OBERBRUNN

Bei Zusammenarbeit Luft nach oben

In Unterbrunn wird schon Platz für den Neubau eines neuen Feuerwehrgerätehauses geschaffen.

Bei der Zusammenarbeit innerhalb der Alarmierungseinheit mit Döringstadt, Oberbrunn und Unterbrunn ist offensichtlich noch ein bisschen Luft nach oben. Bei der Hauptversammlung der Oberbrunner Feuerwehr zeigte sich Kreisbrandmeister Christian Schilder in der Alten Schule „enttäuscht“ darüber, dass im vergangenen Jahr keine gemeinsame Übung der drei Feuerwehren stattfand. Verstehen, machte Schilder klar, könne er das nicht: „Miteinander zu arbeiten, macht doch auch mehr Spaß.“ Immerhin: Mit den Kollegen aus Döringstadt haben die Oberbrunner im vergangenen Jahr auf ein gemeinsames Ziel hingearbeitet und zehn Mal zur Vorbereitung auf eine Leistungsprüfung geübt. Der Hinweis von Horst Amon (dem Vorsitzenden der Feuerwehr Oberbrunn), man habe die Unterbrunner zweimal auf gemeinsame Übungen angesprochen, genügte Schilder als Begründung nicht so ganz: „Man muss manche Feuerwehr auch mal zu ihrem Glück zwingen.“

„Wenn es einen Neubau in Döringstadt gibt, dann wird dieser auch tauglich für ein Fahrzeug sein.“
Bernhard Storath, Erster Bürgermeister

Ein Jahr nach Einführung der Alarmierungseinheit, mit der tagsüber die Einsatzbereitschaft wenigstens einer Löschgruppe gewährleistet werden soll, gibt es offensichtlich neue Überlegungen zur Organisation. Wie der Ebensfelder Bürgermeister, Bernhard Storath (CSU), den Mitgliedern der Oberbrunner Feuerwehr berichtete, hat sich für die Gemeinde überraschend doch die Möglichkeit aufgetan, in Döringstadt ein fahrzeugtaugliches Gerätehaus zu bauen. „Spruchreif, aber noch nicht entschieden“, sagte Storath, sei ein Neubau in Döringstadt. Dieser schien lange Zeit völlig außer Reichweite, deshalb haben in Unterbrunn schon vor einem Jahr die Arbeiten zum Bau eines größeren Gerätehauses begonnen. „Die Beschlusslage im Gemeinderat ist, dass das neue Fahrzeug in Unterbrunn stationiert wird“, erklärte der Bürgermeister – schloss aber eine „neue Festlegung“ ausdrücklich nicht aus.

Eifriges Üben notwendig

Martin Schmidt, stellvertretender Kommandant in Oberbrunn, rief in seinem Bericht die gemeinsame Leistungsprüfung mit den Kameraden aus Messenfeld und Döringstadt in Erinnerung. Man habe eifrig üben müssen, weil außergewöhnlich viele junge Aktive mit in die Prüfung eingebunden waren. Die Abnahme der Leistungsprüfung habe dann aber nahezu reibungslos geklappt, freute sich Schmidt. Lob bekamen die Oberbrunner von Christian Schilder und vom Bürgermeister für ihren Einsatz gemeinsam mit mehreren anderen Wehren am Ebensfelder Badesee, als dieser im Sommer zum wiederholten Male umzukippen drohte. „Wir konnten ein Desaster verhindern“, zeigte sich Schilder zufrieden.

Finanziell war 2017 kein gutes Jahr für die Feuerwehr. Das lag nicht zuletzt daran, dass im Sommer in die Alte Schule eingebrochen wurde und dabei erheblicher Sach- und Entwendungsschaden entstand, erklärte Kassierer Dieter Spaderna das Minus in der Bilanz.

Minusbeteiligung beim Schafkopf

Zwiespältig fiel der Rückblick von Horst Amon auf das gesellschaftliche Engagement der Feuerwehr aus. Da stand auf der einen Seite das in der Dorfgemeinschaft überaus beliebte und damit wirtschaftlich erfolgreiche Fischessen; auf der anderen Seite aber auch die Ortsmeisterschaft im Schapfkopf (Sieger: Stefan Wagner-Baumeister) mit einer absoluten Minusbeteiligung von zwölf Personen. Als Ziel gab der Vorsitzende deshalb aus, bei der im Frühjahr anstehenden nächsten Auflage der Ortsmeisterschaft wenigstens 20 Karter in die Alte Schule zu locken.

Personalien

Es gab aber auch Erfreuliches zu melden. So gehören die neu aufgenommenen Mitglieder Luis Schlichting und Sven Wagner-Baumeister ab sofort zur aktiven Wehr. Außerdem wurden Franz Müller (40 Jahre), Erwin Wolfram (50 Jahre) und Adolf Scheichenost (Ehrenmitglied) geehrt.