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ALTENKUNSTADT

Altenkunstadt: Die Freuden eines jungen Imkers

Altenkunstadt: Die Freuden eines jungen Imkers
Johanes Konrad bei der Entnahme einer Honigwabe. Foto: Roland Dietz

Einem nicht alltägliches Hobby frönt der junge Weismainer Johannes Konrad. Im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern in Altenkunstadt, in dem er auch mit hilft, hat er sich der Imkerei an genommen. 18 Bienenvölker betreut er im hinteren Teil des Anwesens. Wenn man mit dem 20-Jährigen spricht, kann man seine Hingabe und Freude an diesem Hobby deutlich spüren.

Es summt und brummt überall, als er zu seinem Bienenhaus kommt und seine Anlage vorstellt. Bis jetzt war es ein gutes Jahr für seine Bienen, meint der Imker zufrieden. Zurückzuführen sei dies, dass der milde Winter zu keiner Vegetationsruhe geführt hatte, macht Johannes deutlich. So blühte vor allem der Raps über vier Wochen früher als in anderen Jahren. Dies hatte auch zur Folge, dass die Bienen sehr stark aus dem Winter herausgekommen sind und gleich sehr aktiv waren.

Altenkunstadt: Die Freuden eines jungen Imkers
Der Imker mit einem Smoker, der Rauch erzeugt, mit dem die Bienen beim Öffnen des Bienenkastens beruhigt werden. Foto: Roland Dietz

Doch oft vergessen viele Menschen leider in der heutigen Zeit, wie viel Einfluss die Bienen auf unser alltägliches Leben haben, ist sich Johannes sicher. Für den Menschen ist sowohl die Funktion der Biene als Bestäuber für Pflanzen als auch ihre Honigproduktion von besonderem Interesse. Die Landwirtschaft wäre ohne die Bienen nicht dieselbe, denn viele Erträge hängen von der Bestäubung der Pflanzen durch die Bienen ab. 75 Prozent aller Nahrungsmittelpflanzen sind demnach negativ vom weltweiten Bienensterben betroffen, so auch Obst- und Gemüse.

Auch Bienen brauchen mal ein Schlückchen

Bienen sorgen für unsere Nahrung und somit auch für unsere Gesundheit, die Bestäubung durch die Bienen ist also sehr wichtig, weiß der junge Imker. Im Gespräch ergeben sich Fragen. So zum Beispiel brauchen Bienen Wasser? Bienen sammeln Wasser an Ufern von Teichen, am Rand von Pfützen oder in Form vom Morgentau an Pflanzen auf. Wenn keine natürliche Wasserquelle in der Nähe ist, kann man zusätzlich, wie es Johannes getan hat, einfach eine Wasserstelle, die sogenannte Bienentränke, selber bauen.

Einen Großteil ihres Wasserbedarfes decken sie über den Wassergehalt im gesammelten Nektar ab. Doch Bienen benötigen Wasser nicht nur um ihren eigenen Durst zu stillen oder ihre Brut zu ernähren. Sie verwenden es auch zum Kühlen des Bienenstockes an heißen Tagen. Sehr interessant ist auch die Königinnenzucht. Hierbei werden von ausgewählten Völkern junge Larven entnommen und mit jungen Bienenvölkern ohne Königin vereint. Diese ziehen sich dann daraus eine neue Königin, ein neues Bienenvolk ist so entstanden. Pro Bienenvolk gibt es nur eine einzige Königin, die bis zu 2000 Eier pro Tag legen kann. Deshalb ist sie verantwortlich für das Fortbestehen der Bienen und stellt somit das Zentrum des Bienenvolks dar.

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Der junge Mann öffnet den Bienenstock. Foto: Roland Dietz

Ein arbeitsames Leben

Die meisten Bienen eines Volkes sind Arbeiterinnen. Welche Tätigkeit eine Arbeitsbiene erfüllt, hängt von ihrem Alter ab, erzählt Johannes. Nach dem Schlüpfen säubert sie als erstes die Wabenzellen. Ab einem Alter von etwa sechs Tagen ist sie für die Fütterung der Larven und der Königin zuständig und nach ein paar weiteren Tagen hilft sie beim Bau der Bienenwaben. Danach wird die Biene als Wächterin für die Verteidigung des Bienenstocks eingesetzt, und schließlich verbringt sie ihr restliches Leben als Sammlerin von Nektar, Pollen und Wasser und als Honigproduzentin.

Wichtigster Ausgangsstoff für die Honigbereitung ist Nektar, den Blütenpflanzen aus ihren Nektarien abscheiden und der von den Arbeiterinnen in ihren Honigblasen aufgesammelt wird. Wenn die Sammelbienen wieder im Bienenstock ankommen, geben sie dort den Nektar aus der Honigblase an die Stockbienen weiter, die ihn in die Zellen auf den Waben eintragen. Erst wenn die Bienen den Nektar durch Verdunstung des enthaltenen Wassers und mehrmaliger Umlagerung stark genug konzentriert haben, bezeichnet man die erhaltene, zähe Flüssigkeit als reifen Honig.

Altenkunstadt: Die Freuden eines jungen Imkers
Bienen am .Bienenstock Foto: Roland Dietz

Ist der Honig fertig, kommt der Deckel drauf

Dies erkennt man unter anderem daran, dass die Bienen den Honig in den Waben verdeckeln, das heißt mit einer dünnen Wachsschicht überziehen. Ein Imker wie Johannes Konrad entnimmt dann bei der Honigernte aus dem Honigraum des Stockes einige Rähmchen mit reifen Honig. Um den Honig ernten zu können wird die dünne Wachsschicht mit Hilfe einer Entdeckelungsgabel abgehoben. Nun stellt der Imker die entdeckelten Honigwaben in die Honigschleuder und bei entsprechender Drehzahl wird der Honig durch die Fliehkraft aus den Waben an die Wand der Zentrifuge geschleudert.

An dieser Wand läuft der Honig herunter und gelangt über den Auslauf am Boden der Honigschleuder in einen Siebsatz, welcher Wachsreste zurückhält. Nun wird der geschleuderte Honig in Eimer abgefüllt. Und hier huscht wieder ein Lächeln über das Gesicht des jungen Mannes, hat er doch schon in diesem Jahr über 300 Kilo Honig geerntet, worauf er natürlich mächtig stolz ist.

 

Von Roland Dietz

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