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KLEINZIEGENFELD

Am Kleinziegenfelder „Kerwesbaam“ flattern die Girlanden

Am Kleinziegenfelder „Kerwesbaam“ flattern die Girlanden
Die Helfer und die Musiker nach der Aufstellung des Kirchweihbaums. Foto: Roland Dietz

Einen zünftigen Kirchweihauftakt erlebte Kleinziegenfeld dank des Engagements der Dorfgemeinschaft und des Stammtischs „Die alten Deutschen.“ Möglich gemacht hatten das die Lockerung der Infektionsschutzmaßnahmen, die wieder mehr Begegnungen ermöglichen.

Einmal mehr hatte sich der Ort herausgeputzt und strahlte mit der Herbstsonne um die Wette, als es zum Aufstellen eines „Kerwesbaams“ ging. Das Aufstellen ist eine fränkische Tradition. Und in dem idyllischen Juraort wird das Brauchtum gepflegt.

Es gibt viele Geschichten um Kirchweih- oder Maibaumaufstellungen. So werden die Bäume in den Tagen vor der Kirchweih streng bewacht, damit sie von den Nachbarburschen nicht entwendet werden. Gelingt der Diebstahl dennoch, kann der Baum nur gegen eine große Menge Bier und eine deftige Brotzeit wieder ausgelöst werden.

Am Kleinziegenfelder „Kerwesbaam“ flattern die Girlanden
Ein prächtiger Kerwesbaam wurde zur Kleinziegenfelder Kirchweih aufgestellt. Foto: Roland Dietz

Doch das kann in Kleinziegenfeld nicht geschehen, denn der „Kerweesbaam“ wird nicht schon Tage vorher, sondern erst zu Beginn der Zeremonie im Wald frisch geschlagen und dann zum Platz neben dem Gasthofes Zöllner-Herold gebracht. Dabei wird ein kleiner Oldtimer-Traktor eingesetzt, um den Baum in den oberen Teil der Juraortschaft zu schaffen. Und für Stimmung sorgt dabei die „Kerwesmusik“ seit vielen Jahren.

Mit Stangen wird der Baum schrittweise in die Höhe gedrückt

Und so herrschte reges Treiben auf dem Platz vor dem Gasthaus. Schaulustige, die den Baumtransport ansehen wollten, wurden kurzerhand zur Aufstellung mitgenommen. Dabei wird der Stamm mit Girlanden geschmückt und am unteren Ende für die Verankerung zugeschnitten. Um die 16 Meter lange Fichte aufzurichten, packten die starken Männer des Ortes kräftig an. Mit langen Stangenpaaren drückten sie den Stamm Stück für Stück ohne technische Hilfsmittel in die Höhe. Nach 15 Minuten hatten die „starken Männer“, angefeuert vom Beifall der vielen Zuschauer, ihre Schwerstarbeit bravourös vollendet.

Mit den im Wind flatternden Girlanden an der Spitze, zeigt der „Kerwesbaam“ nun den Besuchern und Vorbeikommenden an, dass in Kleinziegenfeld „Kerwaa“ gefeiert wurde. Auch die Gäste der Gastwirtschaft zeigten sich ob der tollen Präsentation dieses alten Brauchtums begeistert und sparten nicht mit Lob und Beifall. Das ganze wurde natürlich mit zwei Fass Bier und einer deftigen Brotzeit gefeiert.

 

Von Roland Dietz

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