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BURGKUNSTADT

Fitness für Menschen mit Handicap in Burgkunstadt

Aktiv präsentiert sich die Behinderten- und Reha-Sportgruppe Burgkunstadt zum Jubiläum. Foto: Roland Dietz

Lebensqualität durch Fitness ermöglicht die Behinderten und Reha-Sportgruppe Burgkunstadt ihren Mitgliedern seit 50 Jahren. Das Jubiläum wird mit einem Festakt am Freitag, 19. Oktober, um 19.30 Uhr im Hotel „Drei Kronen“ in Burgkunstadt gefeiert. Zuvor treffen sich die Mitglieder zu einem Essen ab 18 Uhr.

Lange Zeit wurde der Verein Versehrtensportgruppe genannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele Soldaten verwundet und mit Kriegbeschädigungen nach Hause kamen, bestand für Menschen mit Behinderung keine Möglichkeit, Sport zu treiben. Trotz staatlicher Anerkennung des Behindertensports war im Landkreis Lichtenfels kein Turn- oder Sportverein zu finden, der sich der Versehrten annahm oder ihnen die Möglichkeit zu sportlicher Tätigkeit gab.

Sport für Kriegsverwundete

So blieb nur die Selbsthilfe und am 6. September 1968 kam der Vorstand der VdK-Ortsgruppe zusammen, um eine Anerkennung als Fachabteilung innerhalb des Bayerischen Landessportverbandes zu erreichen. Der damalige BLSV-Bezirksvorsitzende Heinz Hamann und der 1. Vorsitzende des neuen Vereins Ignatz Mano organisierten die Gründung. „Da keine finanzielle Unterstützung gewährt wurde, spendete der VdK-Ortsverband 100 Mark“, erklärt der heutige Vorsitzende Dieter Friebe. Nur wenige Mitglieder traten dem jungen Verein in den ersten Jahren bei. Sie trafen sich zu Sport und Gymnastik in der Stadthalle Burgkunstadt und der Kathi-Baus-Sporthalle.

Hoffnung auf Lehrschwimmbecken

Die Möglichkeit, das deutsche Sportabzeichen abzulegen, brachte dem Verein neue Mitglieder. „Der Bau des Lehrschwimmbeckens in den 1970-er Jahren war ein richtiger Segen für den Verein, denn es ermöglichte, Wassergymnastik zu treiben, die den Körper nicht so stark belastetet“, betonte Friebe. „Es wäre schön, wenn sich hier wieder eine solche Möglichkeit ergeben würde“, meinte er zu den Plänen, ein neues Lehrschwimmbecken in Altenkunstadt zu bauen.

Mehr Zuspruch erhielt der Verein, als Rehabilitationsmaßnahmen gesellschaftsfähig wurden. So wurden Übungsleiter ausgebildet und der Sport von den Krankenkassen mitfinanziert. Der Verein gewann auch Frauen als neue Mitglieder. Ein hervorragendes Verhältnis hat sich zu Regens Wagner herausgebildet. „Wir können deren Sporthallen nutzen und unser Sportwart Heinz Hofmann lädt alle Jahre bei Regens-Wagner zur Ablegung des Sportabzeichens für Behinderte ein“, erklärte Friebe. Regens-Wagner-Gesamtleiterin Sabine Schubert und Sportreferentin Ruth Krank freuen sich über die gelungene Zusammenarbeit. Auch das gesellschaftliche Leben wird bei Adventsfeiern, Faschingsveranstaltungen und gemeinsamen Unternehmungen im Frühjahr und Sommer gepflegt.

Von Roland Dietz

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