BAD STAFFELSTEIN

Sternsinger sammeln über 17 300 Euro

Nach der Verteilung der Sternsingergaben wurden die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen gesegnet und ausgesendet.

Am Wochenende zogen sie wieder von Haus zu Haus: 22 Gruppen mit etwa 85 Sternsingern der Pfarrei St. Kilian waren in Bad Staffelstein und den Dörfern unterwegs. Dabei wurde der stattliche Betrag von 17 302,94 Euro gesammelt. Der Leiter der Sternsinger, Stefan Sniehotta, hatte vor und während der Aktion viel zu organisieren. Bei einem Aussendungsgottesdienst am Dreikönigstag in der Stadtpfarrkirche wurden die Gläubigen auf die Kinderarbeit in Indien aufmerksam gemacht.

Pfarrer Georg Birkel betonte in seiner Begrüßung, dass oft die Arme und Hände viel zu kurz seien, um den weltweiten Hunger zu bekämpfen. „Wer den Stern von Bethlehem sucht, schaut automatisch nach oben. Jedoch müssen wir auch nach unten schauen, um die Armut zu sehen“, betonte der Geistliche.

Schwester Katharina Horn und einige Sternsinger erzählten die Geschichte eines indischen Mädchens. Es muss täglich zehn Stunden Teppiche knüpfen, um das Überleben der Familie zu sichern. Ihr Vater verdient zu wenig Geld, um die Familie ernähren zu können. Die Arbeit ist auch gefährlich, denn an den scharfen Messern kann man sich leicht verletzen. Außerdem atmet das Mädchen feinste Baumwollfasern ein, die ihre Lunge schädigen.

Ohne Schulbildung kein Beruf

Da das Kind den ganzen Tag arbeiten muss, kann es keine Schule besuchen. Und ohne Schulbildung kann es später auch keinen Beruf erlernen. Falls es später auch einmal eine Familie gründet, setzt sich die Armutsspirale fort, und auch ihre Kinder müssten zum Lebensunterhalt beitragen.

Mit dem Erlös der Sternsingeraktion 2018 werden unter anderem Schulprojekte unterstützt. So können einige Kinder wenigstens am Vormittag eine Schule besuchen. Ihr Leben bleibt immer noch hart, denn am Nachmittag müssen sie wieder arbeiten gehen. Allerdings haben sie mit der Schulbildung die Chance, vielleicht irgendwann ein besseres Leben führen zu können.

Selbsthilfegruppen fördern

Des Weiteren werden durch die Spenden Selbsthilfegruppen für Frauen gefördert. Durch Darlehen können Frauen zum Beispiel Ziegen erwerben und die Milch oder den selbst gemachten Käse verkaufen. Auch der Kauf von fair gehandelten Waren garantiert, dass ausschließlich Erwachsene die Lebensmittel anbauen und dabei faire Löhne erhalten. Teppiche, die ohne Kinderarbeit produziert werden, sind mit einem speziellen Siegel ausgestattet. Darauf sollte man beim Kauf achten, wiesen die Sternsinger hin.

Abschlussandacht

Nach der Verteilung der Sternsingergaben wie Stern, Kreide und Sammelbüchse wurden die „Könige“ ausgesandt. Am Sonntagnachmittag fand noch eine Abschlussandacht statt.

Bereits am Freitag stattete eine Abordnung der Sternsinger Bürgermeister Jürgen Kohmann im Rathaus einen Besuch ab.