KUTZENBERG / BAYREUTH

Arbeitsplatzsuche läuft auf Hochtouren

Haus Nummer 11 im Bezirksklinikum Obermain in Kutzenberg: Hier ist die Orthopädische Abteilung untergebracht.

Von den insgesamt 140 Mitarbeitern, darunter 115 mit Vollzeitbeschäftigung, die durch die Schließung der Abteilungen für Thoraxchirurgie, Orthopädie und Schmerztherapie in Kutzenberg betroffen sind, können voraussichtlich 60 am Bezirksklinikum Obermain weiterarbeiten. Dies teilt der Pressesprecher der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO), Christian Porsch, auf Nachfrage dieser Redaktion mit.

Die Verhandlungen über die Weiterbeschäftigungen seien derzeit in vollem Gange. Für 59 der insgesamt 115 Inhaber von Vollzeitjobs müssen nach jetzigem Stand neue Arbeitsplätze gefunden werden. Die übrigen der betroffenen Mitarbeiter in Vollzeit – 56 an der Zahl – verlassen bis zur Schließung der Kliniken in Kutzenberg aufgrund von Ruhestandsversetzungen, auslaufender Arbeitsverträge oder bereits angekündigtem Arbeitsplatzwechsel das Kommunalunternehmen sicher.

Porsch betonte nochmals die Aussage von GeBO-Verwaltungsratsvorstand Katja Bittner, dass jeder Arbeitnehmer in Vollzeit oder Teilzeitbeschäftigung, der von den Schließungen betroffen sei, ein „Arbeitsplatzangebot mit Besitzstandwahrung“ erhalte. Die neuen Arbeitsplatzangebote seien größtenteils in Einrichtungen der GeBO vorhanden, aber auch in Einrichtungen von Kooperationspartnern, also unter anderem Regiomed.

GeBO weitet Tarifschutz aus

Das Kommunalunternehmen hat indessen in der jüngsten Sitzung seines Verwaltungsrates am Dienstag beschlossen, einen Tarifvertrag, der bislang nur für bis Ende 2014 eingestellte Mitarbeiter und Ärzte galt, auf Beschäftigte auszuweiten, die nach der Gründung der GeBO Anfang 2005 eingestellt worden sind. Den verbesserten Tarifschutz gewähre das Kommunalunternehmen freiwillig, so Bezirkstagspräsident Günter Denzler.

Für die davon betroffenen Beschäftigten bedeute dies „Vermeidung sozialer Härten“ und „im Wesentlichen Arbeitsplatzsicherung, Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen, einen besonderen Kündigungsschutz und eine Entgeltsicherung“, so die GeBO in einer Pressemitteilung.

Katja Bittner erläuterte nach der Verwaltungsratssitzung Details des sogenannten Tarifvertrags über den Rationalisierungsschutz für Angestellte und Ärzte (TVRatSch). Für Beschäftigte, für die die GeBO trotz Weiterbildungsmöglichkeiten keine adäquate Stelle innerhalb des Unternehmens anbieten könne, würden„individuelle Lösungen“ gesucht. Es könne allerdings auch innerhalb des verstärkten Tarifschutzes zu Kündigungen kommen. Dies sei dann der Fall, wenn „am Ende des mit dem Personalrat abgestimmten Prüfprozesses und bei Ablehnung der angebotenen Stellen innerhalb und außerhalb der GeBO“ keine Lösung zustande gekommen sei. „Die Kündigung ist für uns die letzte Möglichkeit“, so Bittner.

Sechs Wochen Zeit

Wie viele der 59 von der Schließung der Kliniken in Kutzenberg verbleibenden Arbeitsplatzsuchenden am Ende des Jahres tatsächlich zu ihnen annehmbaren Bedingungen eine neue Arbeitsstelle beim Bezirk oder Partnern der GeBO finden, lasse sich momentan nicht sagen, so der Pressesprecher. In Kürze verschicke die GeBO auf Grundlage der Anfragen, die von den Beschäftigten in Kutzenberg eingegangen seien, konkrete Arbeitsplatzangebote. Die Mitarbeiter hätten dann, so Christian Porsch, sechs Wochen Zeit, um sich zu entscheiden.