ZAPFENDORF

Es geht doch nicht nach Jamaika

Der Stammtisch „Sprich leise“ nahm die gescheiterten „Jamaika“-Verhandlungen aufs Korn.

Einen runden Geburtstag feierte der Faschingsumzug – er ging ins 60. Jahr. Zwar waren auch Teilnehmer aus den Nachbargemeinden und sogar aus dem Coburger Raum angereist, gerade einige Zapfendorfer setzten aber mit bunten Faschingswägen und witzigen Themen Akzente. Und Angela Merkel war auch mit dabei.

Jamaika fällt auf. Ja, natürlich geht es hier um eine gewisse politische Konstellation – aus der nichts geworden ist. Aber auch optisch macht Jamaika so einiges her. Das hatte sich auch der „Stammtisch Sprich Leise“ gedacht und die Jamaika-Verhandlungen zum Motto des diesjährigen Faschingswagens gemacht. „Nach Jamaika wollten wir, doch dank GroKo bleib?n wir hier“, war dann auch an der Seite zu lesen. Ebenfalls die große Politik mit den endlosen Koalitionsverhandlungen in Berlin hatte sich der Pfeifenclub aus Ebing zum Thema genommen. Auf einem kleinen Wägelchen fuhr „Angela Merkel“ hinterher, natürlich in ihrer bekannten Pose mit den zu einer Raute zusammengelegten Fingern.

„Der Sportplatzbau, der zieht sich hin. Bis dahin sind wir im Altersheim drin!“
Aerobic-Damen des Sportvereins

Ein aktuelles Thema aus der Ortspolitik war auf dem eigenen Wagen der Gemeinde zu sehen. Unter der Leitung von Bürgermeister Volker Dittrich gab es Infos zum Waldkindergarten, der schon sehr bald eröffnet werden soll. Wenig zufrieden zeigten sich hingegen die Aerobic-Damen des Sportvereins: „Der Sportplatzbau, der zieht sich hin. Bis dahin sind wir im Altersheim drin!“, skandierten die Damen und führten an der Kreuzung Bamberger Straße – Herrngasse ein Tänzchen auf.

Apropos Herrngasse: Der Faschingsumzug nahm in diesem Jahr eine neue Route. Es ging nicht mehr durch die Hauptstraße, sondern am Ende der Bamberger Straße in die Herrngasse. Aufgrund vieler Rückmeldungen habe man sich für diesen neuen Verlauf entschieden, erklärte Moderator Thomas Köhlerschmidt – der Umzug ziehe sich so nicht derart in die Länge wie früher. Zusammen mit ihm stellte Kirstin Hoh am Mikrofon die Wagen und die Fußgruppen vor. Zum zweiten Mal lag die Organisation in den Händen der TSG Mädchengarde, die natürlich selbst mit ihren Garden teilnahm.

VW Golf als Panzer

27 Gruppen hatten sich angemeldet. Mit dabei waren auch der Kindergarten Sankt Franziskus, der Musikverein Zapfendorf, die Badminton-Abteilung des SVZ, die Kinderfeuerwehr, der Gesangverein Cäcilia, die Laafer Jungs sowie die Oldtimerfreunde mit der Anglerjugend. Das Thema VW-Abgasskandal hatte sich der Sportclub Unteroberndorf auf die Fahnen geschrieben, ein zum Panzer umgebauter VW Golf wurde hinter dem Faschingswagen hergezogen. Und die Air-Berlin-Pleite griffen „Fuchs ‘80“ auf – „Letzter Flug durch Zapfendorf“ war hier das Motto.

Während des Faschingsumzugs war das katholische Pfarrheim geöffnet, bei der Feuerwehr gab es eine Bratwurstbude. Von der kalten Witterung ließen sich die Besucher jedenfalls nicht abschrecken – und viele entschieden sich nach dem Umzug für eines der gastronomischen Angebote in der Umgebung.

Die Damen des SV Zapfendorf machen sich Sorgen, ob sie den Sportplatzbau noch erleben.
Der Gesangverein Cäcilia ließ die Luftballons tanzen.