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ALTENKUNSTADT

Bauausschuss: Areal für anonyme Beerdigungen auf dem Friedhof

Neue Bestattungsform: Auf dieser freien Rasenfläche im Nordosten des Altenkunstadter Friedhofes soll ein anonymes oder halbanonymes Gräberfeld entstehen. Darauf verständigte sich der Bauausschuss bei einem Ortstermin. Foto: Stephan Stöckel

Immer mehr Menschen wünschen sich, anonym beerdigt zu werden. Im Nordosten des Altenkunstadter Friedhofs soll ein solches Areal entstehen. Darauf verständigte sich der Bauausschuss bei einer Ortsbesichtigung. Über die Details soll in einer späteren Sitzung beraten werden. Die Mitglieder des Gremiums wurden aufgerufen, Beispiele einzuholen und der Gemeindeverwaltung Bilder von anderen Friedhöfen zukommen zu lassen.

Bei der Begehung wurde deutlich, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt. „Ich könnte mir eine Auflockerung mit Bäumen und Sträuchern vorstellen“, meinte Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO). Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) brachte eine halbanonyme Bestattung ins Spiel. Darunter versteht man eine Beisetzung auf einer Rasenfläche, auf der die einzelnen Grabstellen nicht gekennzeichnet sind. Im Unterschied zu einem komplett anonymen Grab ist das Areal mit einem zentralen Gedenkstein versehen. „In den Stein, an dem Angehörige Blumen ablegen können, werden die Namen der Verstorbenen eingraviert“, erläuterte das Gemeindeoberhaupt.

Feuerbestattungen nehmen zu

Die Zahl der Feuerbestattungen nimmt auch in Altenkunstadt stetig zu. Ablesen kann man es an der Urnenstele, die im Herbst vergangenen Jahres aufgestellt worden war. „Von den 40 Kammern sind zwei Drittel bereits belegt“, sagte Stefan Deuerling, der in der Gemeindeverwaltung für den Friedhof zuständig ist. Als Platz für weitere Urnenstelen oder -wände soll die gegenüber den bestehenden Stelen im Norden des Friedhofs befindliche Gräberreihe dienen, auf der derzeit nur ein Grabstein steht. Die zunehmende Zahl an Urnen führt auch zu einem Beseitigungsproblem. Gunter Czepera (CSU) schlug diesbezüglich vor, zukünftig biologische Urnen zu verwenden, die im Laufe der Zeit verschwinden. Sprichwörtlich mit den Füßen treten kann man derzeit die Gedenktafel des Heimatdichters Franz Josef Ahles (1869 – 1939), der als „Sänger vom Kordigast“ in die regionale Geschichte eingegangen ist. „Sie liegt würdelos am Boden“, sagte die Vorsitzende der Bezirksgruppe Burgkunstadt/Altenkunstadt des Colloquium Historicum Wirsbergense, Jutta Löbling beim Rundgang über den Gottesacker. Das kann so nicht bleiben, waren sich alle einig. Die Gedenktafel soll an einem anderen Ort aufgestellt werden. „Erhaben auf einem Pult“, meinte Löbling. „Damit sie besser ins Auge sticht“, ergänzte Edwin Jungkunz (CSU). Auf dem Parkplatz gegenüber der Altenkunstadter Grundschule parken in jüngster Zeit vermehrt Lastwagenfahrer. Das Nachsehen haben die Mitarbeiter der Bildungseinrichtung und der nahe gelegenen Kathi-Baur-Kindertagesstätte. Damit die knappen Stellplätze nicht zum Trucker-Treffpunkt werden, beschloss das Gremium auf Wunsch von Schulleiter Stefan Kern ein Zusatzschild mit der Aufschrift „Nur PKW“ anzubringen. Auch Peter Schardt von der Polizei hatte sich im Vorfeld dafür ausgesprochen. Das Zusatzschild erlaubt höhere Bußgelder, die abschreckend auf die Brummifahrer wirken sollen.

Für noch sinnvoller hält es die Schule, den Parkplatz von sieben bis 13 Uhr für pädagogisches Personal und andere Mitarbeiter zu reservieren, so wie dies an der Burgkunstadter Grundschule der Fall sei. Diesem Wunsch kamen die Ausschussmitglieder nicht nach. „Das halte ich nicht für sinnvoll, da sich die Stellplätze im öffentlichen Verkehrsraum befinden“, begründete Hümmer seine ablehnende Haltung.

Würdelos: Die Gedenktafel für den Burkheimer Heimatdichter Franz Josef Ahles liegt im Boden des Altenkunstadter Friedhofs. Sie soll an einem anderen Ort aufgestellt werden, wo sie dem Betrachter ins Auge sticht. Foto: Stephan Stöckel

Von Stephan Stöckel

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