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WEISMAIN

Doch ein Radweg im Kleinziegenfelder Tal?

Vor allem im Herbst hat das Kleinziegenfelder Tal seinen besonderen Reiz. Foto: Roland Dietz

Der Wunsch ist schon lange vorhanden. Und viele würden sich über eine Realisierung freuen. Die Rede ist von einem Rad- und Wanderweg durch das Kleinziegenfelder Tal. Und nun scheint dieser tatsächlich möglich zu sein.

Das Kleinziegenfelder Tal wird von Laub- und Mischwäldern dominiert. Im Tal wächst eine Vielzahl verschiedener Blumen, Gräser und Farne. Einige der Pflanzen sind selten, gefährdet und deshalb geschützt. Und der extrem seltene Apollofalter findet hier optimale Lebensbedingungen vor. Bei Kleinziegenfeld und Wallersberg befinden sich große Trocken- und Halbtrockenrasenhänge mit gleichmäßigem Wacholderbewuchs. Mit den zudem im Tal liegenden Mühlen ist das Kleinziegenfelder Tal ein besonders liebenswertes und erhaltenswertes Stück Heimat.

„Der hochsensible Naturschutzbereich muss im Einklang mit einem sanften Tourismus erfolgen. Es wäre ein zielführendes Modellprojekt entlang des bestehenden Trampelpfades.“
Emmi Zeulner, Bundestagabgeordnete

Am Mittwoch durfte Weismains Bürgermeister Udo Dauer zum Thema Radweg durch das Tal die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner begrüßen. Zeulner stellte gleich unmissverständlich fest, dass es keinen klassischen Radweg in üblichen Sinne, also geteert und mit über zwei Metern Breite im schützenswerten Bereich geben werde. Wichtig dabei sei allerdings die Perspektive von Wanderern und Radfahrern. Es gelte, einen ersten Schritt zu machen, der zu einem Interessensausgleich führt.

Angemessene Erweiterung des bestehenden Trampelpfads

„Der hochsensible Naturschutzbereich muss im Einklang mit einem sanften Tourismus erfolgen“, betonte Emmi Zeulner und führte an: „Es wäre ein zielführendes Modellprojekt entlang des bestehenden Trampelpfades.“ Hier sei jedoch nur eine angemessene Erweiterung für Fahrradfahrer und Wanderer möglich.

Erste viel versprechende Gespräche mit dem Bund Naturschutz

Mit dem Bund Naturschutz wurden bereits erste viel versprechende Gespräche geführt. Bei einer Bürgerversammlung in Kleinziegenfeld soll dieses Thema demnächst zusammen mit den anwohnenden Bürgern, der heimischen Gastronomie, dem Landkreis Lichtenfels, der Stadt Weismain, Kletterern, Fahrradfahrern und Wanderern vertieft werden.

Der wichtigste Grundsatz dabei sei, so die Bundestagsabgeordnete, dass der naturbelassene Charakter des Kleinziegenfelder Tales gewahrt bleibt. Dies sah Bürgermeister Udo Dauer ähnlich. Alle müssten mit ins Boot genommen werden. Wenn man möchte, dass in der Freizeit nicht nur das Auto bewegt wird, sondern auch die eigenen Beine beim Wandern oder Radfahren, müssten dafür auch die Möglichkeiten geschaffen werden.

Schwerlastverkehr aus dem Tal herausnehmen

Bürgermeister Udo Dauer und Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner stehen vor dem bestehenden Trampelpfad, der zu einem Rad- und Wanderweg umfunktioniert werden soll. Foto: Roland Dietz

Udo Dauer bemerkte, dass sogar in der Regionalplanung Bayern – Oberfranken West bezüglich der Umgehungen der Juraortschaften Modschiedel und Wunkendorf steht, dass mit der dortigen Fertigstellung der Schwerlastverkehr aus dem Kleinziegenfelder Tal herausgenommen werden soll. Er sei der Meinung, dass es durchaus möglich ist, dass alle im positiven und erhaltenswerten Einklang mit dem Kleinziegenfelder Tal leben können.

Emmi Zeulner erklärte zur Finanzierung, dass sie mit diesem Modellprojekt die bestmöglichsten Förderungen anstreben wird.

Von Roland Dietz

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