BAD STAFFELSTEIN

„Rote Karte“ für unrechtmäßigen Bau

Stublang aufwerten wird die umfassende Sanierung der Bachmauer, so blicken die Gremiumsmitglieder mit Vorfreude dem ...

Das nasskalte Herbstwetter beeindruckt die Bauarbeiter wenig: Bei der Bachmauersanierung in Stublang „klotzen“ sie derzeit richtig ran. Bei der Ortsbesichtigung im Vorfeld der Bauausschusssitzung zeigten sich die Gremiumsmitglieder zufrieden mit dem Fortschritt der Maßnahme.

Stadtbaumeister Andreas Ender ging auf das umfangreiche Projekt im Rahmen der Dorferneuerungsmaßnahme ein. Der Bau des Geländers wurde begonnen, Wasserleitungen an einer Stelle neu verlegt. Beginnend im Bereich der Kirche wird die Bachmauer auf einer Länge von rund 600 Metern saniert.

Zugang zum Wasser

Die Bachmauersanierung wird den Ort aufwerten, das ist sicher. Außerdem nutzten die Verantwortlichen die Gunst der Stunde, um eine Art Kneippanlage zu schaffen, um durch sie das Element Wasser erlebbar zu machen. Bürgermeister Jürgen Kohmann hofft, dass ein Großteil der Arbeiten heuer abgeschlossen werden. Bürger und Gastronomie würde das freuen, denn die Beeinträchtigungen sind nicht unerheblich.

Auch bei der vor Kurzem eröffneten Skateranlage am Pferdsfelder Weg in Bad Staffelstein schaute das Gremium vorbei. Stadtbaumeister Ender unterstrich den wetterfesten Kunststoffbelag, der im Vergleich zum Vorgängerbau bessere Fahreigenschaften aufweise.

Umgebaut wird derzeit das Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus „Blumenschänke“ im Banzgau-Ort Stadel. Beim Rundgang informierten sich die Räte über den Stand. Hier entstehen Toiletten, Küche und ein Schulungsraum. Für letzteren werden neue Fenster eingebaut. Im Haushaltsplan 2017 wurden für die Maßnahme zunächst 50 000 Euro eingestellt.

Bis zu 1400 Schweine

In der Horsdorfer Flur beschäftigten sich die Mitglieder des Bauausschusses an einem aufgelassenen Schweinestall mit einer Bauvoranfrage für eine Mehrzweckhalle. Der Bauwerber möchte in diesem Zusammenhang seine Schweinemast von derzeit 700 auf 1400 Tiere vergrößern und dabei auch die exklusiven Iberico-Schweine ziehen. Unter der Maßgabe, dass er die landwirtschaftliche Privilegierung nachweist und, entgegen seines derzeitigen Entwurfs, den Hallenbau von der Böschungskante wegrückt, stellte das Gremium schließlich das gemeindliche Einvernehmen in Aussicht. Dieses bezog sich aber nur auf den Bau der Halle. Legt der Bauwerber die landwirtschaftliche Privilegierung vor, muss der Ausschuss auch über die von ihm angedachte Erweiterung des Schweinemastbetriebs befinden.

In seiner Julisitzung hatte der Stadtrat beschlossen, den Bebauungsplanes „Uetzing-Theisenort“ aufzustellen. Das Areal ist 8900 Quadratmeter groß und liegt am westlichen Ortsrand. Nun billigte der Bauausschuss den Vorentwurf sowie die frühzeitige Beteiligung von Öffentlichkeit, Behörden und Trägern öffentlicher Belange. Der Grundstückseigentümer plant neun Bauparzellen. Er will die Zufahrt in Eigenregie über seinen Privatbesitz bewerkstelligen.

In der Lessingstraße hatte der Bauausschuss der Errichtung eines Einfamilienwohnhauses zugestimmt. Der Bauwerber jedoch hält sich nicht an die Vorgaben. Obwohl ein Abstand von 1,50 Metern festgelegt worden war, rückte der Bauwerber mit dem Gebäude direkt an die hintere Grundstücksgrenze heran und baute zudem höher als ihm zugestanden. Sehr zum Unmut des Bürgermeisters Jürgen Kohmann. Der neue Tekturplan sieht einen Rückbau des hinteren Gebäudebereichs auf drei Meter Höhe vor. Ein Nachbar kann sich aber dennoch nicht der Baumaßnahme arrangieren, schaltete mittlerweile sogar einen Anwalt an.

„Wir sollten Rückgrat

zeigen und dem nicht

zustimmen.“

Wolfgang Herold (CSU) zum unrechtmäßigen Bau

Auch die Mitglieder des Bauausschusses äußerten angesichts des ungebührlichen Verhaltens des Bauwerbers scharfe Kritik. Sie befürchten, dass dies Schule machen könnte. „Wir sollten Rückgrat zeigen und dem nicht zustimmen“, meinte Wolfgang Herold (CSU). Drei Räte stimmten dafür, sieben dagegen. Somit wurde dem eingereichten Tekturplan das gemeindliche Einvernehmen verweigert.

„Black“ will in den früheren „Lidl“

Bald könnte neues Leben in den früheren „Lidl“ einziehen. Der Anbieter „Black“, der zur „Tedi“-Gruppe gehört, will in der Bamberger Straße in Bad Staffelstein möglichst zeitnah eine Nonfood-Filiale eröffnen. Das Gebäude soll unverändert bleiben. Der Bauausschuss befürwortete den Antrag auf Nutzungsänderung.

Gegenüber ihres Unternehmenstrakts in der Angerstraße beabsichtigt die Firma Moll Batterien auf dem früheren Gelände der Firma Markuzzi, ein Verwaltungs- und Betriebsgebäude zu errichten Dafür muss der Bebauungsplan „südwestlich der Angerstraße“ geändert werden. Das Gebäude wird ein Stockwerk niedriger als ursprünglich geplant. Diese Abänderung gewährleistet nun eine Anpassung an die bauliche Umgebung. Der Bauausschuss billigte den Vorentwurf der Bebauungsplanänderung.