aktualisiert:

ALTENKUNSTADT

Altenkunstadter Schützenkönige amtieren ein Jahr länger

Altenkunstadter Schützenkönige amtieren ein Jahr länger
Eine Amtszeit bis in das Vereinsjahr 2021 hinein hat das Königshaus der Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Altenkunstadt vor sich. Foto: Dieter Radziej

Das Vereinsjahr 2020 wird sicherlich als eines der außergewöhnlichsten in die Geschichte der 1881 gegründeten Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Altenkunstadt eingehen. Offiziell ist nämlich jetzt auch, dass es in diesem Jahr kein Schützenfest gibt.

Schützenfest findet in diesem Jahr nicht statt

Wer einen Blick in die Geschichte der altehrwürdigen Altenkunstadter Schützengesellschaft wirft, dem wird deutlich, welch Höhe und Tiefen der Verein zu überwinden hatte. So erfolgte die Vereinsgründung in einer Zeit, als die wirtschaftliche Entwicklung, vor allem die Schuhindustrie, langsam in Gang kam. Denn bis dahin war Altenkunstadt ein Ort, dem die Landwirtschaft und die Handwerkerschaft – ja selbst der Bergbau hatte einmal seinen Stellenwert – ihre Prägung verliehen.

Örtlichkeit für den Festplatz mehrfach geändert

Aus einfachen Anfängen begann sich das gesellschaftliche Leben zu entfalten, und es entstanden die ersten Schützen- und Volksfeste. Einmal auf dem Gemeindeberg mit Bezeichnungen wie „Friedrichsruh`“, dann wieder ein den Leikeim-Sälen (heute BMF) und später auf dem Festplatz an der Theodor-Heuss-Straße, bei dem die Schützen auch bei der Befestigung der Festgeländes, wie viele anderen großen Ortsvereine, eifrig mit Hand anlegten und unzählige Betonpflastersteine verlegten. Ebenso wie der AWO-Kinderspielplatz, gehört dies alles der Vergangenheit an. Später wurde dann am Bootshaus und auf dem Grundschulgelände das Schützenfest abgehalten.

Grundschulsanierung betrifft die Schützen stark

In diesem Jahr musste der Schützenverein, der selbst zwei Weltkriege überstanden hat und alle Einschränkungen, mit denen die Vereine in den vergangenen Jahrzehnten konfrontiert waren, wieder auf „Wanderschaft“ gehen. Denn die Sanierung der Grundschule und damit auch der Vereinsräumlichkeiten der Schützengesellschaft begann. Auch hierbei galt es für die Vereinsmitglieder, tüchtig mit anzupacken, bis alle Einrichtungen abgebaut, die Schützenscheiben und anderes gut verstaut und an anderer Stelle sicher untergebracht werden konnten.

Das gesellschaftliche Leben ging dennoch weiter. Denn der Patenverein in Weismain ermöglichte es den Altenkunstadter Schützen, ihre Schießwettbewerbe, wie beispielsweise die beliebte Ortsmeisterschaft, auf ihrer Anlage auszutragen. Dann kam die Corona-Pandemie, und den Schützen in Altenkunstadt ging es nicht anders wie unzähligen anderen Vereinen. Unabhängig davon, dass ein Vereinsheim nicht mehr zur Verfügung stand, kamen die Vereinstätigkeiten vollends zum Erliegen, obwohl gerade die Schießwettbewerbe für die Hobbyschützen und Ortsvereine der Gemeinde Altenkunstadt begonnen hatten.

Ortsmeisterschaft vorerst unterbrochen

Auch die Vorplanungen für das Schützenfest waren bereits abgeschlossen und stellten die Vereinsführung vor die schwierige Entscheidung, wie weiterhin verfahren werden sollte. Mittlerweile besteht Einigkeit darüber, dass es in diesem Jahre in Altenkunstadt kein Schützenfest gibt und auch in den Sommermonaten keine Vereinsveranstaltungen stattfinden. Alle örtlichen Vereine, die bislang noch nicht an der Ortsmeisterschaft teilgenommen haben, informiert der Verein über die Fortsetzung, sobald wieder Schießwettbewerbe stattfinden dürfen.

Weitere Festlegungen wurden auch hinsichtlich des Königshauses getroffen, das nun bis zum Schützenfest 2021 im Amt bleiben wird. Wie die Terminplanung im neuen Schützenjahr vorgesehen ist, darüber werden ebenfalls rechtzeitig informiert. Ein Blick auf das Gründungsdatum des Vereins verdeutlicht schon jetzt, dass auch 2021 mit der 140-Jahr-Feier ein besonderes Vereinsjahr, allerdings in anderer Hinsicht, werden dürfte.

Ob und welche Veranstaltungen grundsätzlich 2020 noch stattfinden können, wie das Königsessen, die Weihnachtsfeier oder das Silvesterschießen, wird entschieden, wenn der Gesetzgeber dafür die Voraussetzungen geschaffen hat.

Von Dieter Radziej

Weitere Artikel