BAD STAFFELSTEIN

Leserbrief : „Die Überlastung des Staffelbergs droht“

Zur geplanten Rekonstruktion des keltischen Zangentors am Staffelberg ging folgende Lesermeinung ein:

„Das Zangentor kehrt zurück“, auch der Stadtrat Bad Staffelsteins hat mehrheitlich zugestimmt, folgte der Begeisterung des Landrates. Mit dem Archäologen Dr. Markus Schußmann wurde ein kompetenter wissenschaftlicher Leiter der Ausgrabungen gewonnen. Die finanzielle Seite des Projektes ist geklärt, unser Staffelberg kann ,optimiert‘ werden. Im ersten, und einzig sinnvollen Schritt, werden bald die Ausgrabungen beginnen. Landrat Meißner hat immer deutlich gemacht, worum es ihm geht: „Wir wollen eine seriöse Auseinandersetzung, mit dem keltischen Erbe am Obermain. Den Fund schnell touristisch auszuschlachten a la Disneyland kommt nicht in Frage.“ Auch Bürgermeister Kohmann versichert: „Kein Disneyland.“

Umso beunruhigender dann aber weitere Andeutungen des Landrates: „Wir müssen die Kelten als Alleinstellungsmerkmal stärker hervorheben, besser vermarkten. Im Zangentor steckt viel Potenzial.“ Es gibt aber auch Grenzen des Wachstums, die Überlastung unseres Berges droht. Weitere Freistellungen sind geplant: die Freilegung des Walles, der Toranlage am Löwental und des Himmelsteiches. Kein Disneyland (!) – bei Kelheim führt ein rekonstruiertes Zangentor hinein– in einen Archäologiepark!

Die beeindruckende, aber kurzzeitige Bedeutung des Staffelbergs als überregionales keltisches Machtzentrum, steht außer Zweifel, eben sowenig die Sinnhaftigkeit und Berechtigung umfassender wissenschaftlicher Grabungen, sie sind längst überfällig. Ein Bodendenkmal bleibt nur dann am besten erhalten, wenn es sich auch weiterhin unter der Erde verbirgt. Für diese grundsätzliche Erkenntnis taugt unser Staffelberg ganz besonders. Die unterirdischen Bauwerksreste, aus Stein oder organischem Material, gut zwei Jahrtausende in der Erde geschützt, stehen nun für modernste Untersuchungen zu Verfügung. Ich appelliere aber an unsere Kommunalpolitiker und Mitbürger: Setzen Sie sich dafür ein, das unser Staffelberg bleibt was er noch ist: unser Berg der Franken - in all seiner Würde und Schönheit! Nach den Ausgrabungen und wissenschaftlicher Auswertung sollte alles wieder mit Erde bedeckt und somit bestmöglich versiegelt werden – anstatt die Bodendenkmäler für die nächsten beiden Generationen gänzlich freizulegen und sie damit aber dem späteren Verfall auszuliefern. „Der Staffelberg hat einen hohen emotionalen Wert“, sagt Landrat Meißner. Jetzt noch - so wie wir ihn immer wieder gerne erwandern und erleben.

Karl-Heinz Müller

96231 Bad Staffelstein