BURGKUNSTADT

Bald Freisportanlagen für die Schulen

Die neue Sportanlage für das Schulzentrum Burgkunstadt hat der Stadtrat genehmigt.

Schon lange warten die Schüler des Gymnasiums und der Realschule Burgkunstadt auf eine neue Freisportanlage. Einstimmig hat der Bauausschuss des Stadtrats den Bauantrag des Landratsamts am Dienstagabend genehmigt. Die Bauarbeiten sollen dieses Jahr beginnen, sobald die Regierung von Oberfranken den Antrag auf Förderung des rund 2,9 Millionen Euro teuren Vorhabens genehmigt hat.

Auf dem Gelände an der Kirchleiner Straße neben dem Kathi-Baur-Altenheim sollen ein Rasenspielfeld, zwei Allwetterplätze mit 200-Meter-Laufbahn, eine 130-Meter-Bahn und zwei Volleyballfelder errichtet werden. Neu ist, dass das Betriebsgebäude mit Umkleideräumen mittig zum Rasenspielfeld errichtet werden soll. Vereinbart wurde, dass der Landkreis die Kosten für Kanal- und Wasserleitung übernimmt. Auf Anregung von Michael Doppel (FW) wird geklärt, ob der Landkreis die Kosten für den Erbpachtvertrag des Geländes übernimmt.

Auf die Frage von Thomas Müller (Bürgerverein), ob ein Lärmschutz für das Altenheim vorgesehen sei, meinte Marco Hennemann (CSU), Altenheime würden bewusst im Ort errichtet, damit Senioren etwas erlebten, daher sei das Sportgelände eher eine Bereicherung als eine Belästigung für die Bewohner. Für den Hochwasserschutz vom Talleitenbach sind ein Lärmschutzwall und zwei Regenrückhaltebecken vorgesehen.

Planung für neuen Netto-Markt

Gestalt nimmt auch die Planung für den neuen Netto-Markt in der Auwiese 6 (ehemaliges Aldi-Gelände) an. Genehmigt wurden der Bauantrag auf Errichtung des Marktes inklusive Werbeanlagen und der Bebauungsplan „Auwiese“, der eigens für dieses Projekt aufgestellt wurde.

Ein zahnloser Tiger ist die Werbeanlagensatzung der Stadt, die großflächige Plakattafeln insbesondere entlang der Bundesstraße verhindern sollte. Nachdem das Verwaltungsgericht Bayreuth die Ablehnung von drei Werbetafeln im vergangenen Jahr aufgehoben hatte, empfahl der Rechtsanwalt der Stadt, die Satzung aufzuheben.

„Es ist grauenhaft,

wenn Werbeanlagen an

Bundesstraßen aufgestellt werden. Das verschandelt alles.“

Günter Knorr, Stadtrat (CSU)

Nach lebhafter Diskussion einigten sich die Stadträte zwar auf die Streichung der Satzung, doch soll eine neue erlassen werden, um zumindest die Altstadt vor der Verschandelung durch Werbung zu bewahren. „Die Satzung ist nur für das Denkmal-Ensemble haltbar, an der Bundesstraße greift sie nicht“, stellte Hilmar Fuß vom Bauamt klar. So sei es etwa gelungen, eine Plakatwand am Bahnhof zu verhindern, da es sich um ein Baudenkmal handelt. Auch das Anbauverbot von acht Metern an Bundesstraßen gelte innerhalb von Ortschaften nicht, erläuterte er auf Anfrage von Thomas Müller.

„Es ist grauenhaft, wenn Werbeanlagen an Bundesstraßen aufgestellt werden, das verschandelt alles“, kritisiert Günter Knorr (CSU). „Wir sollten zumindest für die Altstadt an der Satzung festhalten, um schlimmeres zu verhindern“, betonte Benedikt Vonbrunn (CSU). Die Bemühungen um die Stadtverschönerung würden durch Werbetafeln wieder zunichte gemacht, bedauerte Wolfgang Sievert (SPD). Um eine gesetzliche Regelung zum Schutz vor störender Werbung zu erreichen, habe sich die Stadt an die heimischen Abgeordneten gewandt, berichtete Bürgermeisterin Christine Frieß.

Mit der Vergabe von Planungsleistungen für die Sanierung des Alten Brauhauses und des Lehrerwohnhauses in Mainroth ist die Sanierung des Baudenkmals auf den Weg gebracht worden. Allerdings sei mit einem Baubeginn vor 2020 nicht zu rechnen, betonte Bürgermeisterin Christine Frieß. Nachdem das Vorhaben wegen der Pensionierung des zuständigen Denkmalpflegers ins Stocken geraten war, einigten sich die Stadtverwaltung, Vertreter der Denkmalpflege und des Amts für Ländliche Entwicklung über das weitere Vorgehen. Die Beteiligten seien sich einig gewesen, dass eine Sanierung das Ortsbild beträchtlich aufwerte. Entscheidend sei die Förderung im Rahmen einer einfachen Dorferneuerung – erwartet werden außerdem „ansehnliche Zuschüsse“ der Denkmalpflege und der Oberfrankenstiftung. Die Planung und eine Kostenberechnung als Grundlage der Finanzierung soll der Architekt Georg Schilling aus Hollfeld für rund 43 000 Euro erstellen. Zweifel an der Kostenschätzung von 1,2 Millionen Euro äußerte Ulf Müller (FW).

