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ALTENKUNSTADT

Modellprojekt: Das gute Gefühl, im Alter versorgt zu sein

Modellprojekt: Das gute Gefühl, im Alter versorgt zu sein
Eine Riesengaudi war das erste Altenkunstadter Rollator-Rennen. Da beide Mannschaften ihr Bestes gaben, erhielt jeder Teilnehmer am Ende ein Geschenk. Foto: Bernd Kleinert

„In der Heimat wohnen – ein Leben lang“ nennt sich ein Wohnmodell, das der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg und die Joseph-Stiftung entwickelt haben. Seit 2009 wird es auch in der Gemeinde Altenkunstadt mit großem Erfolg umgesetzt. So wurde in den vergangenen zehn Jahren nicht nur barrierefreier Wohnraum geschaffen. Dank ehrenamtlicher Unterstützung seitens der Bürger wurden auch viele gesellschaftlich-kulturelle Angebote für Menschen aller Altersgruppen ins Leben gerufen. Im Beisein vieler Gäste, darunter Vertreter von Kirche, Kommune, Wirtschaft und sozialen Einrichtungen, wurde das kleine Jubiläum würdig begangen.

Ein ökumenischer Gottesdienst im Friedrich-Baur-Seniorenzentrum bildete den Auftakt. „Was bedeutet für Sie Heimat“, fragten Pastoralreferentin Birgit Janson und Pfarrer Rudolf Ranzenberger bei einem Predigtgespräch. Die meisten der Befragten verbanden damit das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit sowie den Ort, wo liebe Menschen wohnen. „In dieser irdischen Heimat werden wir aber nicht immer bleiben können. Gott hat für jeden von uns eine Wohnung vorbereitet“, stellten die Geistlichen klar. Mit beeindruckenden Klängen sorgte der evangelische Posaunenchor Strössendorf unter Leitung von Pfarrer Rudolf Ranzenberger für die musikalische Ausgestaltung.

Geschäftsführer Thomas Geldner vom Caritasverband freute sich, auch die Kooperationspartner des Projekts „In der Heimat wohnen“ zu begrüßen: „Ohne ihre Unterstützung wäre dieser Dienst am Menschen nicht möglich“. Besonderer Dank galt Quartiersmanagerin Angela Lohmüller: „Wie kein Anderer setzt sie sich mit großem Engagement für die Projektarbeit ein. Man darf sagen, dass sie in den vergangenen zehn Jahren Altenkunstadt mitgeprägt hat“.

Spieletreffs, gemeinsames Kochen, Ausflüge und Gymnastik

Bürgermeister Robert Hümmer erinnerte an die erste Informationsveranstaltung 2009, bei der sich zahlreiche Bürger Gedanken darüber machten, was es bedeute, alt zu werden und wie der Lebensabend aussehen könne. „Die Gemeinde Altenkunstadt war die erste Kommune im Landkreis Lichtenfels, in der das Projekt 'In der Heimat wohnen? umgesetzt werden sollte“, betonte Hümmer.

Modellprojekt: Das gute Gefühl, im Alter versorgt zu sein
Mit festlicher Musik bereicherte der evangelische Posaunenchor Strössendorf unter Leitung von Pfarrer Rudolf Ranzenberger den Jubiläumsnachmittag. Foto: Bernd Kleinert

Seitdem sei für die älteren Bürger etwas sehr Wertvolles entstanden. Die Spielenachmittage, die die Projektgruppe „In der Heimat wohnen“ alle zwei Wochen anbietet, erfreuen sich großer Beliebtheit. Hümmer hatte deshalb als Geschenk ein seniorenfreundliches „Mensch-ärgere-dich-nicht“-Spiel im Großformat mitgebracht.

