BURGKUNSTADT

Stadtrat Burgkunstadt: Wasser und Abwasser werden teurer

Herzstück der Burgkunstadter Abwasserversorgung ist die Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Kunstadt in Weidnitz.

Aufgrund steigender Kosten wird die Stadt Burgkunstadt die Gebühren für Wasser und Abwasser ab Januar erhöhen. Für Diskussionen sorgte die Vorstellung der Kalkulation bis 2022 am Dienstagabend im Stadtrat. Einig waren sich die Räte über die Notwendigkeit einer Erhöhung, aber bei der Frage, ob auch Rücklagen für Sanierungsarbeiten gebildet werden sollten, schieden sich die Geister. Über die Höhe der neuen Gebühren wird in der November-Sitzung entschieden.

Von zurzeit 2,06 Euro für den Kubikmeter Trinkwasser müsste der Preis auf 2,13 Euro erhöht werden, um die voraussichtlichen Kosten in den nächsten vier Jahren zu decken, rechnete Sachverständige Dagmar Suchowski vor. Berücksichtigt wurde, dass in den vergangenen vier Jahren rund 250 000 Euro zu viel eingenommen wurden. Um Rücklagen für Reparaturen zu bilden, wäre allerdings ein Wasserpreis von 2,28 Euro erforderlich (rund 160 000 Euro in vier Jahren).

„Die Bildung von Rücklagen würde eine Familie bei einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von 40 Kubikmeter sechs Euro mehr fürs Trinkwasser im Jahr kosten.“
Michael Doppel, Stadtrat (FW)

Beim Abwasser müssten die Gebühren von 1,88 Euro (für den Kubikmeter Schmutzwasser) auf 2,16 Euro steigen und beim Regenwasser von 26 Cent auf 29 Cent, um die Kosten zu decken. Um Rücklagen zu bilden, wären Beträge von 2,50 Euro (Schmutzwasser, 365 000 Euro in vier Jahren) und 34 Cent (Regenwasser, 130 000 Euro) erforderlich. Denkbar wären allerdings auch niedrigere Abwassergebühren, wenn die vor Jahren für Sanierungsarbeiten gebildete Sonderrücklage (318 000 Euro) aufgelöst würde: 1,94 Euro beim Schmutzwasser und 26 Cent beim Regenwasser.

Für kostendeckende Gebühren sprachen sich Günther Knorr (CSU) und Thomas Müller (Bürgerverein) aus. Beim Abwasser forderte Müller außerdem die Auflösung der Sonderrücklage, da sie seit zehn Jahren nicht gebraucht worden sei und keine Zinsen bringe. „Die Leitungen werden nicht jünger und müssen erneuert werden“, plädierte Michael Doppel (FW) für die Bildung von Rücklagen. Bei einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von 40 Kubikmeter für eine Familie würde dies sechs Euro mehr fürs Trinkwasser im Jahr kosten. Auch Dieter Schmiedel (SPD) sprach sich für Rücklagen aus: „Dann sind wir auf der sicheren Seite“.

Rufbusse am Wochenende und abends

Verbesserungen bei den Busverbindungen sollen die neuen Buslinien bringen, die im Zuge des Nahverkehrsplan des Landkreises ab 1. September 2019 starten. Dabei sollen die Schulbuslinien für alle Fahrgäste genutzt, die Ortsteile an die Ortszentren und die Bahn angebunden sowie alle Linien in den Verkehrsverbund Nürnberg (VGN) integriert werden, wie Markus Simon und Helmut Kurz vom Landratsamt erläuterten. Drei von fünf Linienbündeln im Landkreis werden den Raum Burgkunstadt erschließen. Eine neue Linie von Burgkunstadt über Altenkunstadt nach Weismain und die Mobi1-Linie von Burgkunstadt nach Mannsgereuth sollen ab 1. September 2019 in Betrieb genommen werden. Die Anbindung nach Lichtenfels und Bad Staffelstein soll ab September 2020 starten. Ebenso eine neue Linie „Burgkunstadt-Ost“ von Burgkunstadt über Kirchlein und Gärtenroth nach Theisau.

Ziel ist es, Orte ab 150 Einwohnern anzubinden, für kleinere Dörfer könne auf Wunsch der Stadt ebenfalls eine Busanbindung eingerichtet werden, wenn diese die Hälfte der Kosten trage, erläuterte Simon. Als zusätzlicher Service werden sogenannte Rufbusse angeboten, die samstags, sonntags, an Feiertagen und abends auf Anruf (eine Stunde vorher über eine zentrale Telefonnummer für den Landkreis) auf den allgemeinen Linien angefordert werden können.

