MICHELAU

„Sophienheim“ wird erneut umgebaut

Im Michelauer Kindergarten „Sophienheim“ soll das „offene Konzept“ eingeführt werden.

„Wir können einem Betriebsträger nicht erklären, wie er zu erziehen hat. Wir können nur entscheiden, ob wir das Konzept finanziell unterstützen wollen.“ Es sind eindringliche Worte, die Bürgermeister Helmut Fischer (CSU) an den Gemeinderat richtet. Vorangegangen war eine heftige Diskussion im Gemeinderat, in der es um die Kosten der Umbaumaßnahme zur Umstellung auf das „offene Konzept“ im Kindergarten „Sophienheim“ ging.

Es ist gerade einmal vier Jahre her, dass der traditionsreiche Kindergarten einer aufwendigen Generalsanierung unterzogen wurde, die immerhin 1 045 000 Euro statt der ursprünglich veranschlagten 895 000 Euro gekostet hatte. Jetzt erreichte die Gemeinde Michelau ein neuerlicher Antrag des evangelisch-lutherischen Pfarramts auf Kostenübernahme.

Bei Gesamtkosten in Höhe von 113 000 Euro (Gemeindeanteil: 78 000 Euro) fragte sich manch ein Gemeinderat, ob die hohen Umbaukosten überhaupt Sinn machen. Zumal es sehr fraglich ist, ob die Gemeinde einen Zuschuss auf ihren Kostenanteil erwarten kann, da der Kindergarten „Sophienheim“ erst in den vergangenen Jahren generalsaniert wurde. Hinzu kommt, dass hinsichtlich der zuwendungsfähigen Gesamtkosten die Bagatellgrenze von 100 000 Euro wahrscheinlich nicht erreicht wird.

Verwundert zeigten sich die Fraktionssprecher Dr. Judith May (CSU) und Roland Braun (SPD und JSB). Sie verlasen eine Erklärung. Die CSU-Fraktion sah sich vor eine ganze Reihe von offenen Fragen gestellt: Was denn genau umgebaut werden soll, welcher Zuschuss von der Regierung von Oberfranken zu erwarten ist, warum die Landeskirche keine Zuschüsse gibt – und dann war noch die Frage nach dem Personal. Warum, so fragten sich SPD und JSB-Fraktion, habe Pfarrer Höhr nicht die Generalsanierung gestoppt und seine Ideen eingebracht, wenn er in seiner früheren Pfarrstelle doch so gute Erfahrungen mit dem „offenen Konzept“ gemacht hat? Weiter stellte sich Braun die Frage: „Wollen denn die Eltern mehrheitlich das ,offene Konzept‘?“

An der Verwaltung wurde Kritik laut, dass genauere Informationen fehlten, wie sich die Umbaukosten von 113 000 Euro genau zusammensetzen. Dies hätte man zumindest den Fraktionssprechern mitteilen können.

„Die Kinder sollen ihren Alltag selbst gestalten“, erklärt Barbara Nehling, die Leiterin des Kindergartens. Das bisherige System des Kindergartens besteht aus vier Gruppenräumen mit den entsprechenden Erzieherinnen. Beim „offenen Konzept“ werden diese Gruppenräume aufgelöst und durch „Funktionsräume“ ersetzt. Die Kinder können selbst entscheiden, in welchen Raum sie gehen wollen. Zur Auswahl stehen ein „Atelier“, ein „Rollenspielzimmer“ und das „Frühstücksbistro“, um nur einige zu nennen. Auch wird beim „offenen Konzept“ gruppenübergreifend gearbeitet.

Manch ein Gemeinderat dachte noch an den Ärger bei der Generalsanierung des Kindergartens zurück. „Damals durf-ten wir die Nachforderungen der Kirchengemeinde nur noch abnicken“, erinnert sich Clemens Weisser (CSU). Deshalb fragte sich mancher im Gemeinderat, welche Mehrkosten diesmal auf die Gemeinde zukommen werden.

Ärger bei der Generalsanierung

„Wenn Mehrkosten entstehen, dann übernimmt das die Kirchengemeinde“, versicherte Martin Pietz, der stellvertretende Leiter der Gesamtverwaltungsstelle im kirchlichen Bereich. Die Entscheidung des Gemeinderats fiel einstimmig zugunsten der Kirchengemeinde aus. Die Gemeinde beteiligt sich mit 78 000 Euro der Umbaumaßnahme unter der Voraussetzung, dass die Regierung von Oberfranken einen Zuschuss übernimmt.

Im Gemeinderat kurz notiert

Beleuchtung Korbmuseum: Nur eine Formsache die Umrüstung der Beleuchtung auf LED im Deutschen Korbmuseum, der einstimmig gefällt wurde (Kosten: 82 400 Euro). Bei einem Ortstermin im Mai durch die Landesstelle für nichtstaatliche Museen wurde die Umstellung aufgrund der „Brandgefährlichkeit“ angemahnt. Zuschüsse kann die Gemeinde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen erwarten.

Auftragsvergabe: Firma USP GmbH & Co. KG erhält den Auftrag für due Errichtung eines Fußball-Kleinspielfeldes am „Anger“ (32 500 Euro). Das wurde jüngst in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen.

Bürgerversammlung: Die Bürgerversammlung Neuensee findet am Dienstag, 21., und in Lettenreuth am Donnerstag, 23. November, statt. Beginn ist jeweils 19 Uhr.