WEISMAIN

Ein Genuss fürs Auge und den Magen

Auf die genaue Ausführung kommt es beim Malen an. FOTOS: Roland Dietz

„Lassen Sie sich verwöhnen und freuen Sie sich auf einen genüsslichen Abend in netter Runde“ – malen und genießen war das Motto eines außergewöhnlichen Abends. Diesen gestaltete die Weismainer Künstlerin Elfriede Dauer in Zusammenarbeit mit dem Tourismusbüro Weismain. „Malerisches Menü“ war der Slogan für diesen Abend in und an der Stoffelsmühle in Kleinziegenfeld.

„Wir haben heute eine Welturaufführung“, begrüßte Elfriede Dauer die gekommenen Damen. Die Einleitung von Mühlenbesitzer Werner Nowak war schon sehr viel versprechend. So stellte er die romantisch anmutende Stoffelmühle vor. Mit hoher Wahrscheinlichkeit entstand sie um das Jahr 1525 und war die erste Mühle im Kleinziegenfelder Tal. Über 20 Mühlen säumten den Lauf der „Weismain“ bis in die gleichnamige Jurastadt.

„Das Ganze ist doch pure Lust am Leben.“
Irmgard Denzler, Kursteilnehmerin

Die Anlage umfasste zwei Mühlräder und war eine Getreidemühle. Der eigentliche Mühlenbetrieb endete im Jahr 1887, als ein verheerender Wolkenbruch die Mühlenanlage zerstörte. Im 20. Jahrhundert wurde die Mühle bis 1970 als Pumpstation genutzt und so Wasser bis nach Stadelhofen gebracht. 1988 erwarb die Familie Nowak-Reiss die Mühle und restaurierte sie liebevoll. Im Jahr 2009 wurde wieder ein Wasserrad installiert, das zur Stromerzeugung genutzt wird.

Nachdem die Teilnehmerinnen einen Begrüßungsaperitif mit Thymian kredenzt bekamen, wurde eine Besichtigung des Kräutergartens vorgenommen. Im weiteren Verlauf erklärte Elfriede Dauer, dass Kräuter im Mittelpunkt des Abends stehen. So waren Ziersalbei, Schnittlauchblüten, wilde Zwiebelblüte Thymian, Basilikum und Lavendel auf dem Tisch und sollten in einer vorbereiteten Skizze mit Bleistift zu Papier gebracht werden. Schon hier zeigte sich, dass es sich bei der zusammengekommenen Gruppe um echte Könnerinnen handelt, was das Malen anbelangt.

Auch bei den dann dargebotenen Speisen standen wieder die Kräuter im Mittelpunkt. Karamel-Zwiebelkuchen mit Wildkräuter-Carpaccio war die Vorspeise. Kräuterkalbsfrikadelle an Kartoffelschiffchen und Spargel mit Salbeisahne wurden als Hauptgang gereicht. Basilikum-Ananas-Smoothie mit Salbei-Joghurt-Eis in Pistazien-Moringen gab es schließlich zum Dessert.

Erlesenes Menü

Zwischen den einzelnen Gängen diese Kräutermenüs kam das Malen nicht zu kurz. „Das Ganze ist doch pure Lust am Leben“, stellte Irmgard Denzler fest. Und recht hatte sie. Die Sonne blinzelte durch die kleinen Fenster ins Innere, dass drehende Mühlrad im Blick, wenn man nach draußen sah, und der rustikale Raum mit Balkendecke – dies schaffte ein herrliches Ambiente.

„Alle sind mit Feuereifer bei der Sache, und trotzdem ist das Malen entspannend“, meinte Tina Lauterbach. Aber auch der Spaß kam nicht zu kurz. So wurde viel gelacht im gegenseitigen Austausch. Unter der fachlichen Anleitung Dauers entstanden kleine Kunstwerke.

„Alle sind mit Feuereifer bei der Sache, und trotzdem ist das Malen entspannend.“
Tina Lauterbach, Kursteilnehmerin

Malen, so zart wie möglich und dabei durchaus Neues ausprobieren, empfahl Elfriede Dauer den bei der Malerei in sich gekehrten Damen. Die Konturen der mit wasservermalbaren Aquarellstiften gekennzeichneten Kräuter wurden mit Wasser nachgezogen, was die Farben sehr intensiv erscheinen ließ. „Bei Kindern, die so malen, erklärt man diesen Effekt, dass es Zauberfarben sind, mit denen sie malen“, ließ die Weismainer Malerin wissen. Am Ende wurden die sehr gelungenen Bilder noch gerahmt.

Die Zeit verging wie im Flug. Klar, dass eine Fortsetzung des Erlebten diskutiert wurde. Am Freitag, 21. Juli, findet dieselbe Veranstaltung nochmals statt. Die Anmeldung ist gegen eine Teilnahmegebühr bei der Touristinformation in Weismain unter der Tel. (09575) 921329 möglich.

Elfriede Dauer (li.) erklärt einer Teilnehmerin den richtigen Buntstift-Strich.