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WEISMAIN

Studierende entwickeln Weismainer Innenstadt

Studierende entwickeln Weismainer Innenstadt
Besprachen das beginnende ISEK-Projekt in Weismainer: (v. re.) MdB Emmi Zeulner, Designerin Patricia Yasmine Graf, Bürgermeister Udo Dauer und Stadtplanerin Livia Maria Andreas (li.). Foto: Roland Dietz

Bereits im vergangenen Jahr hatte Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner den Kontakt zu Professor Florian Nagler hergestellt, der an der Technischen Universität München den Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren innehat. Während eines Stadtrundgangs entstand die Idee, dass sich Studierende im Rahmen eines Projekts Gedanken über die Entwicklung und Zukunft der Stadt Weismain machen könnten.

Im April 2019 startete an der TU München das Projekt „Stadtbaustein Weismain“. Es handelt sich um ein Projekt, welche Möglichkeiten die Weismainer Innenstadt in Zukunft zu bieten hat. Und es hat schnell Aufsehen dort erlangt. Von über 60 möglichen Projekten war Weismain am beliebtesten.

Für eine entsprechende Studie hatten sich 32 Studierende für das Jurastädtchen entschieden. Die jungen Frauen und Männer waren am Donnerstag mit Martin Baur nach Weismain gekommen. Letzterer ist als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren von Professor Nagler tätig. Die Studierenden sollen sich Gedanken für ein Entwicklungskonzept machen, das sich schwerpunktmäßig auf das Areal der ehemaligen Brauerei Obendorfer und des angrenzenden Kolpinghauses mit Pfarrzentrum bezieht.

Zur Vorbereitung des Projekts hatte bereits Ende November 2018 im Kastenhof ein Workshop mit Bürgerbeteiligung stattgefunden, in dem Ideen rund um das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) aufgefrischt und neue Wünsche thematisiert wurden. Das Ergebnis des inspirierenden Abends mit vielen Impulsen aus der Bevölkerung war die Möglichkeit, auf eine Aufwertung der Weismainer Innenstadt hinzuarbeiten, die die kulturelle Vielfalt widerspiegelten.

Kultur, Gastronomie, Belebung der Umgebung, Leerstände, Einzelhandel, Soziales und Begegnung waren die Überbegriffe für die einzelnen Ideen. Der Impulsvortrag durch Diplom-Designerin Patricia Yasmine Graf (Designmetropole Aachen) stellte aus deren eignen Erfahrung heraus, was möglich ist.

Sensible Architektur

Zusammen mit Erstem Bürgermeister Udo Dauer, Bundestagsabgeordneter Emmi Zeulner, Stadtplanerin Livia Maria Andreas konnte sie nun für die Weiterführung des Projektes die Studentendelegation aus München begrüßen. Emmi Zeulner betonte, dass Weismain ein kleiner Ort mit einer sehr sensiblen alten Architektur sei, welche mit ihrer Geschichte eine besondere historische Atmosphäre an den Tag lege. Diese sollte nach Möglichkeit erhalten und verbessert werden.

Bürgermeister Dauer freute sich, dass es eine Chance gibt, das eingeleitete ISEK-Projekt weiter zu führen. Er machte keinen Hehl daraus, dass es für die Stadt finanziell sehr schwierig geworden sei, tätig zu werden. Aber auch für das Kolpinghaus, welches immer noch von vielen Vereinen kulturell genutzt wird, ist die Unterhaltung durch die Pfarrei Weismain schwierig geworden. Mit der alten leer stehenden Brauerei sehe es nicht anders aus. Die Ergebnisse will Dauer bei einer Bürgerversammlung im Juli bekannt gegeben.

Zu einer Weiterentwicklung der Situation führte Stadtplanerin Livia Maria Andreas (Bayreuth) aus, dass es wichtig sei, bei derartigen Projekten den Menschen mit seinen Bedürfnissen zu sehen. „Wie wollen wir in Zukunft in unserer Stadt leben“, laute die Frage, die sich alle Beteiligten stellen müssen. Ziel müsse es sein, politisch wichtige Projekte auch für den Menschen lebbar zu machen.

Rundgang mit Andrea Göldner

In einer kurzen Stadtführung mit Kreisheimatpflegerin Andrea Göldner wurde den Gästen aus München die Weismainer Innenstadt gezeigt. Patricia Yasmine Graf stellte den Studenten nochmals die bereits entstandenen Überlegungen vor. Sie forderte die Studenten dazu auf, ihren Blick und Aufmerksamkeit auf Marktplatz, Stadtmauer, Fuchs-Areal mit Kastenhof, Stadtturm, Stadthalle sowie Kolpinghaus mit Brauerei Obendorfer zu lenken. Die direkte Lage am Stadtgraben biete vielfältige Möglichkeiten, die zugehörigen Freiräume mit dem Grün-Raum des Stadtgrabens zu verweben. Auch eine Vernetzung mit den Arealen Kastenhof und Fuchsbräu wäre wünschenswert.

Von Roland Dietz

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