BAD STAFFELSTEIN / LICHTENFELS

Ärger mit den Kormoranen

Der neu- oder wiedergewählte Vorstand des Anglerclubs mit Vorsitzendem Horst Schramm (7. v. re.).

Der Anglerclub Lichtenfels-Staffelstein und Umgebung wählte am Samstag einen neuen Vorstand. Vorsitzender Horst Schramm wird den Verein mit seinem 968 Mitgliedern auch die nächsten drei Jahre führen. Alle 26 Vorstandsmitglieder wurden ohne Gegenstimmen neu- oder wiedergewählt. Nach jahrzehntelanger Tätigkeit wurden drei Vorstandsmitglieder verabschiedet.

18 Jahre sorgte sich Thomas Biesenecker als Wasserwart um die Vereinsgewässer. Herbert Büttner war 16 Jahre Jugendwart und sechs Jahre 1. Kassierer. Gottfried Wunsch wirkte drei Jahre als Gewässerwart und 24 Jahre als 2. Kassierer. Über 80 Mitglieder wurden für langjährige Treue geehrt.

Mit Sorge beobachtete Vorsitzender Schramm, dass die Angler alle Fische mit den Kormoranen teilen müssten. „Unsere Aufzeichnungen haben ergeben, dass in den Wintermonaten mindestens die Hälfte unserer Fischbestände in den Mägen der Kormorane landet“, stellte er fest. Dadurch entstehe dem Verein ein Schaden zwischen 10 000 und 18 000 Euro. „Ein Schaden, den uns niemand ersetzt und daher von den Vereinsmitgliedern ausgeglichen werden muss“, so Schramm.

Den Schaden für alle Fischereivereine im Landkreis bezifferte er auf rund 44 000 Euro. Wenn zukünftig in den Fließgewässern der Fischotter hinzukomme, der auch vor großen Laichfischen nicht zurückschrecke, müsse man mit noch größeren Schäden rechnen. Der Fischotter benötige sechs Zentner Fische im Jahr, erklärte der Vorsitzende.

Um Gegenzusteuern, sei es unumgänglich, dass Muttertiere der Brachsen und großen Rotaugen geschont werden müssen, kündigte der Vorsitzende an. „Wir können nicht weiterhin diese Tiere, die für den Nachwuchs sorgen, unbegrenzt unseren Gewässern entnehmen“, sagte er.

„Wir können nicht weiterhin diese Tiere, die für den Nachwuchs sorgen, unbegrenzt unseren Gewässern entnehmen.“
Horst Schramm, Vorsitzender

Daher habe der Vorstand eine Fangbegrenzung von zehn Brachsen über 35 Zentimetern beschlossen. Ob auch eine Beschränkung für Rotaugen erlassen werden müsse, sei noch nicht sicher.

Als Fachbeirat des Fischereiverbandes gab Horst Schramm bekannt, dass neue Baggerseen nicht mehr von der Fischerei ausgeschlossen werden dürfen. Es sei gelungen, in diesem Punkt den Regionalplan Oberfranken West zu ändern. Bisher sollten diese neuen Teiche ausschließlich dem Naturschatz vorbehalten sein. Damit hätten die Unteren Naturschutzbehörden der Landratsämter gegen das Fischereigesetz verstoßen.

Angler wollen Baggersee kaufen

Der neue Baggersee, der zwischen Reundorf und Kösten entstehen soll, könne als extensive Freizeiteinrichtung aber auch fischereilich genutzt werden, gab der Vorsitzende bekannt. Der Anglerclub habe Interesse am Kauf eines Teils des Sees angemeldet. Ein Kaufangebot sei bereits abgegeben worden, denn die Verlandung des Matthäus-Kraus-Sees in Kösten sei durch die bestehenden Flutmulden des Mains vorprogrammiert. Eine Nutzung als Badesee sei nur möglich, wenn die Stadt Lichtenfels den zukünftigen See kauft und die Verantwortung für den Badebetrieb übernimmt.

„Wir betreiben keine Kochtopffischerei.“
Horst Schramm, Vorsitzender

Die Entscheidung der Stadt stehe noch aus. Am Baggersee in Schönbrunn sei ein weiteres 5000 Quadratmeter Grundstück von der katholischen Kirchenstiftung gekauft worden.

Der Ankauf einer Notfallausrüstung für die Gewässerbelüftung sei vorerst zurückgestellt worden, erläuterte der Vorsitzende. Der Grund sei die Tatsache, dass nach dem bayerischen Wassergesetz in erster Linie die Gemeinden für die Unterhaltung der Baggerseen zuständig sind. Das bedeute die Erhaltung und Förderung der ökologischen Funktionsfähigkeit der Gewässer, was den Lebensraum für Tiere und Pflanzen einschließe.

