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Weismainer Blasmusik setzt „Fluch der Karibik“ in Szene

Weismainer Blasmusik setzt „Fluch der Karibik“ in Szene
Könnerinnen an der Querflöte sind Elisabeth Nothum und Radmila Hensler. Mit ihrem Solo beeindruckten sie beim Frühlingskonzert der Weismainer Blasmusik.

„Hoffentlich geht alles gut“, meinte Marion Müller-Eitzenberger, die die Dirigentin der Weismainer Blasmusik, vor Beginn des Frühlingskonzerts das sie erstmals allein dirigierte. Doch die Sorgen waren unbegründet, hatte sie doch ihre 32 Musiker optimal auf die knapp zwei Stunden Musizieren auf hohem Niveau vorbereitet. Besonders, dass die Nachwuchsmusiker aus der kleinen Jugendkapelle mit den arrivierten Kräften zusammen musizierten, erwies sich als Glücksgriff. Die machten ihre Sache hervorragend, was auch die Zugabenwünsche des begeisterten Publikums am Ende des Konzertes unterstrichen.

„Euer Hobby ist eine der schönsten Nebensachen der Welt.“
Horst Sünkel, NBMB-Kreisvorsitzender

Bereits mit dem ersten Stück, der Generationsfanfare von Otto M. Schwarz, gestalteten die Musiker einen stimmungsvollen Auftakt. Eine getragene Einleitung mit wohl temperierten Trompeten und sehr gut ausgespielten Melodiebögen waren der Komposition sehr angemessen. Wohlklingende Hörner und Posaunen führten zu einem schönen Forte im Finale. Geschäftsführender Vorsitzender Norbert Müller freute sich über die vielen Besucher im Kolpingshaus. Durch das Programm führte mit vielen Informationen zu den Kompositionen die 2. Vorsitzende Bianka Bähr. Mit dem faszinierenden Werk „Medusa“ stellten die Musiker die Geschichte einer Göttin der griechischen Mythologie in einem farbigen Bildepos dar. Bei den moderne Klängen und Rhythmen mit einer groovigen Tuba (Jörg Daschner) im Background waren alle Register solistisch in die Komposition von Robert Finn eingebunden. Im harmonischen Zusammenwirken der Musiker entstand ein Werk, das wie eine gewaltige Filmmusik wirkte.

Bei der Hexen-Polka und „ABBA“-Hits geht die Post ab

Danach kamen die Liebhaber der volkstümlichen Blasmusik auf ihre Kosten. Mit schönen Melodien der Flügel- und Tenorhörner gestalteten die Musiker das Stück „Zärtlichkeiten“ von Franz Watz. Flotter kam da schon die Polka „Die Hexe“ aus dem Repertoire vom unvergessenen Ernst Mosch daher. Beim Welthit „SOS“ der schwedischen Popgruppe „ABBA“ im Big-Band-Stil der 1970-er Jahre war den Akteuren ihre Spielfreude anzumerken. Ein Schmankerl war die „Steegerpolka“, die Dirigentin Marion Müller-Eitzenberger sicherlich in Kleinarbeit ein geprobt hatte. Im markanten Spielstil von Wilfried Rösch und seinen Böhmischen Freunden zelebrierte die Kapelle mit extremer Dynamik- Tempi- und Stilveränderungen die Polka regelrecht.

Ein weiteres Highlight boten sie mit der Filmmusik zu „Fluch der Karibik“. Mit Piratenhüten kündigten die jungen Musiker dieses Kinoepos an. Mit fulminanten mystischen Klängen, untermalt vom Paukenspiel zogen die Szenen des Abenteuerfilms an den Augen des Publikums vorüber. Piratenkapitän Jack Sparrow, das Schiff Black Pearl und die Piratencrew wurden in der Musik gegenwärtig. Ihren ersten Test als Solistinnen bestanden bei dem gefälligen Marsch „Blond and swedish“ die talentierten jungen Flötistinnen Elisabeth Nothum und Radmila Hensler, die gekonnt ihren Part einfügten. Mit sehr viel Gefühl, aber dennoch ruhig und klangvoll bot die Kapelle die Ballade der englischen Popsängerin Adele „Someone like you“ in einer tollen Blasmusik-Version dar. Anmutig und mit weichem Klang beeindruckte Klaus Eitzenberger mit einem Flügelhorn-Solo. Ein schönes Geschenk machten die Musiker allen Damen im Saal mit dem Walzer „Rosen schenk ich dir“ und dem glänzend aufgelegten Tubisten Jörg Daschner.

Eine Reminiszenz an Ernst Mosch und böhmische Knödel war die alte Polka und Liebeserklärung „Kannst du Knödel kochen?“. Die vielen älteren Musikern unter den Besuchern sangen den Refrain begeistert mit. Dies war dann beim „Frankenliedmarsch“ nicht anders. Nochmals zurücklehnen und genießen hieß es bei Leonhards Cohens „Halleluja“, das auch die gute Intonation der Musiker nochmals unterstrich.

Kreisvorsitzender Horst Sünkel dankte im Namen aller Gäste der Weismainer Blasmusik für das schöne zweistündige Konzert. „Euer Hobby ist eine der schönsten Nebensachen der Welt“, lobte er die Kapelle. Mit der Blasmusikhymne „Wir Musikanten“ verabschiedete sich dann die Kapelle mit großem Applaus.

 

Weismainer Blasmusik setzt „Fluch der Karibik“ in Szene
Mit Klangfülle gefiel die Kapelle der Weismainer Blasmusik beim Frühlingskonzert. Foto: Roland Dietz
Weismainer Blasmusik setzt „Fluch der Karibik“ in Szene
Mit Klangfülle gefielen die Trompeter und Flügelhorn-Spieler der Kapelle der Weismainer Blasmusik. Foto: Roland Dietz

Von Roland Dietz

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