LICHTENFELS

Frauen besser vor Gewalt schützen

Die SPD-Landtagsfraktion will Frauen besser vor Gewalt schützen und fordert eine bessere Finanzierung von Frauenhäusern, Beratungsstellen und Notrufen. Laut Altenkunstadter SPD-Landtagsabgeordneter Susann Biedefeld geht es dabei auch um eine bessere finanzielle Unterstützung des Coburger Frauenhauses. Sie dankt den Städten und Landkreisen Lichtenfels, Kronach und Coburg, die das Frauenhaus seit vielen Jahren kontinuierlich mitfinanzieren. „Jede zweite Frau, die Zuflucht in einem Frauenhaus sucht, muss abgewiesen werden, weil Geld und Personal fehlen. In Bayern werden jedes Jahr 140 000 Frauen Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt.“ Die SPD habe zum aktuellen Nachtragshaushalt die Erhöhung der Mittel von 3,5 auf 6,5 Millionen Euro für alle Frauenhäuser, Beratungsstellen und Notrufe in Bayern. beantragt. Dies lehnte die CSU ebenso ab wie einen in dieser Woche in den Bayerischen Landtag eingebrachten Dringlichkeitsantrag der SPD-Landtagsfraktion. Biedefeld: „Das ist ein unglaublicher Vorgang. Wären es die Männer, die in solchen Einrichtungen Schutz suchen müssten, wären wohl die SPD-Anträge angenommen worden.“

Die Sozialdemokraten stützen ihre Forderung auch auf eine vom Sozialministerium in Auftrag gegebene „Studie zur Bedarfsermittlung zum Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder in Bayern“ der Universität Erlangen-Nürnberg, die eine dramatische Diskrepanz zwischen dem Bedarf an Hilfe und den Möglichkeiten zur Hilfe aufzeigt. Die Hilfseinrichtungen können demnach nur mit Spenden und ehrenamtlichem Engagement überleben. Auch die Träger der Freien Wohlfahrtsverbände forderten gegenüber der Staatsregierung mehr Geld.

„Nur zehn Prozent der Gelder der Häuser sind staatlich. Das ist ein Skandal. Der Schutz der Frauen ist ein Grundrecht, das der Staat endlich wahrnehmen muss“, erklärt abschließend Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld.