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ALTENKUNSTADT

Drei Auswahlmöglichkeiten für Eltern in Altenkunstadt

Drei Auswahlmöglichkeiten für Eltern in Altenkunstadt
Hinter dieser Villa in der Altenkunstadter Theodor-Heuß-Straße baut das BRK sein „Haus des Kindes plus“ mit 24 Krippen-, 25 Kindergarten- und 40 Hortplätzen. Das Nebengebäude (li.) muss einer Zufahrt und Stellplätzen weichen. Foto: Stephan Stöckel

Das wird viele Eltern freuen: Altenkunstadt wird um eine Kinderbetreuungseinrichtung reicher. Zur Kathi-Baur- und der Kreuzberg-Kita, die beide vom Heilpädagogischen Zentrum der Caritas in Lichtenfels betrieben werden, gesellt sich das „Haus des Kindes plus“, das der BRK-Kreisverband in der Theodor-Heuß-Straße bauen will.

Der Gemeinderat Altenkunstadt hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres einen Grundsatzbeschluss gefasst. Am Dienstagabend wurde das vom Lichtenfelser Architekten Gerd-Peter Lauer vorgestellte Konzept für die rund drei Millionen Euro teure Baumaßnahme vom Gremium einstimmig abgesegnet. In Betrieb gehen soll die Einrichtung 2021. „Eltern haben zukünftig drei Auswahlmöglichkeiten. Das sorgt auch für eine Erreichbarkeit auf kurzem Wege“, sprach Melita Braun allen aus der Seele.

Das Erdgeschoss beherbergt eine Kinderkrippe mit 24 Plätzen und eine Kindertagesstätte für 25 Jungen und Mädchen, das Obergeschoss einen Hort für 40 Kinder im Grundschulalter, die dort unter pädagogischer Aufsicht ihre Hausaufgaben erledigen. In einem Werkraum des Hortes können die Kinder sich handwerklich und kreativ austoben, Rückzugs- und Ruhebereiche sorgen für Entspannung, ein Aufzug für Barrierefreiheit.

Für den Kindergarten ist ein Gruppenraum vorgesehen, für die Krippe zwei. Jedem der beiden Krippenräume ist ein WC sowie ein Wickelraum zugeordnet. „Über einen gemeinsamen Windfang mit Schmutzschleuse ist die Außenspielfläche zu erreichen“, sagte Lauer. Der Experte wies darauf hin, dass Mehrzweck- und Speiseraum räumlich teilbar, aber auch als großer Veranstaltungsraum nutzbar seien.

Zusätzliche fachliche Anforderungen bedeuten größere Räume

Im vergangenen Jahr hatte man die Kosten noch auf 2,75 Millionen Euro geschätzt. Inzwischen musste die Summe um zehn Prozent nach oben korrigiert werden. Der Freistaat hatte sein Summenraumprogramm für Kinderbetreuungseinrichtungen verändert, was zu zusätzlichen fachlichen Anforderungen führte. „Dadurch erhöhte sich die Bruttogeschossfläche um zwölf Prozent auf 1121 Quadratmeter, was zu dem Kostenanstieg führte“, erläuterte Kreisgeschäftsführer Thomas Petrak vom BRK.

„Eltern haben zukünftig drei Auswahlmöglichkeiten. Das sorgt auch für eine Erreichbarkeit auf kurzem Wege.“
Melita Braun, CSU-Gemeinderätin

Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) bemerkte mit Verweis auf die derzeitige Kostenentwicklung am Bau, dass der gemeindliche Anteil, der derzeit bei 605 000 Euro liegt, sehr schnell auf eine Million steigen könne. Lauer stimmte dem Gemeinderat in seiner Einschätzung zu, betonte aber zugleich, dass man bestrebt sei, dass die finanziellen Aufwendungen nicht davongaloppierten. 400 000 Euro entfallen laut Petrak auf das BRK. Den Löwenanteil von rund zwei Millionen Euro übernimmt der Freistaat, was einem Förderanteil von 67 Prozent entspricht.

Bedacht auf Wirtschaftlichkeit und höchstmögliche Transparenz

Winkler hatte auch auf ein mögliches Betriebskostendefizit hingewiesen. Petrak versicherte, dass man auf Wirtschaftlichkeit und höchstmögliche Transparenz bedacht sei. Sollte es zu Überschüssen kommen, werde man diese für schlechtere Zeiten zurücklegen. Der Kreisgeschäftsführer verdeutlichte aber auch, dass die Kinderbetreuung eine Pflichtaufgabe jeder Kommune sei. „Wir werden keine größeren Defizite zahlen“, betonte er.

Drei Auswahlmöglichkeiten für Eltern in Altenkunstadt
So soll das "Haus des Kindes plus" einmal aussehen. Es fallen die vielen Fenster auf. Man möchte mit der natürlichen Belichtung spielen und weitgehend ohne künstliches Licht auszukommen. Foto: Skizze: Lauer und Lebok Architekten Part GmbH

Als Standort wurde ein Gartengrundstück in der Thedor-Heuß-Straße auserkoren, dass die Friedrich-Baur-GmbH an das BRK veräußern will. Es befindet sich hinter der schmucken Villa, in der einst die Friedrich-Baur-Stiftung residierte und heute das IT-Unternehmen OSP seinen Sitz hat. Der alte Baumbestand soll den Worten Petraks zufolge teilweise erhalten bleiben. Lauer könnte sich vorstellen, das Dach zu begrünen, was die von Georg Deuerling aufgeworfene Frage nach Ausgleichsflächen obsolet machen würde. „Das ist eine Aufwertung der Thedor-Heuß-Straße“, frohlockte Walter Limmer von der Jungen Wähler Union (JWU).

Der Hort in der Grundschule platzt aus allen Nähten

Der Hort in der Grundschule platzt derzeit aus allen Nähten. Für die Zeit bis zur Eröffnung des neuen Hortes im „Haus des Kindes plus“, gibt es eine Übergangslösung. Im Altenkunstadter Jugendzentrum Pins, das vom BRK betrieben wird, werden ab dem kommenden Schuljahr 15 Hortplätze eingerichtet. „Anmeldungen nehmen das BRK und die Gemeinde entgegen“, informierte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) die Öffentlichkeit.

Von Stephan Stöckel

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