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MAINROTH

Von „Strohwitwer-Polka“ bis Star Wars

Mit ihrem Frühjahrskonzert begeisterten die Mainrother Musikanten unter Leitung von Dirigent Georg Herrmann. Foto: Roland Dietz

„Musik, Musik“ – Programm war der Titel des ersten Marschs, den die Kapelle des Musikvereins Mainroth im voll besetzten Jugendheim bei ihrem Frühjahrskonzert bot. Die 24 Musiker um ihren umsichtigen Dirigenten Georg Herrmann erfreuten die Besucher in den folgenden 140 Minuten mit prima Musik. Moderne Blasmusik und volkstümliche Klänge wechselten mit schwungvollen Beiträgen und getragenen Balladen ab.

Besonders die jungen Musiker brachten sehr gute Leistungen – auch als Solisten. Dass der erst neunjährige Posaunist Simon Schmidt auf den Stuhl steigen musste, um das Publikum zu begrüßen, oder der 18-jährige Trompeter Nicolai Graß ohne Manuskript mit viel Humor den zweiten Teil moderierte, passte dabei vorzüglich ins Erscheinungsbild der jungen Truppe.

Sie nahmen die Gäste auf eine Reise in den „Sonnigen Süden“ mit. Mit einem zackigen „Paso-Doble“, dem „Chianti- Lied“, einem „spanischen Zigeunertanz“ und dem Evergreen „Spanish Eyes“ vermittelten die Musiker besonders den rhythmischen Aspekt dieses Potpourris hervorragend. Mit solistischen Einlagen glänzten die Brüder Nicolai und Marius Graß in dem anspruchsvollen Medley „Visit to George Gershwin“. Mit „The man I Love“ und „Summertime“ zeigten beide ihr großes musikalisches Potenzial, was der Beifall unterstrich.

Kokosschalen für Hufgeklapper

Bei den sehr homogen vorgetragenen Welthits des amerikanischen Komponisten ging dem Publikum ein „This' Wonderful“ leicht von den Lippen. Volkstümliche Klänge setzten die Musiker mit der Polka „Mit Herz und Schwung“ dagegen. Dass sich in Mainroth immer wieder Gastmusiker pudelwohl fühlen, zeigte der aus Altenkunstadt stammende stellvertretende Kreisvorsitzend Florian Zapf an der Posaune beim „Wandrin' Star“. Dieses Westernhit-Solo unterstrich Erwin Erhardt, indem er mit Kokosnüssen das Galoppieren eines Pferdes nachahmte. Dann wurden aus „Max und Moritz“ Marius und Jonas. Die aus der Feder vom Guido Henn stammende Polka, die den Geschichten von Wilhelm Busch nachempfunden ist, meisterten die jungen Trompeter sehr gut. Besonders die Lausbubenhaftigkeit und Leichtigkeit vermittelten sie schön. Mit dem Walzer „Böhmischer Wind“ und der gemütlichen „Strohwitwer-Polka“, deren Schlussteil vom Klarinettensatz filigran gemeistert wurde, und dem Traditionsmarsch „Deutschmeister-Regimentsmarsch rundeten die Musiker den ersten Teil musikalisch ab.

Mit einem glänzend aufgelegten Klaus Beßlein an den „Drums“ begann der zweite Teil mit einem modernen Anstrich. „Rock Experience“ wurde im Stile einer Bigband aufgeführt. In eine andere Galaxie entführten die Musiker mit einem Medley aus der Filmreihe „Krieg der Sterne“ mit dem Titel „Star Wars Saga“. Die junge Flötistin Nora Schmidt beeindruckte mit einem Flötensolo. Mit einer tollen Leistung bei „You raise me up“, Sexy Sax“ und „The Rose“ zeigten Martina Kröner am Saxophon und Jonas Trapper an der Trompete, dass hier Talente schlummern, die bereits in jungen Jahren hervorragend musizieren.

Rockiges Finale reißt alle mit

Ihrer Spielfreude freien Lauf ließen die 24 Akteure beim „Queen“-Klassiker „Dont stop me now“ rockig, fetzig, laut mit einem im Nichts versinkenden Pianissimo des Saxophonpart. Dem Publikum gefiel es. Die Zuhörer nahm Dirigent Georg Herrmann auf die nächste musikalische Reise. Sie sollten einen Vier-Viertel Takt mit den Fingern schnippen als Einstimmung zur Filmmusik von „Pink Panther“. Leicht und flockig brachten die Musiker auch den bedrohlichen Teil des Werkes sehr zur Geltung. Auch ein Klassiker der modernen Musik ist der Hit „Nessaja“ aus dem Musical „Tabaluga“ von Peter Maffay, den die Musiker klanglich sehr gut interpretierten. Bei „Wir Musikanten“ zum Abschluss klatschte das Publikum begeistert mit. Und forderte noch einige Zugaben von der Blaskapelle. Dank galt besonders Dirigent Georg Herrmann für die intensive Probenarbeit.

Marius Graß und Jonas Trapper bei ihrem Solostück „Max und Moritz“. Foto: Roland Dietz

Von unserem Mitarbeiter Roland Dietz

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