Neu auch die Umstellung des Fifty-Fifty-Taxis für junge Leute bis 27 Jahren auf eine App (Registrierung im Landratsamt und allen Rathäusern), die Verwaltungsaufwand vermeiden hilft und die Anforderung von Taxis im näheren Umkreis per Smartphone ermöglicht.

Ein Innenstadtmanager soll die Verwaltung ab 2019 bei der Aufwertung der Innenstadt und Beseitigung von Leerständen unterstützen. Nach Auswertung von drei Angeboten hat sich die Stadtverwaltung für die „Arbeitsgemeinschaft Stadtumbaumanagement Burgkunstadt“ entschieden, zu der sich das Planungsbüro plan&werk und die Architektin Edith Obrusnik (Bamberg) zusammengeschlossen haben. Der Innenstadtmanager wird für 720 Stunden im Jahr (je 15 Stunden in 48 Wochen) mit 61 274 Euro bezahlt. Die Regierung von Oberfranken muss die Förderung noch bestätigen. Beschlossen wurde die Vergabe an die Arbeitsgemeinschaft.

Innenstadtmanager

Keine Mehrheit fand der Bürgerverein für die Forderung nach einer persönlichen Vorstellung der Kandidaten. „Der Erfolg eines Citymanagers hängt vor allem von Kontakten mit den Bürgern und dem Fingerspitzengefühl für die Situation in der Stadt ab, daher sollten wir uns die Bewerber genau ansehen“, argumentierte Edith Berg (Bürgerverein). Eine Vorstellung helfe wenig, da sich mehrere Personen um die vielfältigen Arbeitsbereiche kümmern würden, erklärte Verwaltungsleiter Sven Dietel.

Aus dem Stadtrat: Neues Baugebiet am Ebnether Berg

Ein Baugebiet von 2,8 Hektar Größe will ein Bauträger zwischen der Ebnether Straße und der Dammsiedlung erschließen. Einstimmig genehmigte der Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplans „Ebnether Berg II“ auf Kosten des Investors. Bedenken äußerten Thomas Müller (Bürgerverein) und Günther Knorr (CSU) an einer beschleunigten Erschließung ohne Umweltprüfung, da die Wohnfläche voraussichtlich größer als 10 000 Quadratmeter sei. Diese Frage soll im Verfahren geprüft werden. Voraussichtlich werde ein Regenrückhaltebecken am südlichen Ende des Areals erforderlich, erklärte Verwaltungsleiter Sven Dietel auf Frage von Michael Doppel (FW), der Sorgen der Anwohner wegen Starkregen ansprach.

Die Aufstellung einer weiteren Urnenanlage auf dem Friedhof für rund 82 650 Euro durch die Firma Kronimus hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. Da von den vorhandenen 54 Urnenkammern nur noch elf frei seien, bestehe Bedarf nach einer Erweiterung, erklärte Bürgermeisterin Christine Frieß. Gebaut werden soll die Anlage im Herbst 2019.

Für Diskussionen hatte die geplante Fällung von drei Bäumen auf dem Friedhof gesorgt, und Bürger hatten mit einer Unterschriftenliste gefordert, dort keine Laubbäume mehr zu pflanzen. Auf Vorschlag von Kreisfachberater Michael Stromer wurde beschlossen, als Ersatz eine blaue Scheinzypresse (auf der rechten Seite des Wegs) und gegenüber einen langsam wachsenden Zürgelbaum zu pflanzen. Nur die SPD-Fraktion stimmte dagegen, nachdem Zweite Bürgermeisterin Ulrike Koch angeregt hatte, die Bäume auf einer Freifläche zu platzieren, weil der vorgesehene Standort zu nah an einer Baumreihe liege.

Günstiger als geplant verlief die Sanierung der Straße Leite mit Gesamtkosten von 300 693 Euro (Kostenansatz: 360 500 Euro). Vor allem beim Straßenausbau lagen die Kosten mit 127 199 Euro deutlich unter der Schätzung (250 000 Euro). Die Einsparungen werden mit den Vorauszahlungen der Bürger zum Straßenausbaubeitrag verrechnet, so dass Rückzahlungen möglich seien, erklärte Sven Dietel.

Der Förderbescheid der Regierung von Oberfranken für die Aufladestation für Elektroautos liegt vor, so dass demnächst mit der Aufstellung begonnen werden könne, teilte Dietel auf Anfrage von Thomas Müller mit.

Geprüft wird, ob es für Gärtenroth eine Möglichkeit gibt, die Qualität der Breitbandanschlüsse zu verbessern. Ortssprecher Edwin Bauersachs hatte von einem möglichen Angebot der Telekom berichtet, die Leistung von 15 Mbit zu verdoppeln.