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WEISMAIN

„Wie wollen wir in Weismain leben?“

32 Studierende haben sich Gedanken um die Zukunft Weismains gemacht. Ihre Vorschläge konzentrieren sich schwerpunktmäßig auf das Areal der ehemaligen Obendorfer Brauerei, Pfarrzentrum und Kolpinghaus (rechts von der Kirche). Foto: Markus Drossel

Am Donnerstag, 1. August, ist es nun so weit: Im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) stellt eine Gruppe von Studenten um Prof. Dipl-Ing. Florian Nagler um 19 Uhr im Kastenhof Ideen zur Stadtentwicklung Weismains vor. Die Stadt lädt dazu die gesamte Bevölkerung ein.

32 Studierende haben sich über das Projekt „Stadtbaustein Weismain“ Gedanken gemacht. Zur Vorbereitung dieses Studierenden-Projekts hatte bereits Ende November 2018 im Kastenhof ein Workshop mit Bürgerbeteiligung stattgefunden, in dem Ideen rund um das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept aufgefrischt und neue Wünsche thematisiert wurden. Die Ergebnisse des inspirierenden Abends mit vielen Impulsen aus der Bevölkerung bieten nun die Möglichkeit, auf eine Aufwertung der Weismainer Innenstadt hinzuarbeiten.

Prächtige Bürgerhäuer und ein Stadtgrundriss aus dem Mittelalter

Weismain im Modell haben Studenten der Technischen Universität München mit Professor Florian Nagler (re.) erstellt. Foto: Roland Dietz

Es entstand im Anschluss die Idee, dass sich Studierende Gedanken über die Entwicklung und Zukunft der Stadt Weismain machen könnten. Im April 2019 startete das Projekt an der Technischen Universität (TU) München. Inzwischen war die Delegation nach Weismain gekommen, um sich ein Bild von der Stadt zu machen und erste Eindrücke zu gewinnen. Ein besonders gut erhaltenes „Landstädtchen“ nannte der Kunsthistoriker Heinrich Mayer Weismain. Der historische Stadtgrundriss aus dem Mittelalter ist in seiner Anlage nahezu unverändert geblieben und auch die mittelalterliche Stadtmauer noch heute im gesamten Umfang zu erkennen. Prächtige Bürgerhäuser aus dem 16. Jahrhundert schmücken die Altstadt. Beliebtheit und Anerkennung erlangte die Stadt nicht zuletzt wegen ihres guten Bieres.

Doch heute steht eine Vielzahl der historischen und der ehemaligen Brauereigebäude leer. Der Marktplatz ist als verkehrsreiche Ortsdurchfahrt überlastet, gemeinschaftliche Grünflächen fehlen. Der Mangel an kulturellem Angebot, an gemeinschaftlichen Wohnformen und an kleinen Gewerbeflächen führt zu einer Unbelebtheit des Stadtkerns.

Von Abriss über Sanierung und Umgestaltung bis zu Grünflächen

Die Studierenden haben sich nun in kleinen Arbeitsgruppen Gedanken gemacht für ein Entwicklungskonzept, das sich schwerpunktmäßig auf das Areal der ehemaligen Brauerei Obendorfer und des angrenzenden Kolpinghauses mit Pfarrzentrum bezieht. Die erarbeiteten Lösungsmöglichkeiten sind sehr unterschiedlich. Sie gehen von Abriss über Sanierung und völlige Umgestaltung der Gebäude bis zur Möglichkeit, Grünflächen anzulegen.

Bürgermeister Udo Dauer meint, dass keiner der ausgearbeiteten Vorschläge eins zu eins übernommen wird. Hier soll die Bevölkerung mit ins Boot genommen werden. Die Einwohner kennen ihre Stadt am besten. Sie sollten ihre wertvollen Einwände und Ideen einbringen. Der Titel des Kreativ-Workshops mit den Bürgern der Stadt im November lautete: „Wie wollen wir in Zukunft in unserer Stadt leben?“ Eine mögliche Antwort gibt das Entwurfsprojekt in Weismain unter Bezugnahme auf die von den Bürgern gestellten Aufgaben.

 

Von Roland Dietz

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