PRÜGEL

Den Prügelern stinkt‘s gewaltig

Ein Zeichen für die Eigeninitiative der Prügeler Einwohner ist die gelungene Sitzgruppeam neuen Rad- und ...

Auch beim diesjährigen Bürgergespräch für Prügel wurde deutlich, dass der Durchgangsverkehr und die Biogasanlage die besonderen Anliegen der Bewohner sind. Diese zeigten sich dabei sehr diskussionsfreudig.

Im Kulturstadel eröffnete Erster Bürgermeister Robert Hümmer das Treffen und freute sich über den lebhaften Besuch. Er begann seine Ausführungen mit einem allgemeinen Bericht über die Gemeinde Altenkunstadt, beschäftigte sich mit der Wirtschafts- und Beschäftigungsstruktur, sprach das Schulwesen an – hier gibt es ab dem neuen Jahr eine dritte Grundschulklasse –, die Situation hinsichtlich der Kinderkrippenplätze, bei denen ein steigender Bedarf zu verzeichnen ist, sowie die private und gewerbliche Bautätigkeit.

Gelungene Sitzgruppe

Gleich zu Beginn der Diskussion fand die Anbringung des Piktogramms an der Einmündung in die Ortsverbindung Maineck – Baiersdorf ebenso Anerkennung wie die Eigeninitiative von Wolfgang Eber und Rudi Baier, die eine beschauliche Sitzgruppe am neuen Rad- und Wirtschaftsweg geschaffen hatten.

Nachdem der Dorfweiher ausgebaggert worden ist, sollte auch der Dorfbach im Umfeld des Brunnens wieder einmal vom Schwemmgut befreit werden, regte Joachim Neidlein an. Gemeinderat Thorsten Schmidtke sprach die Tragkraftspritze der Prügeler Feuerwehr an, die reparaturanfällig sei, was auch Bernd Engelhardt von der Wehr ein Anliegen war.

Noch immer viele zu schnell

Schon seit einer gewissen Zeit ist die Geschwindigkeit im Ort auf 30 Stundenkilometer herabgesetzt worden. Inzwischen hält sich zwar der überwiegende Teil der Verkehrsteilnehmer daran, berichteten Ewald Stark und weitere Mitbürger. Viele jedoch würden noch immer zu schnell und manche sogar mit Vollgas durch den Ort fahren. Bürgermeister Hümmer verwies darauf, dass gegenwärtig das Verkehrsaufkommen kontrolliert wird und dabei sowohl die Verkehrsfrequenz als auch die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer ermittelt werden. Die Einwohner wünschten sich eine Information über die gewonnenen Erkenntnisse und entsprechende Konsequenzen drauf.

Ein Verkehrsproblem zeigte Wolfgang Eber auch für den Friedhofsbereich in Altenkunstadt auf, wo trotz der Beschilderung in diesem unübersichtlichen Bereich mit Gegenverkehr häufig nicht verkehrskonform geparkt werde. Zugleich bat er nach Möglichkeiten zu suchen, wie der Dorfbrunnen in Prügel ansehnlicher gestaltet werden könnte.

Die baulichen Maßnahmen (Ziegel, Dachrinne, Fenster) am Feuerwehrgerätehaus und im Kulturstadel waren ein Thema von Rudi Baier, wobei Bürgermeister Hümmer auf die Zuschussregelungen in der Gemeinde und im Landkreis verwies. Auf benötigtes Brennholz und die Deponierung von Schlüsseln für das Feuerwehrhaus wies Wilhelm Teig hin, während Thomas Koschinski auf die Kanalsituation einging.

Ausgiebige Debatte

Danach kam die Biogasanlage zur Sprache. Werner Herdegen fragte nachdrücklich, was der neue Bauantrag des Besitzers eigentlich wirklich beinhalte und ob nicht womöglich ein Schweinestall gebaut werde. Hier verwies Robert Hümmer auf die Planunterlagen, wonach eine Maschinenhalle entstehen soll. Mit zunehmender Diskussion und in unzähligen Wortmeldungen wurde deutlich, dass die Prügeler Bewohner nicht begeistert davon sind, dass schon wieder bauliche Tätigkeiten geplant sind, obwohl noch nicht einmal die ursprünglichen Auflagen wie Eingrünung der Anlage und Abdeckung des Grünguts erfüllt werden.

Die Anlage sei ganz einfach eine Belastung für die Bürger, wie Ewald Stark vermerkte. Wolfgang Eber ergänzte, dass es im Umfeld der Bio-Gasanlage manchmal bestialisch stinke, und dies selbst nachts um 21.30 Uhr. Auch wurde die stinkende Brühe in Abwassergräben festgestellt, wie Susanne Eber ergänzte. Aus all diesen Gründen sahen die betroffenen Bürger die Ämter und Behörden, vor allem das Landratsamt, in der Pflicht. Denn offensichtlich gebe es immer noch Vollzugsdefizite, wie ein Versammlungsteilnehmer anmerkte.

Manuela Siedersleben ging auf das Verkehrsverhalten mancher anlässlich des Baur-Triathlons ein, sprach verschiedene Wassereinläufe an und erkundigte sich nach einem Bildstock bei Prügel, der, so Bürgermeister Hümmer, wieder aufgestellt werde. Auf teilweise eingebrochene Kanaldeckel verwies Rudi Baier hin. Heinz Hoch erwähnte im Ortsbereich eine schadhafte Wasserrinne.

Für bessere Sicht auf Radfahrer

Heinrich Kraus, ein begeisterter Radfahrer, sprach gleich zwei Probleme an. Die Parkplatzausfahrt am Fachmarktzentrum über den vorhandenen Geh- und Radweg sollte optisch besser gekennzeichnet werden, betonte er. Und durch das hohe Gras entlang des Radwegs seien die Zweiradfahrer beim Ausfahren aus dem Wertstoffhof nur schwer beziehungsweise recht spät zu sehen.

Zum Abschluss des Bürgergesprächs wies Bürgermeister Robert Hümmer darauf hin, dass kleinere Wünsche und Anregungen immer gleich direkt an die Gemeindeverwaltung oder den Bauhof weitergegeben werden können. Die angesprochenen Punkte, werden von der Gemeinde aufgegriffen, sicherte er zu.

Obwohl die Geschwindigkeit auch optisch angezeigt wird, halten sich - anders als dieser Fahrer - manche Autofahrer ...