LICHTENFELS

Leider nicht so richtig bunt

Von Zusammenhalt und Menschlichkeit sangen die Pfadfinder auf der Bühne. Ihre gute Laune ließen sie sich nicht nehmen.

Bunt sollte es werden, einigermaßen trist wurde es. Das Aktionsbündnis „Unser Lichtenfels ist bunt“ blieb am Samstagvormittag mangels Besuchern weitgehend unbemerkt.

10 Uhr, das Wetter wirkte frisch. Aus den Lautsprechern auf der Bühne am Marktplatz ist „Moonriver“ zu hören. Es ist die Zeit geschäftiger Vorbereitung an den Ständen, die das Weinfest tragen. Demonstranten, Zuhörer oder gar Passanten sind jetzt um diese Uhrzeit noch nicht da. Abgesehen von dem Personenkreis, der das Bündnis trägt: ein paar Stadträte, Mitglieder der St. Georgs-Pfadfinder oder Pfarrerin Anne Salzbrenner, die so etwas wie das Gesicht des Bündnisses gegen rechtes Gedankengut ist.

Respekt für alle

Um 10.15 Uhr macht Peter Lachner Soundcheck auf der Bühne. Der Pastoralreferent und Bob-Dylan-Fan wird Lieder aus friedensbewegten Zeiten spielen, „Blowing in the wind“ oder „We shall overcome“. In gewisser Weise werden auch sie nur vom Wind mitgenommen, so wie die wohl 30 Luftballons, welche Kinder aufgeblasen haben.

„Respekt für alle ist unser Ziel“, singt Peter Lachner. „Wir sind das bunteste hier“, sagen zwei in Uniform gekleidete Polizisten zu dem sich bietenden Bild.

Aber Anne Salzbrenner gibt sich auf der Bühne kämpferisch und bleibt heiter. Von mangelndem Interesse möchte sie nicht reden. „Wir haben es inszeniert, weil heute Flechtkulturlauf ist“, erklärt sie, darlegend, dass die von Kirchen, vom Gewerkschaftsbund oder den Pfadfindern getragene Veranstaltung keine Hauptattraktion sondern eher so etwas wie Teil des Rahmenprogramms sei. „Wenn es hart auf hart kommt, hab' ich gleich 300 Unterstützter“, schiebt sie augenzwinkernd nach.

Lichtenfels ist bunt, wenn...

Befürworter jedenfalls hat das Aktionsbündnis genug. So werden Mails verlesen, die zur Veranstaltung alles Gute wünschen beziehungsweise etwas Wohlwollendes formulieren. So wie die von Pfarrern, die aus der islamischen Gemeinde in Lichtenfels, die von Mitarbeiter der Kirchen oder von Lokalpolitikern. Gekommen sind nur wenige. Das soll sich auch zwei Stunden nach Beginn der Veranstaltung nicht sonderlich ändern. Die prominentesten Anwesenden sind Bürgermeister Andreas Hügerich und SPD-Landratskandidat Arnt-Uwe Schille. „Es ging uns weniger darum, Extra-Leute zu bekommen, sondern das Geschehen auf dem Marktplatz zu begleiten“, erklärt Anne Salzbrenner kurz vor 12 Uhr.

Ein kleines Programm gibt es dennoch: Pfadfinder bieten Stockbrot an, über der Flamme geröstet. Und eine Hüpfburg für Kinder steht zur Verfügung. Auf einer Tafel landen Zitate von Mitbürgern und Landkreisprominenz, die alle mit dem Satz „Unser Lichtenfels ist bunt, wenn...“ beginnen.

„Unser Lichtenfels ist bunt, wenn... Wir unseren Mitmenschen das wünschen, was wir uns selbst wünschen“, ergänzt ihn beispielsweise Shejnur Djaferoski, Zweiter Vorsitzender der Islamischen Gemeinde in Lichtenfels. Der Wunsch des Tages bestand in mehr buntem Zuspruch.

Das Publikum war bunt, aber überschaubar. Pfarrerin Anne Salzbrenner weiß aber um Rückhalt, wenn es „hart auf ...