WOLFSDORF

Weizen und Gerste auf dem Prüfstand

Zahlreiche Interessenten wohnten der Besichtigung der Landessortenversuche in Wolfsdorf bei. FOTO: red

Jüngst fand eine Führung durch die Landessortenversuche bei Wolfsdorf statt. Fachberater Adolf Ruff vom Amt für Landwirtschaft Coburg konnte am Betrieb Georg Weiß rund 70 interessierte Landwirte aus der Region willkommnen heißen.

An dem Standort werden neue Weizen- und Gerstensorten hinsichtlich Krankheits- und Stressresistenz, Ertragsleistung und Qualität geprüft. Wolfsdorf ist hierbei einer von zehn Standorten in Bayern.

Krankheits- und Stressresistenz

Ziel ist die Erzeugung hochwertiger Nahrungs- und Futtermittel unter Berücksichtigung ökologischer Belange. Hierzu werden alle Sorten in verschiedenen Dünge- und Pflanzenschutzintensitäten geprüft, auch um den Pflanzenschutzmitteleinsatz auf das notwendigste Maß zu beschränken.

Adolf Ruff bestätigte, dass auch der Klimawandel höhere Anforderungen an die Getreidesorten stellt. Modellrechnungen lassen ganzjährig höhere Temperaturen, geringere Niederschläge im Sommer, zunehmende Niederschläge im Winter, eine deutliche Erhöhung der Kohlendioxid-Konzentration in der Luft, sowie eine Zunahme der Extremereignisse, zum Beispiel Starkregen oder längere Trockenphasen, erwarten.

Von Sorte zu Sorte

Am Feld führten die Fachberater Fritz Ernst und Reinhard Ostermeier vom Amt in Bayreuth die Besucher durch die angelegten Sortenversuche und erläuterten die ausgeführten Maßnahmen auch im Hinblick auf vorhandene Pilzkrankheiten und Schädlinge.

Anschließend informierte Claudia Alberts vom Fachzentrum Agrarökologie in Bad Staffelstein die Landwirte über die Auswirkungen der neuen Düngeverordnung. Hierbei gibt es einige neue Regeln, die einen noch exakteren Umgang beim Ausbringen von mineralischen und organischen Düngemitteln betreffen, angefangen von veränderten Sperrfristen, umfangreicheren Vorgaben zur Düngeplanung, sowie über Verschärfungen bei der Nährstoffbilanzierung.

Ohne die Umwelt zu belasten

Ziel ist es, die Inhaltsstoffe der Düngemittel möglichst vollständig pflanzenwirksam werden zu lassen, ohne Wasser und Umwelt unnötig zu belasten. Künftig muss jeder Landwirt noch genauer überlegen, was, wieviel und wo er düngen kann. Den Landwirten wird zwangsläufig mehr Aufwand bei Düngeplanung und Dokumentation beschert, worüber viele angesichts der auf allen Ebenen zunehmenden Bürokratie nicht begeistert sind. Auch an die Geräte zur Ausbringung der Düngemittel werden ab 2020 zum Teil deutlich höhere Anforderungen gestellt.