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BURGKUNSTADT

Musikalische Einstimmung auf Ostern in der Christuskirche

Musikalische Einstimmung auf Ostern in der Christuskirche
Mit beeindruckenden Kompositionen und schönen Stimmen begeisterte das Ensemble „Vocalisto“ beim Passionskonzert in der Christuskirche. Foto: Bernd Kleinert

„Die fünf Sängerinnen und Sänger sind einander verbunden durch ihre von Kindheit an gepflegte Liebe zum Gesang und ihrem Willen, ihrem Publikum die Musik mit aussagekräftigen Interpretationen näher zu bringen“, heißt es auf den Flyern, die in der Burgkunstadter Christuskirche ausliegen. Keine leeren Worte, wie die vielen Besucher des Passionskonzerts im evangelischen Gotteshaus schnell merken. Unter dem Motto „Deine Liebe siegt!“ präsentiert das Ensemble Vocalisto 70 Minuten lang Werke zum Zuhören, Genießen und Nachdenken.

„Diese musikalische Stunde mit Stücken bekannter, aber auch uns unbekannter Komponisten will den Blick schärfen für den Leidensweg Jesu. Sie lässt uns aber auch einen Blick voraus werfen auf das Ostergeschehen“, erklärt Pfarrer Heinz Geyer.

Singend betreten die Künstler das Kirchenschiff

Wie aus weiter Ferne erklingt das Lied „Chi ci separerá“ von Marco Frisina. Der Gesang wird lauter. Drei Frauen und zwei Männer betreten das Kirchenschiff, ziehen singend am Publikum vorbei und positionieren sich vor dem Altar. Ein emotionaler Auftakt, der unter die Haut geht.

„Das war wunderschön.“
Eine Zuhörerin

Eine „stille Stunde“ hat Pfarrer Geyer den Zuhörern versprochen, doch langweilig wird diese zu keiner Minute. Marion Schmid (Sopran), Barbara Baumann (Mezzosopran), Ulrike Hahn (Alt), Hubertus Baumann (Tenor/Bariton) und Ulrich Förster (Bass) begeistern mit professioneller Virtuosität und einem atemberaubenden Klangvolumen, das das große Gotteshaus ausfüllt.

Meisterhaft interpretieren die aus dem Raum Kulmbach/Bayreuth stammenden Künstler Moritz Hauptmanns Werk „Christe, du Lamm Gottes“ und Johannes Brahms Komposition „Es ist ein Schnitter, heißt der Tod“. Auf dem 23. Psalm basiert das Stück „Der Herr ist mein Hirt“ aus der Feder von Bernhard Klein. Zu den großartigsten Werken des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály zählt „Jesus und die Krämer“. Es erzählt, wie Jesus Händler und Geldwechsler aus dem Tempel vertreibt und damit praktisch sein Todesurteil unterschreibt.

Für gesangliche Farbtupfer sorgt das Ensemble mit den englischen Songs „Let us break bread together“ und „Calvary“. Danach drehen sich die Interpreten um, blicken auf das kunstvolle Kreuz hinter dem Altar der Kirche und singen Friedrich Silchers „Schau hin nach Golgatha“. Denn dort stirbt der Erlöser der Welt. „Mein Gott, mein Gott! Warum hast du mich verlassen?“ Die Worte, die Jesus am Kreuz sprach, liegen dem Werk „Eli, Eli!“ von Georgius Bárdos zugrunde. Einem wahren Ohrenschmaus kommen Andreas Hammerschmidts „Zion spricht: Der Herr hat mich verlassen“ und das Chorwerk „Herr, auf dich traue ich“ von Heinrich Schütz gleich. „Wo Güte ist und Liebe, da ist Gott. Christi Liebe hat uns geeint“, lautet die Botschaft des lateinischen Stücks „Ubi caritas“ von Rihards Dubra,

Dass Singen und Klingen den ganzen Reichtum der Musik ausmachen, bringt Vocalisto durch mehrere Instrumentalbeiträge zum Ausdruck. Faszinierend das „Largo“ von Hugo Becker, glanzvoll interpretiert von Barbara Baumann (Violoncello) und Hubertus Baumann an der Orgel. Von Maria, die weinend vor ihrem gekreuzigten Sohn steht, erzählt das lateinische, von Giovanni B. Pergolesi komponierte „Stabat mater dolorosa“ für Sopran, Alt, Basso Continuo und Orgel. Felix Mendelssohn-Bartholdys „Trauergesang“ rundet den musikalischen Reigen ab.

Mit lang anhaltendem Beifall bedankt sich das Publikum für die großartigen Darbietungen. Das Passionskonzert endet so, wie es begonnen hat, nur in umgekehrter Richtung. Die Mitglieder von Vocalisto stimmen erneut „Chi ci separerá“ an und verlassen langsam das Gotteshaus. Ihre Stimmen werden leiser, scheinen sich in der Ferne zu verlieren. „Das war wunderschön“, meint eine Zuhörerin und spricht damit vermutlich den meisten Besuchern aus dem Herzen.

Von Bernd Kleinert

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