BURGKUNSTADT

Baur startet bei Digitalisierung durch

Beifall für die Erfolgsbilanz der Baur-Gruppe spendeten rund 180 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beim ...

Mit der Drei-D-Brille einen Blick in die Zukunft werfen – das faszinierte zahlreiche Ehrengäste beim Baur-Neujahrsempfang am Donnerstagabend in Kloster Banz. In einer Tech-Lounge mit modernster Technik und futuristischem Mobiliar erhielten sie unter der barocken Stuckdecke des Fürstenzimmers einen Vorgeschmack auf den Wissenschaftscampus E-Commerce, den das Handels- und Dienstleistungsunternehmen in Burgkunstadt einrichtet. Die Baur-Gruppe setzt auf Digitalisierung und das zahlt sich aus, wie das Rekordergebnis im laufenden Geschäftsjahr zeigt. Mit einem Umsatz von rund 740 Millionen Euro verzeichnet das Unternehmen ein Plus von zwölf Prozent (Vorjahr: 667 Millionen Euro).

„Die Baur-Gruppe und insbesondere unser Kernunternehmen Baur sind wieder auf Wachstumskurs“, sagte Albert Klein, Vorsitzender der Geschäftsführung unter dem Beifall von rund 180 Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das Unternehmen schreibe in alle Geschäftsbereichen schwarze Zahlen und erwirtschafte eine im Branchenvergleich überdurchschnittliche Rendite von fünf Prozent. Gleichzeitig betonte Klein die Chancen der Digitalisierung und die Notwendigkeit, die dafür erforderlichen Veränderungen bei allen Geschäftsmodellen vorzunehmen.

„Baur soll sich

zu der bevorzugten

Online-Einkaufsstätte für unsere Zielkundin entwickeln.“

Albert Klein, Vorsitzender der Geschäftsführung

Neben dem profitablen Wachstum der Kernmarken nannte der Baur-Chef die Investitionen in Technologie und den Online-Shop, Synergien innerhalb der Otto Group, zu der Baur gehört, sowie den zunehmenden privaten Konsum als Quellen des Erfolgs. So setze Baur auf die Digitalisierung und konzentriere sich auf den Online-Handel für die Frau von Anfang 40 bis Mitte 50 mit „inspirierenden Angeboten“ in den Bereichen Mode, Wohnen und Lifestyle. Neben der Erweiterung der Sortimente stehen dabei das Einkaufserlebnis, die Kundenbindung und der Service im Mittelpunkt. So sollen die Kunden individuell angesprochen und die Online-Aktivitäten in den Sozialen Medien ausgebaut werden. „Baur soll sich zu der bevorzugten Online-Einkaufsstätte für unsere Zielkundin entwickeln“, betonte Albert Klein.

Dass diese Strategie Früchte trägt, zeige ein Umsatzplus von fünf Prozent bei der Kernmarke Baur und von 20 Prozent bei der österreichischen Tochter Unito, die alle 21 Shops modernisiert und neue Aktivitäten in der Schweiz gestartet habe. Ertragreich auch die Dienstleistungsunternehmen als zweites Standbein. So verhandele Baur Fulfillment Solustions (BFS) zurzeit über die Verlängerung der Zusammenarbeit mit dem Großkunden S.Oliver und die Baur-Logistik weite durch die Übernahme des Vertriebs für das aufstrebenden Start-up About You ab 2019 nicht nur ihr Geschäft deutlich aus, sondern festige damit auch den Logistikstandort am Obermain innerhalb der Otto Group. Baur werde alles unternehmen, um die Belastung für die Bürger durch das wachsende Verkehrsaufkommen so gering wie möglich zu halten, bat Klein um Verständnis. „Ohne Verkehr keine wirtschaftliche Entwicklung, keine Arbeitsplätze, keine Einkommen“, gab er zu bedenken.

Dank des Wachstums habe Baur in den vergangenen beiden Jahren 300 zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt. Mit 3700 Mitarbeitern in Oberfranken (insgesamt 4100) seien zusammen mit den Familienangehörigen rund 10 000 Menschen in der Region dem Unternehmen verbunden.

„Wir fühlen uns tief mit unserer oberfränkischen Heimatregion verbunden und werden uns auch weiterhin als aktiver und attraktiver Arbeitgeber und als eine treibende Kraft für die Region einsetzen“, versichert der Baur-Chef unter Beifall. Als Impulsgeber und Multiplikator trete Baur nicht nur beim Wirtschaftsforum Obermain, sondern auch durch die Mitarbeit am Verantwortungskompass zusammen mit den Kommunen und der Wissenschaft auf.

Zeichen als Vorreiter in der Digitalisierung setzt Baur durch die Eröffnung des Wissenschaftscampus E-Commerce in Burgkunstadt zusammen mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Innovative, praxisnahe Lösungskonzepte, die unmittelbar in betriebliche Abläufe eingebunden werden können, sollen durch die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis entwickelt und erprobt werden. In fünf Laboren werden Konzepte und Methoden von der Daten-Analyse bis zur Kundenkommunikation erforscht und entwickelt.

Neue Angebotspräsentationen, wie die Einrichtung und Begehung einer virtuellen Wohnumgebung oder virtuelle Umkleidekabinen, könnten durch die Technik der Virtual & Augmented Reality geschaffen werden.

Forschung im Wissenschaftscampus

Der Campus, für den auch die HABA-Firmenfamilien (JAKO-O), Dynamic Commerce (Kulmbach) oder Sikom Software GmbH aus Heidelberg gewonnen wurden, und der vom Freistaat gefördert wird, steht allen interessierten Unternehmen und Institutionen offen. Den Startschuss wird Wirtschaftsministerin Ilse Aigner bei einem Besuch am kommenden Montag geben.

Das Geschäftsjahr 2017/18

Netto-Umsatz: 740 Millionen Euro (Vorjahr: 667 Millionen Euro). Das Geschäftsjahr wird Ende Februar abgeschlossen.

Mitarbeiter: 3700 in Oberfranken, insgesamt 4100.

Die Baur-Gruppe gehört zur Otto Group. Der Unternehmensverbund konzentriert sich auf den Online-Handel und handelsnahe Dienstleistungen. Kernunternehmen ist Baur mit dem Onlineshop www.baur.de.

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Dreidimensional: Einen Vorgeschmack auf den Wissenschaftscampus E-Commerce in Burgkunstadt erhielten die Ehrengäste ...