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PFAFFENDORF

Grasköpfe, Erbsenklatschen und Klöße beim Brunnenfest

Grasköpfe, Erbsenklatschen und Klöße beim Brunnenfest
Wer auf der Erbsen-Klatsch-Bahn erfolgreich sein wollte, brauchte gutes Reaktionsvermögen und ein zielsicheres Auge. Foto: Bernd Kleinert

Wenn der Obst- und Gartenbauverein Pfaffendorf zu seinem Brunnenfest einlädt, ist man im Vorstandsteam auf alles gefasst. Mehr als einmal hat Petrus den Veranstaltern mit Regen, Wind und kühlen Temperaturen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im vergangenen Jahr musste das Fest sogar wegen eines Unwetters abgebrochen werden. Bei der 23. Ausgabe des beliebten Familienspektakels zeigte sich das Wetter aber von seiner schönsten Seite. Dementsprechend groß war die Resonanz.

Mehrere hundert Besucher aus dem ganzen Obermaintal fanden sich in der gastlichen Ortschaft am Fuß des Kordigasts ein und verbrachten bei einem bunten Programm vergnügliche Stunden. Die meisten kamen zu Fuß oder mit dem Fahrrad; Autofahrer waren klar in der Minderzahl. Mit dem Rucksack auf dem Rücken pilgerten Wandergruppen in das 145-Seelen-Dorf.

Der Ursprung des Fests reicht 33 Jahre zurück. Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins restaurierten im Sommer 1986 den vom Verfall bedrohten Dorfbrunnen und machten ihn zu einem Schmuckstück der Ortschaft. Das neue Führungsteam um Vorsitzende Melanie Will, das seit zwei Monaten im Amt ist, hatte das fröhliche Treiben hervorragend organisiert. Das Ortszentrum mit dem Gemeinschaftshaus „Die Scheune“ und dem Dorfbrunnen präsentierte sich als großer Festplatz mit Unterhaltungsangeboten für Jung und Alt.

Fleißige Helferinnen kochen Rindfleisch und mehrere hundert Klöße

Bereits beim Bieranstich am Vormittag herrschte reges Treiben. Vorsitzende Melanie Will dankte den vielen Helfern und Spendern, ohne deren Unterstützung das Fest nicht möglich wäre. In der Küche des Gemeinschaftshauses leisteten Frauen Schwerstarbeit und das nicht nur zur Mittagszeit, als es dort verführerisch nach Rindfleisch mit Kren duftete. Mehrere hundert Klöße wanderten in große Kochtöpfe und wenig später in die Mägen hungriger Besucher. Begehrt waren ebenso Steaks, Bratwürste, fränkische Brotzeiten und die von Frauen des Dorfes gebackenen Kuchen und Torten.

Auch die jungen Besucher kamen auf ihre Kosten. „Über Langeweile kann sich wirklich niemand beklagen“, stellte Manuela Schardt fest. Die Leiterin der Gartenbau-Jugendgruppe „Grüne Wichtel“ hatte mit ihren Helfern ein tolles Unterhaltungsprogramm auf die Beine gestellt.

Reaktionsvermögen und ein gutes Auge gefragt

Die Kids versuchten sich im Balancieren und gestalteten Grasköpfe. „Dazu werden Nylon-Kniestrümpfe mit Grassamen gefüllt und dann mit Augen, Mund, Ohren und Nase ausgestattet. Nach etwa vier Tagen geht der Samen auf, sodass der Kopf nun auch Haare hat“, erläuterte Schardt.

In der Schminkecke verpassten Helferinnen den Kindern eine abenteuerlich-bunte Gesichtsbemalung. Manche Eltern erkannten ihre Sprösslinge nicht wieder.

Als Attraktion erwies sich die von Otto Schardt gebaute Erbsen-Klatsch-Bahn. Wer hier erfolgreich sein wollte, musste über ein gutes Reaktionsvermögen und ein zielsicheres Auge verfügen. In gemütlicher Runde klang das Brunnenfest am Abend aus.

Von Bernd Kleinert

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