WEISMAIN

Musikerlebnis: Schüler spielen den „Weismain-Blues“

Musikerlebnis: Schüler spielen den „Weismain-Blues“
Großes Orchester: „I feel good“ spielten die Weismainer Schüler und Lehrer zusammen mit den Musikern ...

Eine mitreißende Form von Musikunterricht erlebten die Schüler der Abt-Knauer-Grundschule in Weismain jetzt. So erlebten sie nicht nur ein unterhaltsames Konzert des renommierten Blechbläserensembles „Rekkenze Brass“, sondern erfuhren dabei auch, was man mit Musikinstrumenten alles machen kann.

„3Klang – Musik für Körper, Geist und Seele“ heißt das Projekt der fünf professionellen Musiker. Ungläubig schauten Kinder und Lehrer in der Grundschulturnhalle, als die Musiker langsamen Schrittes zu Blues-Rhythmen in die Turnhalle einmarschierten. Ein Tempowechsel und schon war klangen die Musiker wieder ganz anders. Schon mit der humorvollen Vorstellung der Instrumente zogen die Kinder in ihren Bann. „Wie hören sich die einzelnen Instrumente an?“, fragten die Musiker. „Wie bei einer Oper“, meinten sie, als Hornist Sebastian Krügel ein paar Takte aus Dvoraks 9. Symphonie zum Besten gab.

Die Trompete quakt wie ein Frosch

Mit abrupt abgehackten Tönen ihrer Posaune hatte Elisabeth Nußrainer den Trompeter Benjamin Sebald zum Stolpern gebracht, was für Heiterkeit sorgte. Als Rainer Streit auf seiner Tuba „Smoke on the Water“ in Basstönen interpretierte, klatschten alle begeistert mit. „Ich habe das dickste und das schönste Instrument“ erklärte Streit den Kindern.

Mit den ausgelegten Tülltüchern durften die Kinder von ihren Plätzen aus Dirigent spielen. Bei Johannes Brahms Ungarischem Tanz Nr. 5 sollten sie – je nach Tempo – langsam oder schnell mit den Tüchern winken. Und rasch hatten sie sich in den Rhythmus eingefühlt. Bei Raten der „Jugendlieder“ lernten sie, dass eine Verbindung von mehreren Liedern zu einem Stück „Medley“ genannt wird. Und sofort erkannten sie die Titelmusik aus den Filmen „Pipi Langstrumpf“, „Der Rosarothe Panther“ und „Fluch der Karibik“.

Etwas schwieriger war schon, die die Instrumente von der Klangtiefe er zu sortieren. Aber nach zwei Anläufen hatte Luke es geschafft. Auch seltene Instrumente hatten die fünf Musiker mitgebracht, etwa eine Hornschnecke, die früher auf Schiffen verwendet wurde, oder das dumpfe Didgeridoo der australischen Aborigines. Begeistert klatschten die Schüler bei Rainer Streits Adaption aus der Augsburger Puppenkiste, dem „Lummerlandlied“. Mit ihrem kurz zuvor gelernten Klatschspiel und den Grimassen von Benjamin Sebald machte alle begeistert mit und die ersten Rufe nach Zugaben wurden laut. Streit präsentierte sich auch als Akrobat mit der Posaune. Mit einer grünfarbigen Posaune schaffte er es, die „Frosch-Polka“ mit Quak-Tönen zu bereichern.

Als Posaunenschüler wusste Felix natürlich, dass alle Blechinstrumente ein Mundstück haben. Fast alle haben Ventile nur die Posaune hat einen Zug mit dem man den Ton verändern kann. Sieben Züge gibt es und beim letzten muss Musikerin Elisabeth Nußrainer weit den Arm strecken.

Kurzerhand formierte Benjamin Sebald mit seinem Musikkollegen, zwei Lehrern und sieben Schülern ein kleines Orchester. Ausgestattet wurden die Neuen mit „D-Buzz“, Trötenähnlichen, ausziehbaren Instrumenten, denen sie nach kurzer Anleitung alle Töne entlockten, so dass sie gekonnt bei „I feel good“ einstimmten. Mit dem „C-Jam“, den die Schüler kurzerhand „Weismain-Blues nannten, endete eine fantastische Musikstunde. Mit Klatschen und Trampeln forderten die Schüler von den glänzend aufgelegten Profimusikern noch eine Zugabe.

„Es wäre schön, wenn nach solchen Stunden mehr Schüler ein Instrument erlernen würden.“
Rainer Streit, Posaunist bei „Rekkenze Brass“

„Es wäre schön, wenn nach solchen Stunden mehr Schüler ein Instrument erlernen würden“, erklärte Rainer Streit im Gespräch. In den Schulen und Musikvereinen werde überall hervorragende Ausbildungsarbeit geleistet. Der Bezirk und die Oberfrankenstiftung wollen mit solchen interaktiven Life-Konzerten Kinder in Kontakt mit Musik bringen, denn manche Kinder hätten noch kein Konzert besucht. Die Freude an der Musik haben Benjamin Sebald (Piccolo-Tompete), Dominik Thoma (Trompete), Sebastian Krügel (Horn), Elisabeth Nußrainer (Posaune) und Rainer Streit (Tuba) jedenfalls bei den Schülern geweckt.

Musikerlebnis: Schüler spielen den „Weismain-Blues“
Mit einer grünen Posaune spielte Rainer Streit die Froschpolka vor den Weismainer Grundschülern.