KLOSTER BANZ

Choristisch brausend und erzählend

Dr. Markus Blomenhofer ist Organist in Küps-Johannisthal und spielt seit seinem 9. Lebensjahr Orgel. FOTO: Andreas Welz

Die Banzer Matineen an der Seuffert-Woehl-Orgel wurden am Sonntag in der Stiftskirche eröffnet. Das Programm enthielt Musik des Barocks und der Romantik. Für den erkrankten Organisten und Lehrer Rainer Herr, der mit Geistlichem Rat Hans Werner Alt die Orgelmatineen begründete, sprang Dr. Markus Blomenhofer aus Johannisthal ein.

„Sie ist äußerst präzise

und für barocke und romantische Werke wie

geschaffen.“

Dr. Markus Blomenhofer über die Seuffert-Woehl-Orgel

Am Anfang des Programms standen zwei Fugen in c und g von Johann Sebastian Bach und die Choralbearbeitungen „Gelobt seist Du Jesu Christ“ und „Ich ruf zu Dir Herr Jesu Christ“. Die sehr kantablen Themen gewannen durch die Vielfalt der Banzer Barockorgel, die der Organist exakt einzusetzen verstand.

Seit 1903 in der Stiftskirche

Das Instrument in der Stiftskirche mit 35 klingenden Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 1745 bis 1748 von Johann Philip Seuffert aus Würzburg für die Kloster Grafschaft errichtete und, nach zwischenzeitlicher Verwendung in Frankenberg an der Eder, 1987 von Gerald Woehl aus Marburg und seinen Mitarbeiter in das Gehäuse der bis 1903 bestehenden Banzer Seuffert-Hauptorgel eingesetzt.

Pater Theodor Grünbergers (1756–1820), „Solo di Gamba unter der Wandlung“ gab Blomenhofer choristisch brausend und erzählend wieder. Mit der „Romance in C“ von Claude-Bénigne Balbastre (1729-1799) wählte der Organist einen adligen französischen Komponisten, der sich während der Französischen Revolution von der Sakralmusik trennen musste und seine Kompositionstätigkeit auf Werke für revolutionäre Festlichkeiten verlegte, aber Organist an Notre-Dame blieb. Ein kurzes Nachspiel in d von Justin Heinrich Knecht (1752-1817) beendete das erste Konzert des Banzer Orgelsommers mit allen Registern.

Eigentlich Kunststofftechniker

Dr. Markus Blomenhofer ist Organist in Küps-Johannisthal und spielt seit seinem neunten Lebensjahr Orgel. Der 45-Jährige ist kein Unbekannter am Obermain. Er spielte schon öfter in der Stiftskirche und gab Orgelkonzerte zum Freitagsläuten in der Basilika Vierzehnheiligen. Seine Ausbildung an der Orgel beschränkte sich auf die kirchenmusikalische C-Prüfung für nebenamtliche Kirchenmusiker. Promoviert hatte er in einem ganz anderen Genre: in der Kunststofftechnik.

Vor der Seuffert-Woehl-Orgel in Banz verneigte er sich. „Sie ist äußerst präzise und für barocke und romantische Werke wie geschaffen“, sagte er dieser Redaktion.