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BURGKUNSTADT / GERETSRIED

105. Geburtstag: Marie Büttner als Schuhfabrikantin eine gute Arbeitgeberin

105. Geburtstag: Marie Büttner als Schuhfabrikantin eine gute Arbeitgeberin
Bei bester Gesundheit vollendete die Burgkunstadterin Marie Büttner (Mitte) ihren 105. Geburtstag. Zu den Gratulanten zählten neben vielen Enkeln und Urenkelkindern (v. li.) auch Schwiegertochter Renate Büttner, Neffe Otto Schuhmann, MdL a.D., Sohn Walter Büttner (seit 47 Jahren SPD-Stadtrat in Geretsried) und Susann Biedefeld, MdL a.D. Foto: red

Im Kreise vieler Gratulanten feierte Marie Büttner ihren 105. Geburtstag. Am 20. Januar 1914 wurde Marie Büttner in Lichtenfels geboren und verbrachte dort ihre Kindheit. Als Jugendliche absolvierte sie eine kaufmännische Ausbildung und leitete gemeinsam mit ihrem Mann und dessen Bruder die Schuhfabrik Jakob Büttner & Co. in Burgkunstadt. Im Alter von 90 Jahren entschied sie sich schweren Herzens, Burgkunstadt und damit ihr geliebtes Frankenland zu verlassen und zu ihrem Sohn Walter nach Geretsried zu ziehen.

Ihr anderer Sohn Wolfgang ist, wie ihr Mann, zwischenzeitlich verstorben. Der „oberfränkische Teil“ der Verwandtschaft ließ es sich nicht nehmen, um mit ihr diesen außergewöhnlichen Geburtstag in Geretsried zu feiern.

Bis 101 im eigenen Haushalt

Bis zu ihrem 101. Geburtstag versorgte sich Marie Büttner in Geretsried in ihrer Wohnung selbst, bevor sie ins Altenheim umzog. Dort führt die ehemalige Burgkunstadterin nach wie vor ein recht selbstständiges Leben. Keine Hilfe braucht sie beim Waschen und Anziehen und zeigt sich am politischen Geschehen ihrer neuen Heimat interessiert. Marie Büttner geht gerne alleine spazieren und macht von den Angeboten des Altenheimes, wie den Vorlesenachmittagen, den Singstunden oder der Gymnastik regen Gebrauch.

Letztere könnte nach Auffassung der Seniorin durchaus noch etwas anspruchsvoller sein. „Aber es sind halt viele ältere Leute dabei, die sich mit den Übungen schwertun“, räumt sie ein.

Auch wenn zwischenzeitlich ihr Seh- und Hörvermögen eingeschränkt sind und das Kurzzeitgedächtnis sie ab und zu im Stich lässt, fehlt der Seniorin sonst nichts weiter. „An manchen Tagen muss ich einfach einsehen, dass ich die Welt nicht mehr einreißen kann.“ Von ihrem Sohn Walter wird Marie Büttner regelmäßig zur Pfarrei „Heilige Familie“ gebracht. Dort nimmt sie am „Lustigen Kreis“ teil. Nach wie vor spielt sie gerne Karten, insbesondere Schafskopf.

Sehnsucht nach Burgkunstadt

Den Geburtstag und das Familientreffen nutzte Marie Büttner, um sich zu erkundigen, was es Neues in Burgkunstadt und Umgebung gibt, ob es den einen oder die andere in ihrer alten Heimat überhaupt noch gibt und was sich in Burgkunstadt verändert hat. Beim Abschied der Geburtstagsgesellschaft sagte die Jubilarin zu ihrem Neffen Otto Schuhmann: „Ich habe ganz große Sehnsucht nach Franken und nach Burgkunstadt. Die Menschen hier sind halt doch ganz anders als die aus meiner alten Heimat.“

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