Erneut wies der Vorsitzende darauf hin, dass gefangene Fische nur für den Angler und seiner Familie bestimmt sind. Die Versorgung der Verwandtschaft sei nicht im Sinne einer umweltgerechten Hege der Gewässer. Der im Fangbuch eingetragene Fisch verlasse nur mit dem Angler das Gewässer. „Wir betreiben keine Kochtopffischerei“, sagte er. Auch die Sauberkeit an den Ufern der Seen lasse zu wünschen übrig. Es gebe Angler, die ihren Unrat in die Büsche werfen. Darunter leide ihr ohnehin nicht besonders gutes Image. Es sollten Feuerstellen in den Wiesen vermieden werden, die von Bauern bewirtschaftet werden.

1944 Karpfen gefangen

Gewässerwart Winfried Dicker-Glück berichtete über die Fangergebnisse. Auffällig sei, dass beim Zander und der Schleie das Ergebnis deutlich unter dem Besatz liege. „Offenbar wird die Schleie gern vom Kormoran gefressen“, vermutete er. Gefangen wurden 1944 Krapfen, 64 Zander, 222 Hechte und 111 Schleien. Jugendwart Christian Hoffmann berichtete von 13 Veranstaltungen im vergangenen Jahr. Jugendangler des Jahres sei erneut Adrian Bornschlegel geworden. Zweiter wurde Moritz Mertinke, gefolgt von Christian Sapper.

Die Geehrten

20 Jahre: Hans-Dieter Bähring, Gestungshausen; Markolf Bram, Bad Staffelstein; Martin Bram, Hochstadt; Andreas und Sigrid Brückner, Grub am Forst; Peter Chichy, Lichtenfels; Thomas Dümke, Weidhausen; Michael Götz, Mitwitz; Ulrich Hentschel, Kulmbach; Karlheinz Hofmann, Altenkunstadt; Peter Huller, Neustadt; Bernd Kirstner, Coburg; Bernd und Franz Krellowetz, Steinwiesen; Matthias Lederer, Burgkunstadt; Peter Lunz, Nürnberg; Günter Marx, Weidhausen; Andreas Morawiecki, Rödental; Friedrich Möller, Weißenbrunn; Mario Möller,

Reundorf; Walter Müller, Coburg; Waldemar Polle, Ebersdorf; Sebastian Rösner, Altenkunstadt; Rudolf Schmidt Sonnefeld; Christian Schmittnägel, Wallenfels; Johann Schneider, Großheirath; Ralf Schneider Coburg; Andreas Schulz, Untersiemau; Heimo Seifert, Niederfüllbach; Meinhard Stürke, Buch am Forst; Thomas Tiez, Bad Staffelstein; Wolfgang Vogler Kösten; Rainer Wanitschka, Bad Staffelstein; Günter Zeyfang, Lichtenfels.

40 Jahre: Hans-Jürgen Angrabeit, Bad Staffelstein; Uwe Greil, Weidach; Lothar Herbst, Altenkunstadt; Peter Leipert, Bad Staffelstein; Gerhard Pohl, Michelau; Wolfgang Schnabel, Michelau; Volker Stübinger.

50 Jahre: Günter Drechsler, Lichtenfels; Gerhard Fischer Lichtenfels; Norbert Kordylla, Altenkunstadt; Lorenz Nussgräber, Mainleus; Hans Püls Weismain; Horst Schramm, Ahorn.

Der neue Vorstand

Vorsitzender: Horst Schramm; 2. Vorsitzender: Jürgen Hoffmann; 1. Schriftführer: Harald Kessel; 2. Schriftführer: Winfried Dicker-Glück; Kassierer: Leon Brandner; 1. Jugendwart: Benjamin Kolb; 2. Jugendwart: Steffen Tschetwiorkin; Veranstaltungsbeauftragte: Elke Hofmann und Edwin Mahler; Gewässerwarte: Ulrich Moika, Steffen Kessel, Horst Schwesinger, Siegfried Bülling, Christian Hoffmann und Sebastian Büttner; Fischereiberater: Dieter Krappmann; Bauwarte: Michael Göllner und Stefan Bauer; Revisoren: Jürgen Krank und Heinz Gärtner; Ältestenrat: Bernhard Blüchel, Herbert Büttner, Lutz Angermüller, Rudi Pistor und Gerd Tschetwiorkin.
Geschenke für 40- und 50jährige Mitgliedschaft (v. li.): Gerhard Fischer, Horst Schramm, Lorenz Nussgräber, Gerhard ...