahmen des Ausbaus über 40 Kilometer Glasfaserkabel verlegen und elf neue Glasfaser-Netzverteiler aufstellen. Die Leitungen gehen direkt ins Haus, die Signale werden optisch übertragen.

Damit die Telekom Glasfaser ausbauen kann, müssen auch die Immobilienbesitzer mitmachen. „Glasfaser gibt es nur gemeinsam“, sagte Fritz Weinlein. „Für jeden Anschluss an das schnelle Netz brauchen wir eine Einverständniserklärung mit Unterschrift des Eigentümers. Sonst dürfen wir sein Haus nicht mit Glasfaser anschließen.“ Die Telekom kontaktiert deshalb die Eigentümer direkt, sobald die Kommune die notwendigen Kontaktdaten weitergegeben hat.

Bürgermeister Dauer: ein Segen für eine finanzschwache Kommune

Bürgermeister Udo Dauer freute sich über die gelungene Zusammenarbeit und Finanzierung in den vergangenen zehn Jahren. So könne auch in einer finanziell schwachen Kommune schnelles Internet für die Bewohner angeboten werden. Er dankte allen Beteiligten. Die Unterschrift über den neuen Vertrag zur fünften Phase war so nur noch Formsache.

 

Von Roland Dietz

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