WEISMAIN

Weismainer Wallfahrt: Kraft schöpfen auf dem Pilgerweg

Mit wehenden Fahnen zogen die Wallfahrer nach dem anstrengenden Pilgergang wieder in Weismain ein.

Mit Glockengeläut und dem Reisesegen von Pastoralreferentin Birgit Janson machten sich am Sonntag früh um 4.30 Uhr fast 150 Wallfahrer der Weismainer Pfarrei Sankt Martin auf den Weg nach Vierzehnheiligen. Bei ihrer Rückkehr waren nicht mehr ganz so viele dabei, doch umso herzlicher wurden sie von Pfarrer Gerhard Möckel unter Glockengeläut empfangen.

In der sommerlichen Morgenfrische war der Weg über den Kordigast, durch Isling und Klosterlangheim zur Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen für die Pilger erträglich. Der Rückweg war jedoch für viele eine schweißtreibende Angelegenheit. Doch dies ist für die meisten der Wallfahrer kein Problem. Schließlich hat für viele der Pilgerweg neben dem religiösen Hintergrund auch eine meditative Bedeutung. Ein Tag Auszeit von allem Üblichen und der Alltag gelingt wieder besser. Bitten und Danken im Gebet geben Kraft, die die Strapazen erträglich machen, ist von einem Teilnehmer zu hören.

„Das tut der Seele gut.“
Hans Will, Mitglied der Weismainer Blasmusik

So wundert es auch nicht, dass sich viele Wallfahrer immer wieder neu auf die Suche nach solchen Kraftquellen des Lebens machen. Jede Wallfahrt ist ein neues Erlebnis. Stärkung des Glaubens und Kraft schöpfen für den Alltag ist für alle Teilnehmer sehr wichtig. „Das tut der Seele gut“, weiß auch Hans Will, der Mitglied der Weismainer Blasmusik ist. Es ist für ihn immer wieder etwas Besonderes, mit den Wallfahrern musizierend in die voll besetzte Basilika einzuziehen. Die feierliche Ausgestaltung des Gottesdienstes mit den Klängen der großen Orgel verstärkt die spirituelle Wirkung.

Auch der Gemeinschaftsgeist ist allen Teilnehmern wichtig. Schließlich machen sich alle mit einem gemeinsames Ziel auf den Weg. Glaube und Tradition sind ebenfalls wichtige Beweggründe für die Pilger.

Nach der Mittagspause und dem Auszug aus der Basilika machten sich die Weismainer Pilger auf dem Heimweg. Willkommen ist dabei die Einkehr in Isling. Beim abendlicher Einzug mit dem fränkischen Marienlied „Oh himmlische Frau Königin“ ins heimischen Gotteshaus begrüßte Pfarrer Gerhard Möckel die Wallfahrer und freute sich, seine Schäfchen wohlbehalten zurück zu sehen. Er dankte allen für die Teilnahme und für ihr Gebet für die Bewahrung der Schöpfung, für die Heimat und die Familien.

Erschöpft, aber glücklich

Mit dem Weismainer Bürgermeister Udo Dauer an der Rieger-Orgel und der Blasmusik unter der Leitung von Jörg Daschner wird auch das Weismainer Pilgeramt für alle Gottesdienstbesucher zu einem besonderen Erlebnis. Glückliche Gesichter waren dabei trotz einer gewissen Erschöpfung zu sehen. Die erst neun jährige Christina hatte als jüngste Wallfahrerin ebenso durchgehalten wie der 79-jährige Jakob Schmitt als Ältester. Wallfahrtsführer Norbert Kraus dankte allen, die einen Dienst übernommen hatten – den Ministranten, der Blasmusik, der Feuerwehr, den Fahnen- und Lautsprecherträgern, Vorbeter Jürgen Dietz und den Organisatoren. Ferdinand Humbert bezeichnete er als „Kopf der Wallfahrt“. Mit dem sakramentalen Segen endete für die Wallfahrer ein ereignisreicher Tag.