aktualisiert:

NEUDORF

Konzert in Neudorf: Eine besinnliche musikalische Reise

Die Musikgruppe "Fränkischer Wind" beim „Singen unter dem Weihnachtsbaum“ in Neudorf. Foto: Roland Dietz

Manchmal sind es die schönen Kleinigkeiten, die den Menschen besonders gefallen. So begeisterte „Singen unterm Weihnachtsbaum“ am Sonntagnachmittag in in Neudorf zahlreiche Besucher.

Wie eine Krone leuchtet die Kirche Sankt Clemens oberhalb des 120-SeelenDorfs Neudorf Immer wieder finden dort Konzerte und musikalische Darbietungen statt, die Kirchenpfleger Andreas Pfister glänzend organisiert. Die Konzerte erfreuen sich eines schönen Besucherzuspruchs. Weihnachten nochmals Revue passieren lassen und zur Ruhe kommen, lautete die Botschaft des „Singens unterm Weihnachtsbaum“. So war die kleine Kirche gut gefüllt, als das Ensemble „Fränkischer Wind“ mit Edwin Jungkunz, Valentina Backert, Maria Winkler, Ingrid Zapf, Roland Schöps, Dieter Weberpals und Ludwig Winkler als Sprecher auftrat.

Gemeinschaftserlebnis statt Stress

„Schade, dass die schöne Weihnachtszeit ihrem Ende entgegengeht“, meinte Winkler. Bei manchen, bei denen es nicht so schön gewesen sei, heiße es „Gottseidank ist Weihnachten vorbei“. Jeder sollte sich überlegen, warum er sich so unter Druck setzt: „Wenn man sich nicht so viel vornimmt, wird der Stress auch nicht so groß.“ Besser sei es dagegen, zusammen zu kommen, Ruhe und Musik zu genießen. Dazu passte der weihnachtliche Schmuck des Gotteshauses.

Nach dem gekonnten Orgelspiel von Raimund Hümmer ging es ruhig und besinnlich weiter. Mit Marienliedern aus Kärnten und Franken brachten die Akteure des „Fränkischen Winds“ sehr fein nuancierten mehrstimmigen Gesang zu Gehör. Die meist volkstümlich anmutenden Liedern, wie „Nun fanget an zu singen“ aus Kärnten, dem fränkischen „Lasst uns das Kindlein grüßen“ oder „Erstaunet oh Himmel“ vermittelten den Zuhörern eine wunderschöne Weihnachtsstimmung.

Auch das Publikum wurde mit einbezogen und durfte selbst mitsingen. Von Raimund Hümmer an der Orgel begleitet bildeten die Lieder „Zu Bethlehem geboren“, „Es ist ein Ros entsprungen“ „Nun freut euch ihr Christen“ und der Weihnachtklassiker „Oh du fröhliche“ schöne Farbtupfer.

Eindrucksvolle „Brieger Christnacht“

Der Höhepunkt des Nachmittags war die teils gesungene, teils gelesene Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2 von Max Drischner. Neben dem musikalischen Reiz der Komposition ist auch die Historie der „Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2“ sehr interessant. Mit dieser ganz besonderen „Brieger Christnacht von 1944 – mit Liedern aus der Grafschaft Glatz“ verabschiedeten sich der schlesische Komponist und Kantor Max Drischner und die Gemeinde Brieg von dem Leben, wie sie es bisher kannten. Die Front vor Augen und wenige Wochen vor der kriegsbedingten Zerstörung des Brieger Doms Sankt Nikolai am 4. und 5. Februar 1945 hörten im Dezember 1944 in drei Aufführungen noch rund 6000 Menschen die Komposition von Max Drischner.

„Ich lag und schlief“, „Was damals geschah“ und das russische Wiegenlied „Lauschet der Stille“ waren weitere in ihrer andächtigen Harmonie eindrucksolle Chorsätze. Den Akteure war es damit gelungen, die Besucher auf eine besinnliche Reise mitzunehmen. Ein moderner Ohrwurm war dann noch das Weihnachtslied „Happy X-Mas“ von John Lennon zum Abschluss. Der lang anhaltende Beifall der Zuhörer zeigte, dass diese besinnliche Form des Singens und des Musizierens eine Bereicherung auch zum Ausklang der Weihnachtszeit ist.

Von Roland Dietz

Weitere Artikel