KALTENBRUNN

Die Einwohnerzahl sinkt leicht

Die Einwohnerzahl der Gemeinde Itzgrund hat im vergangenen Jahr zwar geringfügig abgenommen, aber mit Rückblick auf die vorangegangenen Jahre beunruhigt dies den Ersten Bürgermeister Werner Thomas (SPD) nicht. Zum Jahresende 2017 waren es 2253 Einwohner, 30 weniger als ein Jahr zuvor. „Es gab mehr Wegzüge als Zuzüge“, sagte Bürgermeister Thomas in seinem Jahresbericht auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates am Mittwoch im Rathaus Kaltenbrunn.

Weniger Geburten

Das Standesamt registrierte 2017 21 Geburten. Das waren zwar drei weniger als 2016. Aber die Zahl der Neugeborenen bewege sich trotzdem noch auf einem relativ hohen Niveau. Im Jahr 2009 seien es laut Statistik nur sieben Geburten gewesen. Der größte Gemeindeteil sei derzeit Gleußen und Schlusslicht Welsberg, zumindest wenn man noch kleinere Ortsteile wie Bodelstadt oder Pülsdorf ignoriere.

Der Löwenanteil bei den Einkommen speise sich aus den Einkommensteuer, nämlich rund 1,3 Millionen Euro. Die Schlüsselzuweisungen gab der Bürgermeister mit rund 800 000 Euro an. Gewerbesteuereinnahmen spielten nur eine untergeordnete Rolle. Und: „Die Hundesteuer sieht man gar nicht“, kommentierte der Bürgermeister die niedrigste Kurve im PDF-Diagramm der Einnahmen.

Die Solidarumlage entfalle für die Gemeinde Itzgrund auf der Ausgabenseite schon seit 2008. Die zu zahlende Kreisumlage sei ja aktuell erst um zwei Prozentpunkte gesenkt worden. Bei der Hin-und-Herr-Rechnerei zwischen all den variablen Berechnungsgrundlagen werde sich bei dem Gesamtbetrag aber nur wenig ändern. „Wir sind trotzdem noch die steuerschwächste Gemeinde im Landkreis“, sagte Werner Thomas.

Bei den großen Projekten des vergangenen Jahres erinnerte der Bürgermeister an die Inbetriebnahme des „Windparks Bürgerwald“ bei Welsberg, den Bau des Feuerwehrhauses in Herreth und an die Eröffnung des Itzgrundmarkts im vergangenen Herbst. Auf gute Nachfrage stößt das neue Baugebiet Kapellenfeld in Kaltenbrunn. Von den 18 Bauplätzen im ersten Bauabschnitt seien nur noch zwei zu haben. Gemeinderat Matthias Bauer (Freie Wähler) regte an anderer Stelle in der Tagesordnung dazu(Freie Wähler) regte an, mit dem zweiten Bauabschnitt zügig fortzufahren, um den Schwung der aktuellen Wirtschaftslage noch auszunutzen.

Drei taktische Feuerwehren

In den Orten der Gemeinde Itzgrund gibt es aktuell sechs Feuerwehren. Die verfügen zusammen über 188 aktive Feuerwehrleute, darunter 16 Frauen. „Das ist gemessen an unserer Einwohnerzahl ein sehr stolzer Wert“, sagte Verwaltungsrat Dieter Scherbel, Geschäftsleiter der Gemeinde und auch einer der 188 Aktivitas. Ein eigenes Problem ist freilich die Sicherung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren an Werktagen von 6 bis 18 Uhr. Dazu sollen drei taktische Feuerwehren gebildet werden. Herreth, Kaltenbrunn und Schottenstein. Dabei sollen künftig die Feuerwehrleute aus Gleußen und Lahm/Pülsdorf die Feuerwehr in Kaltenbrunn sowie die Feuerwehrleute aus Welsberg die Feuerwehr in Schottenstein verstärken.

Weg soll ausgebaut werden

Das Amt für ländliche Entwicklung in Bamberg ist grundsätzlich mit dem Ausbau des Kernweges zwischen den Aussiedlern bei Herreth bis zur Verfahrensgrenze bei Püchitz einverstanden. Es handelt sich um einen“ übergeordneten Kernweg mittlererer Priorität“. Die Gemeinde Itzgrund will eigentlich noch in diesem Jahr mit der Maßnahme beginnen, sofern die Haushaltslage das erlaubt. Wenn nicht, soll sie aber 2019 durchgeführt werden.

Im Rahmen der künftigen Baunach-Allianz soll am 1. März eine kollektive Gemeinderatssitzung aller Städte und Gemeinden stattfinden. Dann sollen auch das formelle Regelwerk dieser Allianz beschlossen werden. Der Bürgermeister bat die Gemeinderäte rechtzeitig vor diesem 1. März um Vorschläge und Änderungswünsche, die dann in dieses Regelwerk eingearbeitet werden können.

Hintergrund

Der Gemeinderat Itzgrund kam im vergangenen Jahr zu zwölf öffentlichen und 15 nicht öffentlichen Sitzungen zusammen. Es gab 16 Sitzungstage. Alle Sitzungen zusammen dauerten 34 Stunden und zehn Minuten. In den öffentlichen Sitzungen wurden 97 Tagesordnungspunkte aufgerufen. Es gab 51 Beschlüsse, davon wurden 47 beziehungsweise 92,16 Prozent einstimmig getroffen. 25 Itzgrund-Bürgerinnen und -bürger haben 2017 geheiratet, zwölf davon im Itzgrund selber. Lebenspartnerschaften wurden keine registriert. Die Gemeinde hatte im vergangenen Jahr voraussichtlich Einnahmen in Höhe von knapp 5,97 Millionen Euro, denen Ausgaben in Höhe von 4,725 Millionen Euro gegenüber standen.