BURGKUNSTADT

Anekdoten unterm Kastanienbaum

Zuhause im Grünen: Gertrud und Anton Wilder (links hinten) öffnen am Sonntag, 25.

Leuchtende Kissen von gelbem Mauerpfeffer und weißen Margeriten strahlen den Besuchern gemeinsam mit orangenen Lilien und farbenprächtigen Lupinen von der Trockenmauer entgegen, die das Hanggrundstück der Familie Wilder in der Professor-Kist-Straße 8 in Burgkunstadt umgibt. Dazwischen sind schon die Rosen erblüht, und das kräftige Grün verschiedener Büsche sowie Apfel- und Kirschbäume rundet das Stimmungsbild ab.

Dass Gertrud und Anton Wilder seit ihrem Einzug viel Zeit und Herzblut in ihren Garten gesteckt haben, erkennt man auf den ersten Blick. Die Trockenmauer hat Anton Wilder eigenhändig mit Jurakalksteinen aufgeschichtet, die er bei Mosenberg gesammelt und herangeschafft hat. In den 1970-er-Jahren sorgten sie damit für Aufsehen, denn zu der Zeit schworen alle auf betonierte Wände, die angeblich ewig halten sollten. Die Trockenmauer steht heute noch, die zementierte Wand der Garage wurde zwischenzeitlich durch Gabionen mit Kalksteinen ersetzt, in der sich ebenfalls Pflanzen und Tiere ansiedeln können.

In diesem Garten der Familie Wilder in Burgkunstadt fand mit Landrat Christian Meißner und Kreisfachberater Michael Stromer die offizielle Eröffnung des „Tags der offenen Gartentür 2017“ statt. Hierzu hatten sich auch Dietmar Laude, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Mainroth und Umgebung, und seine Stellvertreterin Ruth Mohrand eingefunden.

Über die Landkreisgrenze hinweg

Am „Tag der offenen Gartentür“, Sonntag, 25. Juni, nehmen in diesem Jahr 13 Gartenbesitzer teil, die in Burgkunstadt, Mainklein, Mainroth, Rothwind und Fassoldshof einen Blick in ihre grünen Paradiese gestatten. Weil sich das Vereinsgebiet des Mainrother Gartenbauvereins, der sich maßgeblich an der Veranstaltung beteiligt, über die Landkreisgrenzen erstreckt, sind neben Gärten im Landkreis Lichtenfels auch solche im Landkreis Kulmbach vertreten.

Weil die Eheleute Wilder von der Vermehrung der Stauden bis hin zur Anlage der Trockenmauern und Beete fast alles selbst gemacht haben, sind sie eng mit ihrem Garten verwurzelt und werden ihren Besuchern manche Anekdote berichten können, die sie zum Beispiel mit dem Kastanienbaum verbindet, den ihre Kinder aus einer Kastanie selbst gezogen haben. Bei der Bewirtschaftung legen die Wilders Wert auf Natürlichkeit: Statt Dünger verwenden sie selbst erzeugten Kompost, zum Gießen das in Tonnen aufgefangene Regenwasser vom Dach und auf Spritzmittel gegen Schädlinge verzichten sie. „Ein Wurm im Apfel stört doch nicht“, findet Anton Wilder.

125-jähriges Bestehen

Der Obst- und Gartenbauverein Mainroth und Umgebung wurde 1892 gegründet und ist einer der ältesten Gartenbauvereine des Kreisverbandes. Mit der Beteiligung am diesjährigen „Tag der offenen Gartentür“ und der Bewirtung der Gäste feiert der Verein gleichzeitig sein 125-jähriges Bestehen.

Stationen am Tag der offenen Gartentür

Neben den Wilders aus Burgkunstadt (Plan Nr. 1) beteiligen sich noch zwölf Anwesen aus dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege am „Tag der offenen Gartentür 2017“. Innerstädtisch ist das noch die Familie Schardt in der Franz-Roscher-Straße 14 (Nr. 2). In den Stadtteilen sind das: In Mainklein Familie Kohles, Häckergrund 11 (Nr. 3), und die Familien Lang/ Müller, Häckergrund 4 (Nr. 4). In Mainroth: die Streuobstwiese des Pfarrgartens Unterer Berg 4 (Nr. 5), Familie Hennemann, Kirchacker 3 (Nr. 6), Familie Foltes, Pfarrer-Böhmer-Straße 30 (Nr. 7), Familie Oetter, Weidenburg 28 (Nr. 8), Familie Eber, Weidenburg 27 (Nr. 9), und Familie Marr, Oberer Berg 19 (Nr. 10). Im Vereinsgebiet des Mainrother Gartenbauvereins geht es dann weiter in den Landkreis Kulmbach. In Rothwind beteiligen sich der Naturkostladen Biolino (Nr. 11), Am Rohrbach 2, Familie Fiedler, Festweg 4 (Nr. 12), und in Fassoldshof Familie Mahr, Kellergasse 1 (Nr. 13). Der Mainrother Gartenbauverein bietet im Pfarrgarten der katholischen Kirchenstiftung (Nr. 5) neben dem Jugendhaus St. Heinrich (Unterer Berg 4/Pfarrhaus und Haus-Nr. 6, nach hinten durchgehen) eine Versorgungsstation an. Hier gibt es Kaffee, Kuchen, Bratwürste und Getränke und nicht zu vergessen Toiletten. Am Infostand der Jugendgruppe „Wald- und Wiesenbande“ wird über Wildbienen informiert.
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