Große Lösung für Altes Brauhaus

Einig waren sich die Räte, nicht nur das Alte Brauhaus zu sanieren und durch einen gläsernen Anbau auf der östlichen Seite zu erschließen, sondern das Lehrerhaus mit einzubeziehen und beide Gebäude durch einen Anbau aus Glas zu ergänzen, erläuterte Bauamtsleiter Markus Pülz. Das Lehrerhaus, das der Stadt gehört, müsse erhalten werden, da es auf der historischen Friedhofsmauer steht.

Das Erdgeschoss könne für Vereine genutzt werden, das Obergeschoss als Wohnung. Toiletten und Versorgungsräume könnten im Alten Brauhaus eingerichtet werden, eine barrierefreie Erschließung sei über den neu ausgebauten Kirchplatz möglich. Die von Wolfgang Sievert geforderte Bürgerbeteiligung („es ist das einzige öffentliche Gebäude in Mainroth“) sei im Zuge des Dorferneuerungsverfahrens möglich.

Aus dem Stadtrat: Private Erschließung für fünf Bauplätze im „Lerchenbühl“

Eine Erweiterung des Baugebiets „Lerchenbühl“ um fünf Bauplätze hat der Stadtrat durch eine Änderung des Bebauungsplans ermöglicht. Weil ein Häuslebauer keine Genehmigung für sein Vorhaben erhielt, hat die Stadt ein neues Bundesgesetz genutzt, das es ermöglicht, Flächen bis zu 10 000 Quadratmeter im beschleunigten Verfahren (ohne Umweltverträglichkeitsprüfung, Ausgleichsflächenbedarf und Beteiligung der Träger öffentlicher Belange) zu erschließen. Allerdings muss der Bauherr die Kosten der Erschließung tragen.

Gegen die Planänderung stimmte nur Thomas Müller (Bürgerverein), der eine Umweltverträglichkeitsprüfung forderte. Das Verfahren sei zur Schaffung von Wohnraum in Ballungsräumen sinnvoll, nicht aber am Ortsrand, kritisierte er. Da Burgkunstadt erst jüngst ein Baugebiet mit zehn Parzellen in 200 Meter Entfernung ausgewiesen habe, bestehe keine Notwendigkeit zur weiteren „Naturzerstörung“.

Das Verfahren widerspreche nicht nur dem Ziel der Bundesregierung, den Flächenverbrauch für Siedlungen und Straßen zu begrenzen, sondern könnte auch Probleme bei der Entwässerung des Baugebiets schaffen. „Wir müssen Platz schaffen, wenn wir Leute in der Stadt halten wollen“, hielt Ulf Müller (FW) dagegen.

Auf schnelles Internet müssen die Bürger in Gärtenroth und Mainroth noch länger warten, weil die Kabelverteilknoten dort laut Angaben der Telekom blockiert seien, teilte Bürgermeisterin Christine Frieß mit. Für Kirchlein sei ein schnelle Lösung in Sicht, Glasfaserkabel bis zum Verteiler in der Ortsmitte zu verlegen, so dass die Versorgung der Haushalte über die Kupferkabel der Telefonleitungen mit mindestens 30 mbit ermöglicht werde. Für Gärtenroth und Mainroth bestehe entweder die Möglichkeit, Glasfaser direkt ins Haus zu legen, was für die Telekom Mehrkosten bedeuten würde, oder ein neues Förderverfahren auszuschreiben. Bisher warte die Stadt auf eine Antwort der Telekom dazu.

Als neuen Prüfer für den Jahresabschluss der Abwasserwirtschaft Kunstadt GmbH wurde Hubert Grünbaum von der Union AG in Bayreuth bestellt.

Die Errichtung einer Montagehalle der Maschinenfabrik Fischer in der Karl-Eugen-Fischer-Straße 6 und 8 hat der Bauausschuss genehmigt. Weil das Vorhaben im Überschwemmungsgebiet liegt, muss am Mainufer, gegenüber der Einmündung der Weismain Retensionsraum als Ausgleich geschaffen werden. Für Regenwasser ist ein Sickerbecken vorgesehen. Keine Einwände gab's gegen die Nutzungsänderung eines Kellerraums in der Geheimrat-Püls-Straße 4 in einen Gewerberaum für NC-Fräsarbeiten. Es handele sich um einen nicht störenden Betrieb und zusätzlicher Verkehr entstehe durch das nebenberufliche Gewerbe nicht.