BAD STAFFELSTEIN

Gesundheit und Genuss fördern

Die Familie unterstützt den Bürgermeister nach Kräften (v. li.): Matthias, Jürgen, Rita und Michaela Kohmann.

Um die Bürgermeisterwahl am 4. Februar in Bad Staffelstein ging es beim „Dreikönigstreffen“ der CSU am Freitag in der Peter-J.-Moll-Halle in erster Linie nicht. Amtsinhaber Jürgen Kohmann, der im November im Siedlerheim mit 96 Prozent der Stimmen nominiert worden war, hat keinen Gegenkandidaten. Jürgen Hagel, CSU-Fraktionssprecher im Stadtrat, stellte fest: „Wir stehen komplett einer neuen Situation gegenüber“, sagte er und rief zum Urnengang auf. Die CSU Bad Staffelstein müsse Geschlossenheit zeigen und Vorbild sein, so sein Appell.

„Ihr braucht die Kraft“, schärfte Walter Mackert den Mitgliedern ein und verwies auf einige Fässer Starkbier, die heimische Brauereien zum Wahlkampfauftakt spendiert hatten. Auch eine kostenlose Brotzeit stärkte die hungrigen und durstigen Wahlkämpfer. Die Kapelle „Vierzehnnothelfer“ bot dazu musikalische Unterstützung.

Viel erreicht

Jürgen Kohmann blickte auf seine zwölfjährige Amtszeit als Bürgermeister zurück. Gemeinsam mit der Fraktion habe man viel erreicht. Jetzt gelte es, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, spornte er seine Mitstreiter an. „Wir wollen das größte Gesundheitszentrum Nordbayerns werden“, kündigte der ehemalige Versicherungsdirektor an. Schon heute verfüge Bad Staffelstein über 77 Gesundheitseinrichtungen. Neu dazu kämen ein Intensivpflegeheim und ein Hotel, das vor dem Kurhotel gebaut werden solle.

Auch als Genussregion Oberfranken wolle man das immaterielle Kulturerbe Bayerns in Bad Staffelstein stärken, unterstrich Kohmann. Es sei geplant, den stadteigenen Bahnhof als „Haus der Genüsse“ mit heimischen Schmankerln einzurichten. Die Bahn werde demnächst das Stellwerk und die technischen Anlagen aus dem Gebäude entfernen. Das sei dann eine Möglichkeit den Bahnhof sinnvoll zu nutzen. Der zukünftig barrierefreie Zugang zum Bahnsteig erfülle die Anforderungen einer Kurstadt.

Breitbandanschluss für alle Häuser

Bei der Sanierung der Bahnhofstraße seien derzeit die Bauabschnitte vier und fünf in der Planung. In den Jahren 2019 und 2020 würden die Bauarbeiten abgeschlossen. Im Breitbandausbau laufe das dritte Förderprogramm. Es sei geplant, alle Häuser in der Stadt mit Glasfaserkabeln anzuschließen. Die Telekom wolle dafür rund sechs Millionen Euro investieren. „Für die Bürger entstehen keine Kosten“, versprach Kohmann. Am 30. Januar werde dazu in der Adam-Riese-Halle eine öffentliche Veranstaltung stattfinden.

An der Grenze

Auch im Hochwasserschutz werde weitergearbeitet, gab der Bürgermeister bekannt. Nachdem für rund elf Millionen Euro der Schutz vor einem sogenannten 20-jährigen Hochwasser fertiggestellt wurde, sei nun der Schutz vor einem 100-jährigen Hochwasser geplant. Dazu sollen in den Flussläufen kleinere Rückhaltebecken gebaut werden. Im Frühjahr werde nun auch der Lärmschutzwall an der Autobahn A 73 bepflanzt werden.

Neue Feuerwehrhäuser in Wolfsdorf und Wissen sollen den Brandschutz verbessern, kündigte Kohmann an. Die Stützpunktwehr Bad Staffelstein stehe mit zwei Einsätzen wöchentlich an der Grenze der Leistungsfähigkeit. Dazu kämen zahlreiche Übungen und Schulungen.

Kohmann listete die Aufgaben der Stadt in den letzten Monaten auf. Er nannte die Sanierung der öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung aller Ortsteile, die Erschließung verschiedener Neubaugebiete, die Hochwasserfreilegung der Innenstadt, die Umgestaltung der Bahnhofstraße und den Neubau der Straße „Am Kurpark“ sowie das soziale Bauprojekt „In der Heimat wohnen“. Er hob das Thermalsolbad Obermain Therme hervor, das in den vergangenen 30 Jahren mehrmals erweitert, saniert und umgebaut worden sei.

Über 50 Millionen Euro investiert

Beim Rückblick auf seine gesamte Amtszeit hob Jürgen Kohmann eine Investitionssumme von über 50 Millionen Euro hervor. Gleichzeitig seien die Schulden vom Jahr 2006 von 21,3 auf 17,1 Millionen Euro im Jahr 2017 reduziert worden. Alle fünf Kindergärten verfügen jetzt über Kinderkrippen. In Bad Staffelstein würden 82 Krippenplätze, 315 Regel-Kindergartenplätze, 135 Hortplätze und zehn Tagesmütter angeboten.

In 21 Feuerwehren seien 800 aktive Kameraden für den Dienst am Nächsten bereit. Bei der Abwasserentsorgung nehme die Stadt den Spitzenplatz in Bayern ein. Für die Trinkwasserversorgung werde jährlich eine Millionen Euro ausgegeben. Inzwischen seien wieder alle fünf Tiefbrunnen in Betrieb.