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ALTENKUNSTADT

Für baldigen Bau des Alternativsenders

An der Hangkante des Gemeindebergs soll der neue Mobilfunk-Alternativstandort entstehen. Die Bürgerinitiative fordert einen baldigen Baubeginn FOTO: red Foto: red

Eine möglichst strahlenarme Versorgung der Gemeinde mit Mobilfunk ist das Ziel der Bürgerinitiative Mobilfunkstandort Altenkunstadt (BI). Ein Schritt auf diesem Weg ist die Genehmigung eines Antrag des Anbieters zum Bau des Mobilfunkalternativstandortes auf dem Gemeindeberg durch das Landratsamt, wie die BI beim jüngsten Treffen in Baiersdorf vor zahlreichen Interessierten auch aus anderen Kommunen und Landkreisen mitteilte.

Die Bürgerinitiative fordert daher, dass noch in diesem Jahr nicht nur mit dem Bau des außerörtlichen Alternativstandortes begonnen werden, sondern auch die veralteten Sendeanlagen auf dem Woffendorfer Hochhaus abgebaut werden. Hierdurch solle die Strahlenbelastung im Wohngebiet gesenkt werden. Dies werde von der Mehrheit der wahlberechtigten Altenkunstadter (der Gemeinde wurden beinahe 3000 Unterschriften vorgelegt) schon seit mehr als drei Jahren gefordert.

Rente für „Viel-Handy-Telefonierer“

Zu Beginn informierten die beiden Sprecher der BI, Dietmar Schuberth und Gerhard Stark, über mögliche gesundheitsschädliche Wirkungen von Mobilfunkstrahlung. So verwiesen sie auf zahlreiche Studien, die auf eine riskante Wirkung von durch Mobilfunkmasten, Smartphones, W-Lan und Co. verursachte elektromagnetische Strahlung deuten und auf ein aktuelles Urteil eines italienischen Arbeitsgerichts.

Als Ergebnis dieses Urteils wurde einem beruflich bedingten „Viel-Handy-Telefonierer“ eine Rente von der Unfallversicherung zugesprochen und seine Tumorerkrankung als Berufskrankheit anerkannt.

„Bei jeder Technologie, also auch bei der innerhäuslichen Funktechnik, wie W-Lan und Dect ist der verantwortungsbewusste Umgang entscheidend.“
Thomas Löbling, Fachinformatiker

Die stark dauerstrahlende Schnurlostelefonanlage im Kathi-Baur-Kindergarten solle nach Auskunft der Gemeinde in diesen Sommerferien durch eine neue strahlenminimierte Anlage ersetzt werden. Hierfür wird die Spende von BI-Mitglied Schnapp in Höhe von 200 Euro zweckgebunden verwendet.

Zu Möglichkeiten der Strahlungsreduzierung im inneren von Wohnhäusern referierte der Fachinformatiker Thomas Löbling aus Burgkunstadt. „Bei jeder Technologie, also auch bei der innerhäuslichen Funktechnik, wie W-Lan und Dect (funkende Schnurlostelefone) ist der verantwortungsbewusste Umgang entscheidend“, betonte er. Die von jedem Internetprovider als „Plug-and-Play“ verkauften Standardgeräte hätten meist kaum individuelle Einstellmöglichkeiten, so dass sie beim Anschluss elektronische Geräte und aktiver W-Lan- oder Dect-Funktion durchgehend mit voller Leistung senden. Somit erhalte eine Einzimmerwohnung die gleiche Strahlungsleistung wie ein Einfamilienhaus. Thomas Löbling empfiehlt eigene Einstellungen vorzunehmen, welche einen guten Empfang bei erheblich geringerer Strahlung ermöglichen.

Um dies umzusetzen, muss man jedoch bereit sein, sich ein eigenes Gerät zu kaufen oder dieses beim Provider mieten, was natürlich mit Mehrkosten verbunden ist. Thomas Löbling empfahl daher, den Router zentral im Wohnbereich aufzustellen, aber nicht im Schlafzimmer oder neben der Couch, um sich nicht direkt oder zu lange am Hauptstrahlungsort aufzuhalten.

Zeitschaltung als Alternative

Ein guter Platz sei der Flur, wo man sich nicht lange aufhalte und der meist mitten in der Wohnung liegt. Bei einem Haus könne man den Router auch im Keller oder Dachboden platzieren. Des Weiteren bestehe die Möglichkeit, für W-Lan und Dect eine Zeitschaltung einzurichten, je nachdem, wann die Funktechnik benötigt wird. Möglich wäre es, W-Lan und Dect über Nacht zu deaktivieren und die Sendeleistung um bis zu 94 Prozent zu verringern.

Durch Ausprobieren könne jeder Laie feststellen, ab welcher Entfernung zum Router er keinen Empfang mehr erhält und folglich einen Kompromiss zwischen Sendeleistung und Empfang ausfindig machen.

Bei Dect-Telefonen gibt es noch verschiedene Eco-Modi. Hier sollte aber darauf geachtet werden, ob die jeweilige Technik von Router und Telefon „unterstützt“ wird, empfahl Löbling. Bei der Alternative dLAN, auch als Power-Line bezeichnet, um das vorhandene Stromnetz für die Datenübertragung zu nutzen, gelte es zu bedenken, dass hierbei alle Kupfer-Stromleitungen im Haus zu einem Funksender werden – auch in Räumen ohne dLAN-Endpunkt, etwa dem Schlafzimmer.

Informationen über weitere Treffen der BI gibt Dietmar Schuberth unter schuberth.d@gmx.de.

red

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