BAD STAFFELSTEIN

Letzter Anruf bei „Rosi“

„Eine Insel mit zwei Bergen ...“ – viele Waggons zählte am Ende die „Lokomotive“ ...

Von wegen „atemlos“ - bevor er die letzte Ölung bekam, holte der „Fasching“ im Angerstübla noch einmal kräftig Luft. Beim Kehraus des Staffelsteiner Karnevals Klubs (SKK) unternahmen die Narren aus der Adam-Riese-Stadt noch einmal manche Reise durch das Lummerland, wandelten auf dem „Highway to hell“ und besangen die legendäre „Rosi“.

„Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind ...“, schunkelten die SKK-ler und zahlreiche weitere Narren um ihren Vorsitzenden Matthias Graß zu Klängen des Entertainer-Duos „Rainer und Frank“. Sie tanzten nach Amarillo, träumten den Traum von Amsterdam und genossen die grenzenlose „Freiheit über den Wolken“. Die Tanzfläche glühte, schon nach kurzer Zeit entledigte sich mancher durchgeschwitzte SKK-ler seines roten Jackets.

Als gäbe es kein Morgen

Im Angerstübla ging beim Finale Furioso noch einmal richtig die Luzie ab. Der Aschermittwoch kommt früh genug, dachte man sich und gab noch einmal richtig Vollgas. So blieb auch bei der Polonaise durch das Lokal kaum jemand sitzen. Pippi Langstrumpf, Pirat und die Kapitäne und Matrosen vom SKK tanzten, feierten und amüsierten sich, als gäbe es kein Morgen.

Gab es natürlich – anders als im „Murmeltier-Film“ - aber halt doch und so rückte der Zeiger auf der Uhr im „Angerstübla“ unerbittlich voran am 94. und letzten Tag der fünften Jahreszeit. Feierliche Stimmung kam noch einmal auf, als Michael Hess im Namen aller SKK-Narren dem Präsidenten des Staffelsteiner Karneval-Klubs, Matthias Graß für sein abermals gelungenes Wirken in der nun zu Ende gehenden Session dankte. Zusammen mit Margit Schnapp überreichte er einen Geschenkkorb. Und weil bekanntlich hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau steckt, wurde auch seine Gattin Petra unter dem Applaus der Versammelten mit einem Präsent bedacht.

Abschied nehmen

Kurz vor Mitternacht war es schließlich soweit. Der „Fasching“ lag in den letzten Zügen, wurde symbolisch zu Grabe getragen. Im abgedunkelten „Angerstübla“ setzte SKK-Präsident Matthias Graß eine ernste Miene auf. Mit einer humorvollen Trauerrede hieß es Abschied nehmen. „Mir ihm hatten wir jede Menge Gaudi, aber auch manchmal großen Ärger – insbesondere wenn wir früh nach Hause kamen“. Augenzwinkernd ließ Graß Rathaussturm, Faschingsball, Kinderfasching und andere Veranstaltungen, bei denen der SKK mitwirkte, Revue passieren. „Unser Fasching hat in seinem kurzen Leben viele Freunde gefunden – doch jetzt hat es ihn dahingerafft. Am Aschermittwoch ist alles vorbei, doch ab dem 11.11. leuchten wir wieder nei. Prost!“

Die gespielt ernste Miene gelang den meisten nicht: Humorvoll wurde der „Fasching“ zu Grabe getragen ...