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Weismainer Kita-Kinder bauen ihren eigenen Hühnerstall

Weismainer Kita-Kinder bauen ihren eigenen Hühnerstall
Stolz sind die Kinder der Kita Kinderzeit auf ihren selbst gebauten Hühnerstall. Unter dem Stall finden die Tiere an heißen Tagen Schatten. Foto: Roland Dietz

Nicht zum ersten Mal wird die Weismainer Kita Kinderzeit mit einer Auszeichnung bedacht. Außergewöhnlich war das Projekt „Auf dem Hühnerhof“ aber, da es um lebendige Hühner ging. Beim Erraten von Tierstimmen kamen die Kinder auf die Idee, einen Hühnerstall zu bauen, um sich näher mit dem Federvieh zu beschäftigen. Für das gelungene Projekt wurden sie von der Bildungsinitiative „Technik – Zukunft in Bayern“ ausgezeichnet.

Weismainer Kita-Kinder bauen ihren eigenen Hühnerstall
Stolz sind die Kinder der Kita Kinderzeit und Leiterin Elfie Bienlein (li.) auf ihren selbst gebauten Hühnerstall Foto: Roland Dietz

„Es war ein Beispiel großartiger außerschulischer Bildungsarbeit“, sagte Ingrid Nolting, Projektbegleiterin des Bildungswerks. Ohne die Begeisterungsfähigkeit der Kinder wäre das Projekt nicht möglich gewesen. Aus bayernweit 23 eingereichten Projekten für die Bildungsinitiative „Es funktioniert“ wählte die Jury aus Pädagoginnen, Wirtschaftsvertretern und Bildungsexperten die Kita „Kinderzeit“ als Preisträger in Oberfranken aus. Die Juroren waren beeindruckt von den sensiblen Beobachtungen der Kinder und ihrer Pädagoginnen sowie der interessierten und pragmatischen Mithilfe der Eltern. Den Preis, der mit 1000 Euro dotiert ist, überreichte Patrick Püttner, Bezirksgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber bayme vbm am Dienstag bei einer kleinen Feierstunde. Er überreichte neben der Urkunde auch eine Plakette zum Aufhängen, die das besondere Engagement der Kita in der Bildung unterstreicht.

Wie ihr Hühnerstall-Projekt entstanden ist, erklärten die Kinder und Kita-Leiterin Elfi Bienlein. Viele Fragen gat es zu beantworten, bevor sie loslegen konnten. Um herauszubekommen, wie viel Platz Hühner brauchen und was fressen, wanderten sie nach Kaspauer, wo Tina Schneider zwei große Hühnermobile hat, damit sich ihre Vögel frei bewegen können. Außerdem beobachteten sie bei den Familien Dauer, Linke und Schreppel fHühner in ihrer natürlichen Umgebung. Vom Ei zum Küken verfolgten sie die Entwicklung mit. Nach dem Kauf eines Sachbuches wussten die Kinder auch, wie Küken ausgebrütet werden.

Die Kinder brüten zuerst Eier aus, dann ziehen sie die Küken auf

Sie besorgten einen Brutapparat und legten Eier hinein. Jeden Tag schauten sie, ob sich schon etwas regte. Groß war die Freude, als die ersten Küken eines Nachts schlüpften. Behutsam hielten die Kinder die flaumigen Wesen in den Händen und bestaunten die putzigen Tierchen. Auch die Kleinsten schauten immer wieder im Kasten mit der Wärmelampe nach, was die Küken gerade machten. Max hatte extra Stroh mitgebracht, damit sie weich liegen. „Es war erstaunlich, mit welcher Behutsamkeit die Kinder der verschiedenen Altersstufen mit den kleinen Küken umgingen“, lobte Elfie Bienlein ihre Schützlinge.

Weismainer Kita-Kinder bauen ihren eigenen Hühnerstall
Preisübergabe an die Kinder der Kita Kinderzeit in Weismainmit )v. li.) Bürgermeister Udo Dauer, Projektbegleiterin Ingrid Nolting, dem Geschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber bayme vbm in Oberfranken Patrick Püttner und Kita-Leiterin Elfie Bienlein. Foto: Roland Dietz

Alle halfen beim Bau eines Hühnerstalls, der im Garten der Kita aufgestellt wurde. Dank der guten Fütterung wuchsen die Küken rasch und konnten bald ins Gehege mit dem Hühnerstall gesetzt werden.

Die Kinder hatten sich die Arbeitsschritte dazu gemerkt und erzählten dies den Gästen anschaulich. Vier der Küken sind zu schönen Hühnern herangewachsen. „Nur der kleine Hahn musste weggegeben werden, weil er die Hühner immer pickt“, erzählt die kleine Sophia.

Weismainer Kita-Kinder bauen ihren eigenen Hühnerstall
Ist das flauschig: Ganz vorsichtig gingen die Kinder nach dem Schlüpfen mit den kleinen Küken um.

Auch Bürgermeister Udo Dauer freute sich über das gelungene Projekt der Kinder: „Es ist schön, wenn ihr den Respekt, den man vor allen Lebewesen haben soll, so erlernt. Nun warten die Kleinen darauf, dass ihre Hühner die ersten Eier legen.

„Kinder wollen entdecken, lernen und verstehen – das war bei diesem Projekt in hohem Maße möglich.“
Marianne Krug, Mitglied der Jury

„Kinder wollen entdecken, lernen und verstehen – das war bei diesem Projekt in hohem Maße möglich“, betonte Marianne Krug, pädagogische Beraterin in ihrer Laudatio. „Es war ein Beispiel großartiger außerschulischer Bildungsarbeit!“

 

Von Roland Dietz

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