LICHTENFELS

Mont St. Michel, Austernfischer und D-Day

Die BLLV-Reisegruppe bei ihrer Pfingstfahrt auf dem Weg zum Mont St. Michel.

Eine Woche war die Reisegruppe der BLLV-Kreisverbände Lichtenfels/Bad Staffelstein und Weismain mit 45 Teilnehmern unter wissenschaftlicher Leitung von Dr. Bahr bei schönem Wetter und bisweilen stürmischem Wind in der Normandie und Bretagne unterwegs.

Auf der Anreise am Pfingstmontag nach Rouen stattete man Notre Dame in Amiens, der größten Kathedrale Frankreichs, einen Besuch ab und bewunderte das in nordfranzösischer Gotik errichtete Bauwerk mit seinen 3650 Figuren. Die günstige Lage des Hotels in der normannischen Hauptstadt Rouen neben der Kathedrale ermöglichte eine abendliche Stadtführung zum Place du Vieux Marché, wo Jeanne d'Arc 1431 den Feuertod erlitt und die Bewunderung einer Lichtschow mit geschichtlichen Motiven auf der Kathedrale Notre Dame um 23 Uhr.

Am zweiten Reisetag erreichten die oberfränkischen Pädagogen in Dieppe die Kanalküste und genossen einen herrlichen Ausblick. In Fécamp stand der Besuch des Palais Bénédictine an, um nach der Führung den bekannten Kräuterlikör zu probieren. Ein Abstecher führte nach Etretat, einen kleinen Hafenort mit berühmten Felsformationen, an denen Corbet, Delacroix und Monet arbeiteten. Nach einem Picknick mit französischem Käse und Calvados war man gestärkt, um in Honfleur zur spätgotischen Kirche Ste-Catherine hinaufzusteigen, die nach dem 100-jährigen Krieg von französischen Schiffbaumeistern erichtet wurde. Entlang der Seine ging es über die Pont de Normandie (215 Meter hoch) und die Pont de Tancarville nach Rouen zurück.

Caen und Bayeux standen am dritten Tag auf dem Programm. Ein Rundgang auf den Burganlagen in Caen, der Lieblingsresidenz Wilhelms des Eroberers, führte zur gotischen Basilika mit ihren Stalaktitengewölben. In Bayeux zog der 70 Meter lange Teppich in der Galerie de la Tapisserie die Oberfranken in ihren Bann, der in 58 Bildern die Eroberung Englands zeigt. Anschließend besichtigte man die Kathedrale und ihre Krypta. Einen Tag nach dem D-Day sah man in Arromanches, wo die Alliierten unter schwerem Beschuss in zwölf Tagen einen künstlichen Hafen anlegten, noch Veteranen und Teilnehmer der Feierlichkeiten von tags zuvor. Am Abend bezog man in der schönsten Hafenstadt der Nordbretagne, St-Malo, in der Nähe der Kathedrale St. Vincent das Hotel für vier Nächte.

Früh aufstehen hieß es am vierten Reisetag, um rechtzeitig den Mont St. Michel vor dem großen Besucherandrang zu erreichen. Die felsige Insel im Wattenmeer mit der gleichnamigen Benediktinerabtei gehört zu den beeindruckendsten sakralen Bauwerken Europas. 300 Stufen treppauf und später wieder treppab auf 157 Meter werden entlohnt durch Rittersäle, Kirchengewölbe, Türme und die Abteikirche, auf deren Turm die Statue des heiligen Michael mit dem Drachen prunkt. Anschließend ging es zu den Austernfischern in Cancale, um dann Austern mit Chenin Blanc zu genießen. Am Nachmittag folgte ein Rundgang entlang der Wälle und durch die Stadt St-Malo, um für die abendlichen Ausgänge Ziele zu finden. Nach einer Fahrt entlang der Rosengranitküste mit einem Spaziergang vorbei an den roten Felsen im Meer ging es weiter nach St-Theogennec, Guimiliau und Pleyben, um Kalvarienberge, Kreuzigungsgruppen mit vielen Figuren, Beinhäuser und Friedhöfe auf sich wirken zu lassen.

Paul Gauguin lockte die Pädagogen am sechsten Tag nach Pont Aven, die Stadt der 14 Mühlen. Nach einem Spaziergang durch das Mühlenviertel und zum Liebeswald folgte eine schwierige Auffahrt, um in der Kapelle De Tremelo den Gelben Heiland, der Gauguin zur Vorlage eines berühmten Bildes diente, zu bewundern. Die zehn Steinreihen mit fast 1000 Menhiren in Carnac sind die berühmtesten und größten der Welt. Der Tumulus St. Michel, der größte Grabhügel Carnacs, bot eine herrliche Aussicht, und den Abschluss bildete der Riese von Manio, mit 6,45 Meter der größte noch stehende Menhir von Carnac.

Verwöhnt mit gutem Essen und vielen neuen Eindrücken konnte man am Sonntag die lange Heimreise antreten, auf der sich Geburtstagskind Roland Schöps in humoriger Weise bei Reisebegleiter Hans Tremel mit einem Präsent bedankte.