Begegnungsmöglichkeiten und Angebote für alle Senioren

„Caritasverband und Joseph-Stiftung haben das Wohnmodell 'In der Heimat wohnen – ein Leben lang? zwar entwickelt, aber schon bald haben wir gemerkt, dass bei der Umsetzung die Kommunen gebraucht werden“, sagte Helmar Fexer. Der Diözesan-Caritasdirektor freute sich, dass man nicht nur die Gemeinde Altenkunstadt ins Boot holen konnte, sondern auch die Friedrich-Baur-GmbH als Bauträger für den Neubau von Servicewohnungen und Stützpunkträumen. Anschaulich beschrieb er das Wohnmodell, das in der Erzdiözese Bamberg an 14 Standorten umgesetzt werde. Fexer dankte allen, die sich haupt- und ehrenamtlich in das Projekt einbringen.

„Wir sind eine gute Hausgemeinschaft und fühlen uns wohl. Vor allem aber ist man nie allein.“
Allmut Schuhmann, Seniorenbeauftragte

Heimleiterin Gabriele Händel lobte das gute Miteinander und die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Baur-Seniorenzentrum. „Seit fünfeinhalb Jahren lebe ich im 'In der Heimat wohnen?-Neubau. Wir sind eine gute Hausgemeinschaft und fühlen uns wohl.

Vor allem aber ist man nie allein“, versicherte Dritte Bürgermeisterin Allmut Schuhmann, die die Grüße der Mieter übermittelte. Die Seniorenbeauftragte der Gemeinde, die in der Projektgruppe aktiv ist, berichtete von regelmäßigen Angeboten wie Kochvormittagen, Spieletreffs, Ausflügen und Gymnastik: „Die sind jedoch nicht nur für uns Mieter gedacht. Alle Bürger können dabei mitmachen“. Mit einem Ständchen gratulierte der Strössendorfer Posaunenchor zum „runden Geburtstag“.

Quartiersmanagerin Angela Lohmüller informierte über die vier Komponenten, auf denen „In der Heimat wohnen“ basiert. Es zählten dazu die Bereitstellung modernen, barrierefreien Wohnraums in zentraler Lage sowie professionelle ambulante und hauswirtschaftliche Dienstleistungen, die Menschen das gute Gefühl gäben, jederzeit versorgt zu sein.

Modellprojekt: Das gute Gefühl, im Alter versorgt zu sein
Das seniorenfreundliche „Mensch-ärgere-dich-nicht“-Spiel im Großformat, das Bürgermeister Robert Hümmer (re.) namens der Gemeinde Quartiersmanagerin Angela Lohmüller überreichte, wird sicher seine Verwendung finden.

Im Rahmen einer „lebendigen Nachbarschaft“ seien Begegnungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für ein soziales Miteinander geschaffen worden. Wichtig sei auch der Aufbau eines Bürgernetzes. Erfreulich viele Frauen und Männer hätten sich bereiterklärt, ehrenamtlich in der Projektgruppe mitzuarbeiten. Für gemeinsame Aktionen hätten sich Netzwerkpartner gefunden.

Als Beispiel nannte Lohmüller die Generationen verbindenden Nachmittage mit dem Kids-Club der evangelischen Kirchengemeinde. Die Quartiersmanagerin dankte allen, die das Projekt unterstützen.

Beim Rollator-Rennen geht die Post ab

Sportlich ging es auf dem Außengelände des Seniorenzentrums weiter. Nach einigen Aufwärmübungen unter Leitung von Annegret Weinlein, die in der Projektgruppe für die Gymnastik zuständig ist, feierte das „Altenkunstadter Rollator-Rennen“ Premiere. „Die Idee für diesen Wettbewerb stammt aus den Niederlanden“, erläuterte Angela Lohmüller, die den Startschuss gab. Angefeuert von den Zuschauern, legten die beiden Mannschaften eine erstaunliche Schnelligkeit an den Tag. Die Damen des „Altenkuschter Bürgercafés“ sorgten für das leibliche Wohl.

Von Bernd Kleinert

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